Wissembourg, eine kleine malerische Stadt von 7500 Einwohnern (mit den Vororten Weiler und Altenstadt), liegt ungefähr 60 km nördlich von Straßbourg an der deutsch-französischen Grenze, dort, wo die Nordvogesen und die Rheinebene aufeinander stoßen. Hier beginnt allmählich die Hügellandschaft in ein Gebirge überzugehen. Die Stadt, deren Name soviel wie "Die weiße Burg" bedeutet, liegt entlang des Flusses Lauter, umgeben von Wald und Feldern. Die Vergangenheit hat hier zahlreiche Spuren hinterlassen: schöne Fachwerkhäuser, den Wohnsitz des polnischen Königs Stanislas (18. Jhrdt.), das Salzhaus mit seinem gewaltigen Dach, die Zehntscheuer, die alten Waschsteine im Bruch und die Stadtmauer. Wissembourg besitzt auch zwei bedeutende Kirchen: die Johanneskirche, in der 1522 der Reformator Martin Bucer gepredigt hat, und die Abteikirche Peter und Paul (13. u. 14. Jhrdt.) mit ihrem Kreuzgang (14. Jhrdt.), die zweitgrößte gotische Kirche des Elsaß neben dem Straßburger Münster; nicht zu vergessen die schöne romanische Kirche Sankt Ulrich in Altenstadt (11. u. 12. Jhrdt.). In Wissembourg lebt man hauptsächlich von der Agrarwirtschaft, die dort immer noch sehr traditionsbewusst betrieben wird. Auch die Musik hat in Wissembourg, wie fast überall im Elsass einen ganz besonderen Stellenwert. Marie Lesczynca hat lange Zeit in diesem beschaulichen Städtchen gelebt, bevor sie Ludwig XV heiratete und Königin von Frankreich wurde. Aufgrund des pittoresken Stadtbilds wurde Wissembourg schon des öfteren als Kulisse für Heimatfilme verwendet, was die Bewohner natürlich mit Stolz erfüllt.