Der Monte Rosa ist mit 4673 Metern der zweithöchste Berg der
Alpen. Dieses gewaltige Bergmassiv bietet mit seinen Gletschern
ein nahezu unerschöpfliches Wasserreservoir und damit die
Lebensgrundlage für viele Menschen im Tal der Sesia.
Je nach Zählweise
werden ca. zehn Gipfel zum Monte Rosa gerechnet. Neben der
Dufourspitze umfasst er mit dem Nordend (4609 m), der
Zumsteinspitze (4563 m), der Signalkuppe (4556 m), der
Parrotspitze (4432 m), der Ludwigshöhe (4341 m), dem Schwarzhorn
(4321 m), der Vincentpyramide (4215 m), dem Balmenhorn (4167 m)
und der Punta Giordani (4046 m) Gipfel, welche zu den höchsten
der Alpen gehören. Nur das Mont-Blanc-Massiv ist noch höher,
jedoch geringer an Bergmasse. Das Monte-Rosa-Massiv ist somit -
wenn man nur die Region über 4000 m betrachtet - das mächtigste
Bergmassiv der Alpen.
Der Monte Rosa
dominiert das ganze westliche Oberitalien und hat daher auch
seinen Namen. Von der Schweiz aus ist er kaum sichtbar,
ausgenommen von den Bergen des Tessin und natürlich von den
Höhen über Zermatt. Die Italiener zählen zum Teil auch den
Liskamm noch zum Monte Rosa, da er von Südosten her weniger vom
Massiv getrennt scheint als von Nordwesten her.
Die von der
Schweiz am besten sichtbare Dufourspitze trug früher den Namen
Gornerhorn, wurde aber zu Ehren des Schweizer Generals Henri
Dufour umbenannt.
Beachtenswert ist
die Nomenklatur im Bereich des Monte Rosa. Das Massiv selbst hat
einen italienischen Namen. Ein deutscher Name existiert offenbar
nicht. Dagegen haben die Einzelgipfel samt und sonders deutsche
Namen, wobei nur in Einzelfällen italienische Namen existieren,
vor allem nachträgliche Italianisierungen. Das gilt auch für die
ganz auf italienischem Boden liegenden oder von dort
erschlossenen und benannten Gipfel Zumsteinspitze, Balmenhorn
und Vinzenzpyramide sowie für den Liskamm, ferner für die
Anhängsel Fillarhorn, Jägerhorn und Punta Grober. Hintergrund
ist offenbar, dass der Monte Rosa seit dem Mittelalter
ringsherum von deutschsprachigen Walsern bewohnt war, die den
einzelnen Spitzen ihre Namen gaben, während das Massiv als
solches vor allem aus dem italienischen Unterland in Erscheinung
tritt.
Bis fast in unsere Tage fand man im
Berg Gold, Silber und Kupfer, noch heute wird Feldspat abgebaut; die Almen und
Hochtäler, vor gut 700 Jahren von Walsern erschlossen und besiedelt, dienen
heute der Milchwirtschaft; im Sommer wie auch im Winter kann man Skifahren oder
hochalpine Touren unternehmen. In Varallo, dem Hauptort in der Mitte dieses
wenig bekannten piemontesischen Tales an der Grenze zur Lombardei, steht der
Sacro Monte, der „heilige Berg“, auf dem 600 lebensgroße Figuren und unzählige
Freskofiguren das Leben Jesu nachstellen. Diese „Bibel für Analphabeten“ in
„3-D-Supercinemascope“ wurde von den berühmtesten Künstlern des Sesia-Tals vom
Ende des 15. bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts geschaffen.
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