Wandern, Bergsteigen, Skifahren - es fällt schwer, beim
Stichwort Schweiz an irgendetwas anderes zu denken, als an eine
wie auch immer geartete Bezwingung der Alpen. Doch die
Eidgenossenschaft hat noch einen Trumpf zwischen Gletschern und
Gipfeln versteckt: seine Seen. Rund 1600 gibt es insgesamt, auf
17 verkehren Passagierschiffe. magellanworld nimmt Sie mit auf
eine Kreuzfahrt über die "Schweizer Meere", bei der man das Land
auch ohne Schnaufen und Schwitzen erkunden kann.
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Er ist zwar "nur"
der viertgrößte, gilt aber als einer der schönsten Seen der
Schweiz: der Vierwaldstätter See. Jeder Quadratzentimeter seiner
Ufer, von den mittelalterlichen Holzbrücken Luzerns bis zur
Tellskapelle, wurde schon besungen und beschrieben. Trotzdem
entlockt einem der See weitere Lobeshymnen. Die Landschaft ist
abwechslungsreich wie sonst kaum: Wälder und Wiesen auf sanften
Hügeln neben wilden Fjorden mit fast senkrecht aufsteigenden
Felsen. Rings herum das atemberaubende Alpenpanorama von Säntis
und Titlis bis Eiger, Mönch und Jungfrau. Mit Zahnradbahnen geht
es hinauf auf den Luzerner Hausberg Pilatus (2120 m) oder auf
den Rigi (1798 m) bei Vitznau, um den Blick auf den
Segelbootbetupften, blaugrün schimmernden Vierwaldstätter See zu
genießen. Wer es lieber bequem mag, bleibt unten und schippert
geruhsam mit einem Raddampfer oder Motorschiff (Infos unter Tel.
0041/ 41/ 367 67 67) von Ort zu Ort: Luzern, Weggis mit seiner
elf Kilometer langen Feigen-, Magnolien- und Palmen-bewachsenen
Uferpromenade, die romantischen Städtchen Gersau, Treib und
natürlich Rütli, dem Schauplatz der Schweizer
Gründungsgeschichte. Unverzichtbar ist der 35 Kilometer lange
"Weg der Schweiz". Der Wanderweg führt von der Rütliwiese aus
rings um den Urner See, den imposantesten Teil des
Vierwaldstätter Sees.
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Keltische Fischer
waren vermutlich die ersten Bewohner am Vierwaldstätter See. Die
Eröffnung des Gotthard-Passes um 1230 brachte der Schifffahrt
den eigentlichen Aufschwung. Dieser Pass war die kürzeste
Verbindung über die Alpen vom Norden in den Süden. Als im Jahre
1830 die Gotthardstrasse gebaut wurde, erhielt der
Transitverkehr mächtigen Auftrieb. Die Reisenden konnten nun von
Flüelen, dem Endpunkt der Schiffsreise, bis an die italienische
Grenze die Postkutsche benutzen. Das Zeitalter des Tourismus
hatte begonnen!
Zürich-,
Brienzer und Thuner See
Weit
beschaulicher als der von jährlich zwei Millionen Touristen
bevölkerte Vierwaldstätter See ist der Walensee zwischen
Appenzeller und Glarner Alpen. Fünf Schiffe für 40 bis 270
Personen (Infos unter Tel. 0041/ 81/ 738 12 08) kreuzen das
ganze Jahr über von einem Ufer zum anderen. Von Quinten, das
dank seiner spitzgiebeligen Häuser, der idyllischen Weinberge
und imposanten Steilwände dem schweizerischen Klischee per se
entspricht, führt ein herrlicher Wanderweg über Seeren nach
Amden: etwa vier Stunden Waldschluchten, Burgruinen und
spektakuläre Aussichten.
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Über den
Linthkanal ist der Zürichsee mit dem Walensee verbunden. An
seinen Ufern luken immer wieder protzige Villen und teure
Wohn-Anlagen zwischen den Bäumen hervor - unschwer zu erkennen,
dass sich die wohlhabenden Einwohner der Hauptstadt lieber hier
niederlassen. Doch wer lange genug sucht, findet auch hier
zwischen Snobs und Neureichs ein idyllisches Plätzchen: z.B. das
mittelalterliche Rapperswil, das von Weinbergen umgeben und
einem türmenbewehrten Schloss überragt wird, die malerische
Insel Ufenau oder Lachen mit seiner spätbarocken Kirche und den
engen Gassen. (Infos unter Tel. 0041/ 1/ 487 13 22.)
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Im Doppelpack per
Schiff zu bereisen sind der Brienzer und der Thuner See im
Berner Oberland. Der eine ist ein Abenteuer aus Fels, Wald und
Wasserfällen, der andere eher ein Ruhepol, von alten Kirchen,
verträumten Dörfern und verspielten Schlössern gesäumt. Über
allem thronen wie am Vierwaldstätter See die stolzen 4000er des
Berner Oberlandes, Mönch, Eiger und Jungfrau. Welche Gegend kann
Erholungssuchenden eine solche Fülle von Erlebnissen auf so
engem Raum anbieten? Die weite Seefläche und die nahen
Bergriesen bilden einen reizvollen Kontrast. Der Thuner See -
mit 48 km² ist eines der größten Gewässer der Schweiz. Die
meisten Orte am Ufer lassen sich mit Linienschiffen erreichen
und für Wassersportler herrschen ideale Verhältnisse: guter Wind
für Segler und Surfer, klares Wasser für Taucher und Schwimmer.
