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VAL DE RUZ
 
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VAL DE RUZ


     Im Val-de-Ruz gibt es viel zu entdecken

 

Val-de- Ruz ist die Kurzbezeichnung von "ruisseau" - Bach. Das wohl deshalb, weil kein größeres Gewässer die Hochebene durchfließt. Der Seyon hat sich kurz vor Valangin mit andern Bächen zusammengetan und dann einen tiefen Graben durch das weiche Gestein geschaffen, um an sein Ziel, den Neuenburgersee, zu gelangen. Das nur 5 km breite und dreimal so lange Tal liegt eingebettet zwischen dem dicht bewaldeten Hügelzug des Chaumont und dem grünen Jura mit Mont d'Amin und Tête-de-Ran.

Ein fruchtbares Hochtal mit für schweizerische Verhältnisse weit verstreuten Dörfern, in denen kaum Betonmodernismen anzutreffen sind. Bemerkenswert sind ihre Brunnen, gegen hundert insgesamt. Sie haben vielfältige Formen: quadratisch, langgezogen, kreisrund oder oval wie in Fenin. Oft fließt das Wasser in ein zweites oder drittes, jeweils tieferes Becken, wobei jedes eine andere Form hat. Alle sind aus dem hellen Kalkstein des Juras.

Das Val-de-Ruz ist keine Tourismus-Region. Gerade deshalb lohnt sich ein Besuch. Es ist ein ideales und müheloses Wandergebiet voller Entdeckungen. In einigen Dörfern sind Handwerksbetriebe zu besichtigen, die nicht nur museal eingerichtet sind, sondern in denen zeitweise noch gearbeitet wird. In Le Pâquier ist es eine Dorfschmiede mit Blasebalg, in Chézard-St-Martin eine Orgelwerkstatt, in Savagnier kann man einer Töpferin zuschauen, und in Cernier warten Feuerwehrpumpen und andere Geräte auf staunende Besucher. Schließlich erzählen in einem alten Bauernhaus in Coffrane unzählige Gegenstände vom Landleben früherer Zeiten.

Der ideale Ausgangsort für eine Wanderung ist Valangin, dessen gewaltiges Schloss nach der Schlucht des Seyon unerwartet am Wege steht. Das winzige Städtchen am Fuße des Burghügels besteht aus nur zwei kurzen Häuserzeilen mit einem abschließenden Tor und wird vom Durchgangsverkehr verschont. Sowohl die Häuser aus dem 16. bis 18. Jahrhundert wie die Türme sind bernisch geprägt. Tief in den darunter liegenden Felsen wurde ein Kulturgüterraum gegraben und daneben ein Wasserreservoir angelegt, um bei einem allfälligen Brand gewappnet zu sein. Denn in den zahlreichen Räumen befindet sich seit 1894 das Historische Museum des Neuenburger Juras.

Schon 1228 sind im Hochtal sechs Pfarrkirchen genannt. Der heutige spätgotische Bau in Valangin steht außerhalb des Stadttors und ist dem Apostel Petrus geweiht. Beides hat triftige Gründe. Im Jahre 1502 geriet Claude von Aarberg bei einer Heiliglandfahrt auf dem Meer in einen fürchterlichen Sturm. Dabei gelobte er, sollte er wieder heimkommen, eine Kirche über dem Wasser zu bauen, zum Gedenken an seine Rettung und jene des Petrus, der auf dem Weg nach Rom ebenfalls in großer Gefahr war. Um das zu erreichen, ließ er den nahen Bach Sorge umleiten und errichtete darüber eine Kirche. Sie wurde 1305 geweiht und schon wenige Jahre später zu seinem Grab. In einer Nische im Chor er und seine Gemahlin Guillemette de Vergy in lebensgroßen Liegefiguren dargestellt. Vor ihnen ruht eine andere, namentlich nicht genannte, schaurige Skulptur.

Das nur mit Haut überzogene Skelett hält eine Lanze in der einen Hand. Zwölf teilweise reich verzierte Grabplatten hängen an den Seitenwänden des Kirchenschiffes. Unter den dreißig farbigen Geschlechterwappen in den gotischen Fenstern sind auch jene von Humbert-Droz, de Pury, de Pourtalès, Sandoz, Tissot und Salis- Soglio. Und natürlich dasjenige des Kirchengründers, bedeutend größer als die andern.

16 Gemeinden gibt es im Tal und ebenso viele Kirchen. Fast alle haben einen massiven Turm, der oft als Vierung in ihrer Mitte steht. Einige von ihnen sind älter als die Predigträume, in denen es vielerorts bedeutende Kunstwerke zu betrachten gibt und die, man darf es lobend erwähnen, tagsüber geöffnet sind. So überrascht in Fenin eine schön gearbeitete Tabernakelöffnung und ein ovaler Abendmahlstisch aus Jurastein. In farbigen Gewändern stehen die vorreformatorischen Heiligen Leonhard und Laurentius in den Fenstern.

An der Schiffswand zeigt Moses die Gesetzestafeln. Neben der Kirche, in malerischer Lage am Waldrand über dem Dorf, ruhen die Toten. Während in Fenin nur wenig Deutschschweizer Namen auf dem Friedhof anzutreffen sind, ruhen in Valangin Generationen von Balmer, Jaggi und Wenker. In Engollon, im Zentrum des Tales, liegen mehrere Nobs, Ruchti und Stauffer begraben. In der dortigen Kirche befinden sich die einzigen Wandmalereien im Kanton Neuenburg aus der Zeit vor der Reformation. Sie wurden erst 1923 entdeckt. An der gewölbten Decke im Chor thront Christus als Weltenherrscher. Furchterregende Tiere mit Flügeln umgeben ihn. Ein Engel ist auch unter ihnen. Sowohl Löwe, Stier und Adler wie der kleine zarte Engel symbolisieren die vier Evangelisten. An der Ost-, Süd- und Nordwand sind 16 Bilder mit Szenen aus dem Leben von Maria und Jesus zu erkennen. Besonders schön, weil noch in gutem Zustand, ist der Besuch der Drei Könige in Bethlehem.

Domus Bricil, ein Gefährte des heiligen Immer, soll das Christentum ins Tal gebracht haben. Dombresson, das nördlichste Dorf, ehrt ihn in seinem Namen. Die dortige Kirche wird schon 1178 erwähnt. Aus dieser Zeit stammt noch der wuchtige Turm. Ihm zur Seite steht der behäbige Pfarrhof von 1730. Er hat dieselbe ausladende Form wie unzählige Bauernhöfe im Neuenburger Jura. Im Gemeindewappen steht eine Korngarbe auf blauem Grund. Ein Sinnbild für das fruchtbare Tal, die Kornkammer des Neuenburgerlandes.


Weitere Informationen:

Office du Tourisme du Val-de-Ruz
Rue de l'Epervier 4
2053 Cernier
Tel. (032) 853 43 34
Fax (032) 853 64 40

 

 

 

 

 


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