Kein Fluss weckt die Erinnerung an soviel Geschichte, Sagen und
Legenden wie der Rhein. Völkerverbindend - aber auch trennend -
ist dieser gewaltige Strom eine der Lebensadern Europas. An
seinen Ufern finden sich pulsierende Städte, stolze Burgen und
eine beeindruckende Landschaft. Zwei Quellen speisen den Fluss,
der Vorder- und der Hinterrhein. Sie entspringen in der
grandiosen Bergwelt des Rheinquellhorns, am Paradiesgletscher
und am Tumasee. Bei Reichenau vereinigen sie sich und graben
sich durch die bizarre Schlucht der Via Mala.
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Via Mala
("schlechter Weg" oder "böse Strasse") ist die Bezeichnung eines
früher berüchtigten Streckenabschnittes entlang einer tiefen
Schlucht des Hinterrheins auf der alpenüberquerenden
Römerstrasse zwischen Lindau und Mailand. Die Via Mala liegt
zwischen Chur und dem heutigen San Bernadino Pass. Prägendstes
Element ist das wildromantische, von Wasserkraft und
Gletschereis tief eingeschnittene Flusstal zwischen Thusis und
Zillis. Während die A13 die Schlucht weitestgehend auslässt,
wird die alte Kantonsstrasse teils sehr schmal und ist mit
Tunneln und Viadukten, die die Schlucht zweimal überbrücken,
versehen. Hinter der ersten Brücke befindet sich ein Parkplatz
mit Kiosk, von dem ein Treppenweg hinunter führt.
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Als Fußgänger
kann man sich ein Bild davon machen, wie beschwerlich und
natürlich auch gefährlich dieser Weg durch die Alpen in alten
Zeiten war. Mehr als ein Reisender ist hier einst tödlich
verunglückt. Die Via Mala war früher der gefährlichste Teil der
Strasse, vom Tessiner Oberlauf des Rheins durch die Bündner
Schweiz von Lindau nach Mailand. Auf ihr kursierte der so
genannte Mailänder oder auch Lindauer Bote, ein Kutschen-Dienst.
Geografischer Scheitelpunkt der Route ist der San
Bernardino-Pass.
Es gab schon
steinzeitliche Umgehungswege hoch über die Berge und man weiß
auch, dass die Via Mala schon von den Römern bezwungen wurde.
Angeblich soll bereits 1473 ein befahrbarer Weg durch die
Schlucht angelegt worden sein. Eindeutig nachweisbar ist jedoch
nur eine Fertigstellung im Jahre 1723.
Die Via Mala Schlucht ist durch
die gleichnamige Heimattragödie von John Knittel berühmt geworden und steht an
Bekanntheit dem Matterhorn nicht viel nach, ist aber viel einfacher und
gefahrloser zu begehen. Wer sich die Via Mala ansehen möchte sollte in Thusis
von der Autobahn runter Richtung San Bernadino Pass fahren. Rein fahrtechnisch
ist die Strecke (bis auf diesen kurzen Abschnitt) wenig interessant. Aber den
Rhein mit seiner steten Gewalt zu beobachten ist sehr beeindruckend!
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