Wer von Norden
kommend St. Gotthard, Lukmanier oder den Großen St. Bernhard hinter
sich gelassen hat, befindet sich im Tessin, der »Sonnenstube«
der Schweiz, denn keine andere Landschaft Mitteleuropas zählt so
viele Sonnenstunden. Wenn im Norden noch der Winter vorherrscht,
öffnen sich am Südhang der Alpen bereits die Blüten zahlreicher
Frühlingsblumen, sitzt man in Locarno unter Bogengängen an der
Piazza und blinzelt in die Sonne. Ascona ist erfüllt vom
Sprachengewirr der Fremden, die gekommen sind, um einen
vorzeitigen Frühling oder einen verlängerten Herbst zu genießen.
Der Lago Maggiore glitzert im Licht. Lugano dehnt sich mit
seinen weißen Hotelpalästen strahlend an den Ufern seines Sees
aus, überragt von der beeindruckenden Bergkulisse des Monte Brè
und Monte San Salvatore. Das Lebensgefühl ist bereits vom
Nachbarn im Süden geprägt, dennoch sind die Postbusse pünktlich
- schließlich ist man in der Schweiz und nicht in Italien.
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Das Tessin ist das Vorzimmer des
Südens und besticht durch seinen Charme, fasziniert mit seinem
Lifestyle und seiner italienischen Sprache. Jenseits der Alpen
wird man vom Süden empfangen: italienisches Flair, mildes Klima,
Palmen an sauberen Stränden, liebliche Täler, romanische Kirchen
und pittoreske Gassen, die sich auf belebte Piazze öffnen. Aber
nie ist die alpine Welt weit entfernt.
Bergtouren, die in Schnee und Fels beginnen, enden in
Kastanienwäldern, und von den Ufern streben bewaldete Hänge zu
hohen Gipfeln. Auf Alpweiden blüht der Enzian, an der
Seepromenade die Kamelie. Wer die Dolce Vita sucht, findet Ruhe
in subtropischen Gärten. Wer lieber die Nerven kitzelt, lässt
sich durch Schluchten treiben. Und wessen Sinn nach Kultur
steht, der wird ihr überall begegnen: Dichter und Künstler
fühlten sich angezogen von romantischen Landschaften,
Architekten ließen sich zu ihren kühnen Bauten von alter
Tradition inspirieren. Vergangenheit und Zukunft, Nord und Süd,
Berg und Ebene, Natur und Kultur, Stadt und Land bilden eine
faszinierende Einheit voller Gegensätze.
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Das Tessin ist der einzige
Schweizer Kanton, der sich in seiner ganzen Fülle an der
Alpensüdseite erstreckt. Der sonnenverwöhnte Landstrich
versprüht ungemein viel südliches Flair. Die Amtssprache ist
italienisch, und die Temperaturen liegen im Winter selten unter
0° Grad während sie im Sommer nicht über 30° Grad ansteigen. Die
mediterranen Einflüsse sind dem Tessin deutlich anzumerken und
bieten eine völlig andere Vielfalt als der Rest der Schweiz.
Schweizerische Qualität und italienische Gastlichkeit machen den
Aufenthalt zum Erlebnis.
Die Natur überzeugt durch eine
einmalige Fülle an Pflanzen und Blumen. Ob Oliven oder Wein,
Kamelien, duftende Mimosenbäume, Oleander oder Palmen – alles
gehört zum täglichen Bild im Tessin. Die Landschaft zeigt sich
ebenfalls von ihrer besten Seite: Wilde Berglandschaften der
Alpen, sanfte Hügel und vor allem klare Seen. Der üppig
umwachsene Lago Maggiore und der Lago di Lugano sind beliebte
Ferienziele.
Für Entdecker ist das Tessin ein
Eldorado. Entlegene Dörfer, in denen die Zeit stehen geblieben
scheint, können per Postauto erreicht werden. Jene quälen sich
über schmale Serpentinstraßen auch bis zum allerletzten Winkel
des Kantons vor. Man hat die Möglichkeit einzusteigen und
mitzufahren – also mal eine ganz andere Art zu reisen! Irgendwo
angekommen, empfängt einem die Tessiner Gastlichkeit, denn es
ist nicht unüblich Gäste mit einheimischen Spezialitäten zu
versorgen.
