„Piz Gloria“, so
hieß er nur im Film. Doch das Schilthorn ist wegen seines
„anderen Namens“ ein weltweit bekannter Gipfel geworden: Es ist
der James-Bond-Berg.
Die Kulisse am Schilthorn faszinierte nicht nur James Bond,
jedes Jahr kommen Tausende zum Drehrestaurant auf den 2970 Meter
hohen Berg, um den traumhaften Rundblick zu genießen.
Das Restaurant dreht
sich in 55 Minuten um seine eigene Achse und lässt das
großartigste Naturschauspiel des ganzen Alpenmassivs Revue
passieren. Jura, entlang der Berner Alpen bis zum Montblanc
entfaltet sich ein unendlicher Wechsel von Bergen, Tälern und
Seen.
Selbstverständlich
darf der Wodka-Martini nicht fehlen. Es mag skurril sein, 2970
Meter über dem Meer im Drehrestaurant auf dem Schilthorn nach
einem solchen Drink zu fragen, aber die Kellner bedienen solche
Wünsche mit gelassener Routine. Sie servieren lässig Champagner
als Teil des beliebten James-Bond-Frühstücks, also reichen sie
auch geschüttelten Wodka-Martini. Die Gäste wünschen so etwas
auf einem Berg der als JamesBond-Berg bekannt ist. Das
Schilthorn ist einer der niedrigeren Gipfel in der Region um das
weit höhere Jungfraujoch, aber deshalb bekannt, weil hier der
Film „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ gedreht wurde, ein
Bond-Streifen der ausgehenden Sechziger.
Telly Savalas,
später Glatzkopf Kojak in den Straßen von Manhattan, jagt als
Bösewicht Blofeld Bond-Darsteller George Lazenby hinterher,
dieses Mal auf Skiern. Die Kamera verfolgt die wilde Hatz durch
den Schnee hinunter in Richtung des Örtchens Mürren, spektakulär
und dramatisch. Die Stunts wurden übrigens von einheimischen
Skifahrern gespielt. Häufig sitzen Skifahrer, Wanderer und
andere Gäste im 140-Grad-Kino unterhalb des Drehrestaurants und
schauen sich die Sequenzen an, die hier für den sechsten
Bond-FiIm gedreht wurden.
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Mutige Skiakrobaten
rasen vom Schilthorn hinab, verfolgen Bond auf der Flucht vor
Blofeld, der auf dem Berg ein als Sanatorium getarntes Labor
aufgebaut hat. Bond stört die Vorhaben, also muss der Brite
beseitigt werden, mit Lawinen oder auf dieser Skiabfahrt. Es
geht tollkühn den Berg hinab, und draußen, im echten Schnee,
wirkt es, als kämen einige Touristen auf die Pisten am
Schilthorn, um die Jagd nachzuspielen. Zumindest fahren sie
entsprechend waghalsig; es sieht aus wie bei der brutalen
Lauberhorn-Abfahrt, die immer im Januar drüben in Wengen
ausgetragen wird. Wenn man bei den Einheimischen herumfragt, wer
damals im Film mitgespielt hat, war fast jeder dabei.
Bond-Film ist ein
Begriff, ein Inbegriff des Positiven. Für die Region ums
Schilthorn, für die Betreiber-Gesellschaft von Restaurant und
Bahn sowie für die umliegenden Ortschaften war es ein
Glücksgriff‚ dass die englischen Produzenten Broccoli und
Salzmann im Winter 1967/68 im kleinen Bergort Mürren
auftauchten. Erst wenige Monate zuvor war die Seilbahn in
Betrieb genommen worden, die Bauarbeiten am Drehrestaurant
hatten erst im Sommer 1967 begonnen.
Der rundum verglaste
Bau überzeugte die Produzenten, das perfekte Szenario gefunden
zu haben: einen außergewöhnlichen Berg, ein raues, zugleich
bezauberndes Panorama mit Eiger, Mönch und Jungfrau in Sichtnähe
sowie ein Gebäude, das weder fertiggestellt noch als
Ausflugsziel bekannt war. Zum guten Schluss des Films wurde das
Haus auf dem Gipfel, der im Film den Namen „Piz Gloria“ trug,
fiktiv in die Luft gesprengt. Es war der Beginn einer
touristischen Laufbahn.
Einen besseren Start
als den Bond-Film hätte sich die Region nicht wünschen können.
Viele Fans aus aller Welt zieht es in den stillen, in
Holzbauweise daherkommenden Ort. Mürren beheimatet mit dem
großen Anfi Pallace zwar ein Hotel, das als altehrwürdiger
Unterschlupf mit großem Barocksaal auch irgendwo an der
italienischen Riviera stehen könnte, ist aber trotz des touristischen
Einschlags ein klassisches Bergdorf.
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Mürren ist der
höchstgelegene Ort im Kanton Bern, hat eine eigene Primarschule
und einen Kindergarten. Es ist ein autonomes Dorf, das vom
Tourismus lebt. Noch heute sind die 400 Einwohner dankbar, dass
Ende der Sechziger die Briten ihrem Leinwandhelden auf dem
Schilthorn ein Denkmal setzten. Beim Rundgang durch den auf 1640
Metern gelegenen Ort stößt man auf die Statue von Sir Arnold
Lunn. Lunn brachte 1922 die Britten als Skifahrer nach Mürren
und organisierte hier 1931 die erste alpine Weltmeisterschaft.
Die englischen Damen wurden damals in einer Art Sänfte den Berg
hinaufgetragen. 800 Meter Höhendifferenz waren zu überwinden,
die heute per Bahn gemeistert werden. Diese 007-Bahn bringt
BondFangruppen wie Skifahrer hinauf auf den 007-Berg. Sie
chauffiert Fotomodels und Filmteams zu ihren Aufnahmen vor
einzigartiger Kulisse und 40.000 Gäste pro Jahr.
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Mürren gegenüber
liegt das Panorama von Eiger, Mönch und Jungfrau im Abendlicht.
Die Skifahrer haben ihre Bretter längst Richtung Hotel getragen,
es ist still geworden in Mürren. Sanftes, orange-rosa Licht
macht sich auf den Felsen breit, Alpenglühen, als hätte jemand
ein Lämpchen angeknipst. Ein Bild, das auch Mr. Bond gefallen
dürfte, wenn er oben im Drehrestaurant vor der Panoramascheibe
stehen würde, die Welt gerettet, eine Liebste im Arm.
Weitere Informationen:
Schilthornbahn AG
Hoeheweg 2
3800 Interlaken
++41 33 82 60 007
++41 33 82 60 009
info@schilthorn.ch
www.schilthorn.ch
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