Der Monte San
Giorgio im Südtessin an der Grenze zu Italien ist nicht nur bei Fachleuten und
interessierten Laien, sondern auch bei einem breiteren Publikum als "Berg der
Saurier" bekannt. Die fossilreichen Schichten sind schon im letzten Jahrhundert
bei Besano auf italienischem Gebiet entdeckt und von Mailänder Wissenschaftern
untersucht worden. Beim bergmännischen Abbau von "Ölschiefer" kamen immer wieder
Reste von Fischen und Reptilien zum Vorschein.
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Der Berg Monte San Giorgio liegt zwischen den südlichen Ausläufern (Porto
Ceresio und Riva San Vitale) des Luganersees. Er ist 1'097 Meter hoch und von
seinem Gipfel aus genießt man einen prachtvollen Ausblick. Dreht man den Kopf
nach Nord-West, hat man eine schöne Aussicht auf den Luganersee (insbesondere
auf die Gegend um Morcote) und im Hintergrund erkennt man den Monte Lema und die
Alpen.
Schweift der Blick nach Osten, erkennt man den steilen Hang des Monte Generoso,
während sich auf der Südseite das lombardische Flachland ausbreitet.
Der
weltweit außergewöhnliche Wert des Monte San Giorgio liegt in den 230 bis 245
Millionen Jahre alten fossilführenden Schichten aus dem geologischen
Zeitabschnitt Mitteltrias. Ruhige Ablagerungsbedingungen und sauerstoffarme
Verhältnisse in dem Gebiet führten zu sehr gut erhaltenen Fossilien in fünf
übereinander liegenden Schichten, an denen sich die Entwicklungsgeschichte
verschiedener Gruppen von Meerestieren studieren lässt. Bislang wurden über
10'000 Exemplare gefunden, darunter 30 Reptilienarten, 80 Arten von Fischen,
ungefähr 100 Arten von Wirbellosen sowie zahlreiche Mikrofossilien.
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Forschungen am Monte San Giorgio betreiben seit über 150 Jahren vor allem die
paläontologischen Institute der Universitäten Zürich und Mailand. Ausgrabungen
werden vom Kanton Tessin nur zu wissenschaftlichen Zwecken bewilligt. Obwohl der
Fossilreichtum des Monte San Giorgio seit langem weltweit bekannt ist,
konzentrieren sich die Funde auf die paläontologischen Museen in Zürich, Lugano
und Mailand. Einige Objekte werden auch im Museo dei Fossili in Meride gezeigt.
Nebst reichen und gut erhaltenen Fossilfunden bietet der Monte San Giorgio auch
andere Naturwerte. So wurden dort über 550 Pilzarten nachgewiesen sowie drei
Arten von Spinnen entdeckt und erstmals wissenschaftlich beschrieben; hinzu
kommt eine reichhaltige insubrische Flora (z. B. Magerwiesen).
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Ein flächendeckendes Netz von Wegen verbindet die Gemeinden
der sogenannten San Giorgio Region. Von Brusino erreicht man bequem mit der
Seilbahn die Aussichtsterrasse des Serpiano (650 m.ü.M.). Von
hier aus besteht die Möglichkeit in 30 Gehminuten über einen leichten Weg zur Alm von Brusino
zu wandern. Kennzeichen dieses Ortes sind die jahrtausendenalten Kastanienbäume,
deren Stämme völlig hohl sind. Zur Bergspitze auf 1'097 Metern
Höhe sind es dann etwa anderthalb Stunden Gehzeit.
Beginnt man die Wanderung zur Spitze in Riva San Vitale, gestaltet sie sich
etwas anspruchvoller (3 Stunden). Mit Riva San Vitale in Verbindung steht die
Legende des Seligen Manfredo, eines Einsiedlers adligen Ursprungs. Dieser hat
wahrscheinlich im Laufe des 13. Jahrhunderts in absoluter Einsamkeit auf der
Bergspitze gelebt. Dem Asketen schreibt man die Wunder zu, die in den prächtigen
Gemälden der Pfarrkirche von Riva San Vitale dargestellt werden. In der Kirche
wird außerdem der Leichnam des Heiligen aufbewahrt. Dieser wird jedoch nur zu
besonderen Anlässen ausgestellt.
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