Kulinarische Spezialitäten gibt
es genug, wobei der italienische Einfluss auch in diesem Bereich
deutlich macht und regelrecht zu schmecken ist. Feinschmecker
haben die Tessiner Küche mittlerweile entdeckt – es gibt
zahlreiche gute Restaurants, auch in abgelegenen Dörfern. Ob
Risotto mit Safran, Polenta oder eine dicke, frische Minestrone,
Zabaione oder frischer Alpkäse – die Würze liegt in der Vielfalt
der Küche.
Dazu passt hervorragend der
Merlot del Ticino, der beste und eleganteste Schweizer Wein. Der
Rotwein mit seiner brillanten Farbe wird seit Anfang des 20.
Jahrhunderts im Tessin angebaut. Heute ist die Weinproduktion
einer der bedeutendsten Wirtschaftszweige des Kantons.
Locarno und Ascona
Beide Städte liegen am reizvollen
Nordufer des Lago Maggiore, getrennt lediglich durch den Fluss
Maggia. Der 15.000 Einwohner-Ort Locarno ist das bedeutendste
Touristikzentrum des Tessins, Ascona hingegen hat sich zum Mekka
der Reichen und Schönen gemausert. Obwohl beide Orte sehr auf
Touristen eingestellt sind, hat sich vor allem der 5.000-Seelen
Ort Ascona sein Flair des einstigen Fischerdorfes erhalten. Enge
Gassen mit Boutiquen und einer autofreien Seepromenade geben dem
Ort eine überaus liebliche Atmosphäre.
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Auch Locarno verfügt über eine
intakte Altstadt. Auf dem großen Piazza befinden sich zahlreiche
Cafés und Restaurants. Am Abend finden dort häufig Konzerte oder
Filmvorführungen statt. Ansonsten gibt es in Locarno alles, was
das Urlauberherz begehrt. Diskotheken, Kinos, Bars und
Nightclubs – für jeden Geschmack ist gesorgt. Der Mittelpunkt
ist natürlich der Lago Maggiore. Die guten Windverhältnisse
machen ihn zum Eldorado bei Seglern und Surfern. Im Sommer ist
der See geradezu voll mit bunten Segeln. Badefreuden werden aber
dadurch nicht getrübt. Naturbäder entlang des Sees gibt es
genug, so dass eigentlich jeder sein Platz finden dürfte. Für
Ausflüge stehen Schiffe zur Verfügung, die die Besucher über den
See kutschieren.
Bellinzona
Die 18.500 große Hauptstadt des
Kanton liegt im Süden des Tessin. Nirgendwo sonst wird die Nähe
zu Italien so deutlich wie in Bellinzona. Die Burgenstadt
verfügt über zahlreiche historische Überreste aus dem
Mittelalter. Die mächtigen drei Burgen Castello Grande, Castello
Montebello und Castello Sasso zeugen von heftigsten Kämpfen im
Mittelalter. Die Burgen prägen das Stadtbild und zählen zu Recht
zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Castello Grande befindet sich
inmitten der Stadt auf einem mächtigen Felsplateau. Alle drei
Bauwerke können besichtigt werden.
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Zwischen der Castello Grande und
der Castello Montebello ist die attraktive Altstadt beheimatet.
Prächtige Bürgerhäuser aus dem 15. Jh. und Häuser des
Neorenessancestils säumen die Straßen Bellinzonas. Die Stadt
bietet hervorragende Einkaufsmöglichkeiten. Jedes Jahr zur
Karnevalszeit wird in der Stadt groß gefeiert. In der voll
geschmückten Stadt ziehen dann farbenfrohe Wagen durch die
Straßen und unterstreichen die italienische Lebensart. Blues
Fans haben im Sommer die Möglichkeit, beim Openair Festival
ihrer Lieblingsmusik zu lauschen. Das findet jährlich auf der
Piazza statt.
