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Was bedeuten schon technischer Fortschritt und flüchtig wechselnde Mode für eine derart geschichtsbeladene und altertümlich anheimelnde Stadt wie Colmar? Es scheint einfach so, als sei Colmar durch sämtliche Zeitläufe vor allem eins und damit sich selber treu geblieben : eine Wiege der elsässischen Kultur, ein Hort des Glaubens und des Bürgertums seit jener karolingischen Ära, als mit einem "Columbarium", einem Taubenschlag des königlichen Meierhofes - von dorther stammt der Name -, die Stadtgeschichte ihren Anfang nahm. Für den urlaubenden Besucher spielen freilich die Relikte der Vergangenheit eine grosse Rolle. Da fangen die gotischen Skulpturen an der Martinskirche den aufmerksamen Blick ein, und in den historischen Weinstuben des altstädtischen Kerns, am Pfister- und am Kopfhaus oder im alten Gerberviertel, lässt sich das Nostalgische durch nichts verdrängen. Als kulturell interessierter Besucher wird man im Elsass fast überall das dichte Beieinander von sakraler Kunst und weltlicher Heiterkeit gewahren, wo immer die Kirche noch buchstäblich "im Dorfe" und gleich drumherum ein altstädtisches Bilderbuchviertel steht. Colmar, die Hauptstadt (65.000 Einwohner) des oberelsässischen Départements Haut-Rhin, entstand aus einem 823 gegründeten Königsgut und entwickelte sich zum führenden Handels- und Kulturzentrum der weiten Umgebung. 1226 zur Reichstadt privilegiert, erlebte Colmar eine fast halbtausendjährige Blütezeit des geistlichen Lebens, der Künste und der bürgerlichen Unabhängigkeit. Der altstädtische Kern (16./17. Jh.) bietet sich als Musterbeispiel sorgsamer Denkmalpflege dar (u.a. Kopfhaus; Rue des Têtes; Pfisterhaus; Rue des Marchands/Ecke Rue Mercière; Altes Kaufhaus; Place de l'Ancienne Douane). Besonders schön restauriert ist das Gerberviertel (Quartier des Tanneurs), sehr malerisch "Klein-Venedig" am Boulevard St-Pierre. Das Verkehrsamt organisiert Besichtigungen und Rundfahrten (Kleinbahn, auch deutsch kommentiert), die einen ersten Überblick vermitteln. Danach kann man sich tagelang in die Einzelheiten des gastronomischen Angebotes sowie der Museen vertiefen... Unter den Kunststädten am Oberrhein zählt Colmar zu den reichsten und ehrwürdigsten. Altstadtviertel wie "Klein-Venedig" und Schöpfungen wie Mathias Grünewalds "Isenheimer Altar" oder Martin Schongauers "Madonna im Rosenhag" sind Pflichtprogramm für Kulturreisende. Westlich von Colmar kommen Naturfreunde auf Ihre Kosten: Die Vogesen zeigen sich dort von ihrer vielleicht schönsten, in jedem Fall aber von ihrer höchsten Seite...! |