Uferwege, die historische Berühmtheit erlangt haben,
Terrassenwege mit herrlicher Sicht auf See und Gebirge und
schließlich Bergwanderwege zu markanten Voralpengipfeln laden
Spaziergänger und Wanderer ein. Das milde Klima des Thunersees
vermittelt eine südländischen Eindruck, gedeihen hier doch
Ginster, Stechpalme, Zeder und Zypresse angesichts der
Schneeberge. Für beide Seen starten die Schiffe im mondänen
Interlaken, das - wie der Name (von lat. inter lacus) schon
vermuten lässt - genau zwischen ihnen liegt (Infos unter Tel.
0041/ 33/ 334 52 11).
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Bieler, Murten-
und Neuenburger See
Gleich drei
miteinander verbundene Seen liegen zu Fuße des Schweizer
Jura-Gebirges: Neuenburger, Murten- und Bieler See. Hier sind
die Gipfel nicht ganz so hoch, die Felsen nicht ganz so schroff.
Eine Tour verspricht statt grandioser Bergpanoramen vielmehr
geschichtsträchtige Bauwerke, trifft man doch überall an den
Ufern auf mittelalterliche Städte, Burgen und Schlösser: Am Lac
de Neuchâtel in Yverdon-les-Bains, in Grandson, Estavayer-le-Lac
und Boudry, am Murten- und Bieler See in den namengebenden
Städtchen.
Ein Tipp für
stramme Waden ist die etwa dreistündige Wanderung durch die
Weinberge von Biel über Tüscherz nach Twann und Ligerz. Eine
Stunde länger dauert die Drei-Seen-Fahrt auf einem der
Motorschiffe von Murten über Neuchâtel nach Biel durch den
Broyen- und den Zihlkanal, an dessen Rändern Dutzende Angler
sonntags ihre Ruten auswerfen. Infos über die Schifffahrt auf
dem Neuenburger und Murtensee erfahren Sie unter Tel. 0041/ 32/
725 40 12, über den Bieler See unter Tel. 0041/ 32/ 322 33 22.
Genfer See
Bleibt noch
der größte See der Schweiz (581 qkm), der Genfer See, dessen
südlicher Teil jedoch zu Frankreich gehört. Der Genfer See wird
durch die Rhône gespeist, die im Osten in den See eintritt und
im Westen die Stadt Genf in zwei Hälften teilt. Mindestens die
Hälfte der gesamten Kantonsbevölkerung lebt in der Hauptstadt.
Der verbleibende Rest verteilt sich auf die ländlich geprägten
Städte und Dörfer entlang der Ufer des Genfer Sees.

Seen in der Schweiz
(mit einer Fläche von über 1 km²)
|
Name |
Fläche |
Höhe ü. M. |
max. Tiefe |
Genfersee
(Lac Léman) |
584 km² |
372 m/M |
310 m |
| Bodensee |
539 km² |
396 m/M |
252 m |
|
Neuenburgersee |
218 km² |
429 m/M
|
153 m |
Lago
Maggiore
(Langensee) |
212 km² |
193 m/M |
372 m |
|
Vierwaldstättersee |
114 km² |
434 m/M |
214 m |
| Zürichsee |
88 km² |
406 m/M
|
143 m |
| Luganersee |
49 km² |
270 m/M |
288 m |
| Thunersee |
48 km² |
558 m/M |
215 m |
| Bielersee |
40 km² |
429 m/M |
74 m |
| Zugersee |
38 km² |
414 m/M |
97 m |
|
Brienzersee |
30 km² |
564 m/M |
260 m |
| Walensee |
24 km² |
419 m/M |
144 m |
| Murtensee |
23 km² |
429 m/M |
45 m |
|
Sempachersee |
13.5 km² |
504 m/M |
87 m |
| Sihlsee |
10,85 km² |
889 m/M |
23 m |
|
Hallwilersee |
10,3 km² |
448 m/M |
47 m |
Lac de
Joux -
Lac de Brenet |
9,56 km² |
1000 m/M |
34 m |
| Greifensee |
8,6 km² |
435 m/M |
34 m |
| Sarnersee |
7,5 km² |
468 m/M |
52 m |
| Aegerisee |
7,2 km² |
723 m/M |
82 m |
|
Baldeggersee |
5,3 km² |
463 m/M |
66 m |
| Silsersee |
4,1 km² |
1796 m/M |
71 m |
|
Pfäffikersee |
3,3 km² |
536 m/M |
35 m |
|
Klöntalersee |
3,29 km² |
846 m/M |
47 m |
|
Silvaplanersee |
3,1 km² |
1790 m/M |
77 m |
| Grimselsee |
2,63 km² |
1908 m/M |
100 m |
| Lago di
Poschiavo |
1,98 km² |
962 m/M |
84 m |
| Lago
Bianco |
1,5 km² |
2234 m/M |
53 m |
| Lago Ritom |
1,49 km² |
1850 m/M |
69 m |
|
Lauerzersee |
3,1 km² |
447 m/M |
14 m |
|
Oeschinensee |
1,1 km² |
1578 m/M |
44 m |
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