Lugano
Die heimliche Hauptstadt des
Tessin liegt in einer malerischen Umgebung am Nordufer des
Luganer Sees. Eingebettet zwischen den beiden Bergen San
Salvatore und Monte Bré ist Lugano das Wirtschaftszentrum des
Kanton. Der Monte San Salvatore gilt als „Zuckerhut“ Luganos und
ist vom im Süden gelegenen Villenort Paradiso mit der
Standseilbahn aus zu erreichen. Lugano verfügt über eine
malerische Altstadt in der sich wunderbar bummeln lässt. Der
Piazza della Riforma verfügt über zahlreiche Cafés, in denen
sich gerade im Sommer nett sitzen lässt. Der Capuccino schmeckt
dort besonders gut!
Für Kunst und Kulturliebhaber hat
Lugano eine Menge zu bieten. Außer den traditionellen Winzerfest
im Herbst, lockt alljährlich das Musikfestivals Jazz- und
Klassikliebhaber aus aller Welt an. Ebenso gibt es viele moderne
architektonische Gebäude, die bewundert werden können - In
Lugano wurde verwirklicht, was anderswo nicht passte. Lugano
erwacht im Sommer erst am späten Abend aus dem
Dornröschenschlaf. Die Stadt verwandelt sich dann innerhalb
kurzer Zeit in eine lebhafte und freudige Metropole.
Sportlich steht der Lago di
Lugano mit seinen Strandbädern natürlich an erster Stelle. Aber
auf dem zweiten Blick gibt es ein nettes umfangreiches Angebot.
Für Radler und Nichtradler sei die 27 Kilometer lange
Fahrradtour entlang der Riva San Vitale und der San Pietro zu
empfehlen. So lernt man den Lago di Lugano von einer ganz
anderen Seite kennen. Die Strecke ist sehr abwechslungsreich.
Kabinenbahn, Steinbrüche und das Kurhaus begegnen einem auf der
Tour.
Nettes Ausflugsziel ist das
kleine Städtchen Gandria östlich von Lugano. Die Reste des
ehemaligen Schmugglerdorfes sind noch gut erhalten. Die Häuser
sind eng an den Felsen gebaut und kleine enge Gassen, mit netten
Boutiquen machen das Bummeln zum Genuss. Gerade handwerkliche
Läden, mit Töpferware und Textilien ziehen die Besucher an. Man
sollte nur aufpassen, das man sich in dem Gewusel an Treppen und
Gassen nicht verläuft – das nämlich kommt auch heute noch häufig
vor! Wer in Lugano verweilt und ein wenig Zeit hat, sollte einen
Abstecher ins 50 Kilometer entfernte Mailand machen. Die
italienische Metropole ist mit ihrer berühmten Scala und ihren
schicken Restaurants auf jeden Fall einen Besuch wert.
Centovalli und Onsernone
Die noch unberührte und
ursprüngliche raue Tessiner Bergwelt Centovalli heißt soviel wie
„Hundert Täler“. Das Centovalli und Onsernone befinden sich
westlich von Locarno und bestechen durch saubere Bergbäche und
einsame Dörfchen, die sich auf einzelnen Terrassen angesiedelt
haben. Das Onsernonetal zweigt in Intragna, dem Hauptort des
Centovalli, in Richtung Norden ab. In den Tälern ist noch das
ursprüngliche Tessin mit alten Steinhäusern, schlanken
Kirchtürmen und üppiger Natur zu bewundern. Mit der Bahn kann
man in die Täler gelangen, aber man sollte Zeit mitbringen, denn
der Zug fährt auf der äußerst kurvenreichen Strecke eine
Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h! Im Tal angekommen erfüllen
sich Wanderfreuden. Ein langes Netz führt durch die Täler und
über Bergrücken zu abgelegenen Orten. Bis hin an die
schweizerisch-italienische Grenze kann gewandert werden, dann
geht das Centovalli zu Ende, und das italienische Valle Vigezzo
beginnt.
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