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MATTERHORN


    König der Schweizer Berge

 

Im Monte Rosa Bergmassiv der Walliser Alpen ragt die Dufourspitze, mit sagenhaften 4633 Metern der höchste Berg der Schweiz, in den Himmel. Der französische Mont Blanc ist noch ein Stückchen höher - stolze 4809 Meter hoch und damit der höchste Berg der Alpen. Der berühmteste Berg der Schweiz ist und bleibt jedoch das Matterhorn! Das Matterhorn kennt einfach jedes Kind.

Das Matterhorn steht bildlich gesprochen, zwischen der Schweiz und Italien. Auf der Schweizer Seite liegt der Ort Zermatt unmittelbar unter dem Matterhorn, auf italienischer ist es Breuil-Cervinia. Mit seinen 4478 Metern Höhe ist das Matterhorn einer der höchsten Berge der Alpen. Vor allem wegen seiner markanten Spitze ist das Matterhorn bei Touristen aus aller Welt bekannt und beliebt. Den besten Ausblick auf den 4000er hat man vom Nordosten, wo auch die meisten Postkartenfotos gemacht werden.

Das Matterhorn, oder das "Horu", wie die Einheimischen ihn liebevoll nennen, gilt unter Bergsteigern bis heute als Herausforderung. Wer kein geübter Bergsteiger ist, kann, Kondition und die richtige Ausrüstung vorausgesetzt den Berg immerhin bis zur Hörnli - Hütte erklimmen. Diese liegt auf 3260 Metern.

Wer kein passionierter Bergsteiger ist, das Matterhorn aber gerne sehen und fotografieren möchte, fährt auf das Klein Matterhorn (3883 m). Von der Aussichtsplattform eröffnet sich das atemberaubende Alpenpanorama. Mehr über die Entstehung und die Erstbesteigung des Matterhorns, sowie über die Entwicklung des Dorfes Zermatt erfahren interessierte Besucher im Matterhorn Museum in Zermatt.

Aufgrund seiner Höhe verschwindet das Matterhorn allerdings an vielen Tagen in einer Wolkendecke, etwas Glück sollte man also mitbringen, so man den Berg in seiner vollen Pracht bestaunen möchte. Die Besteigung des Matterhorns ist über verschiedene Routen möglich, sollte jedoch nicht unterschätzt werden: Klettererfahrung, eine gute bis sehr gute Kondition und die richtige Kletterausrüstung sind wichtige Voraussetzungen. Wer es bequemer mag, kann vom Ferienort Zermatt aus mit einem Sessellift dem Matterhorn näher kommen. Vor der Abfahrt kann aus verschiedenen Fahrtzielen gewählt werden. Besonders interessant ist die Auffahrt zum Rothorn, welches über 3100 Meter über dem Meeresspiegel liegt und von welchem man einen besonders guten Ausblick auf das Matterhorn hat.

Hat man sich am atemberaubenden Alpenpanorama satt gesehen, geht es wahlweise mit dem Lift wieder nach unten (Fahrzeit etwas über fünf Minuten) oder auf einem ausgeschilderten Wanderweg auf den Gipfel des Oberrothorns, welches mit 3415 Metern dem Matterhorn noch ein Stück näher liegt. Gutes Schuhwerk und etwa drei Stunden Zeit sollte man für die schöne Wanderung mitbringen, der traumhafte Blick auf das Matterhorn entschädigt für alle Strapazen.


 

Der Kampf ums Matterhorns


1857
 

Es begann im Hochsommer 1857, von Breuil (I) aus. Jean-Jacques Carrel, Jean-Antoine Carrel und Amé Gorret versuchen das Matterhorn zu besteigen. Sie wollen über den Tête du Lion (3723 m) zum Matterhorn vorstoßen. Aber auf dem Tête du Lione kommt für sie das Ende, für ihr Können fällt der Grat viel zu steil ab. Umkehren ist angesagt.

1858
J.J und J.A.Carrel steigen erneut von Breuil (I) gegen das Matterhorn. Diesmal umgehen sie den Tête du Lione , steigen direkt in den Sattel, der später Col du Lion getauft wird. Auf ca. 3800 Meter stoßen sie erneut auf einen steilen Absatz, diesmal über Ihnen. Sie werden wieder zur Umkehr gezwungen.

1860 Breuil (I)
Auch die Engländer greifen ins Geschehen ein. Mit Johan Tyndall, Hawkins und dem Oberwalliser Führer Bennen, engagieren sie J.J.Carrel. Sie stoßen im ersten Versuch bis zum Grossen Turm vor und waren damit fast 200 Meter höher als die Carrels zwei Jahre zuvor.
1860 Zermatt (CH)
Die drei Brüder Parker kommen bei ihrem ersten Versuch auf 3600 Meter, im darauf folgenden Jahr noch etwas höher.


1861

Ein neuer Mann legt Hand an das Matterhorn. Der 21 jährige Edward Whymper unternimmt von Breuil (Italien) aus die ersten Besteigungsversuche.

Am Ende des vierten Jahres standen die Höhenquoten des Wettlaufs so:

                      1. J.A. und J.J.Carrel - 4032 Meter

                      2. J.Tymdall - 3960 Meter

                      3. E.Whymper - 3855 Meter
 

1862
Edward Whymper ist, früh im Juli, als erster auf dem Platz. Mit seinem Begleiter kommt er nahe an den Punkt heran, den die beiden Carrels im Vorjahr erreicht haben. Nachdem seine Begleiter der Mut verlässt und diese umkehren, geht er alleine und übertrifft den Höhenrekord der Carrels um 50 Meter. Unter der Tête do Lion rutscht der Pionier aus, purzelt sechzig Meter eine Schneerinne hinunter und bleibt mit den Kleidern an einem Felsblock hängen. Er verletzt sich aber nur leicht.
Zwei weitere Angriffe aufs Matterhorn unternimmt der halbwegs wiederhergestellte Whymper. Zuerst mit Carrel, dann mit dem Buckligen Luc Meynet. Aber beim ersten Mal zwingt das Wetter, beim zweiten Mal eine grifflose Wand zur Umkehr.
Dann ist Johan Tyndall mit Bergführer Bennen, Anton Walter, J.A. und J.J.Carrel an der Reihe. Aber sie kamen nur bis zum Vorgipfel,  der nach seinem Erstbesteiger (Tyndall) benannt wurde.

1863
Noch ehe der Sommer richtig begann, erscheint Whymper wieder im Valtournache. Am Matterhorn liegt noch viel Schnee und um die Wartezeit zu verkürzen , unternimmt Whymper mit J.A.Carrel eine Wanderung rund um den Berg. Nach einer Woche sind sie zurück in Breuil., beide sind der Meinung, der trotzige Gipfel könne nur von hier bezwungen werden. Sonderbar; auf ihrem Weg durch das Zmutttal hätten sie erkennen sollen, das nicht nur der Nordostgrad sondern auch der Zmuttgrad sich keineswegs abweisend präsentieren. Carrel war sicher nicht der richtige Mann zur Suche eines neuen Weges. Für Ihn war klar: Von Italien aus, durch einen Italiener, so muss der Gipfel bezwungen werden.
Sie entschieden sich, es nochmals mit einem Angriff vom Col du Lion aus zu versuchen. Whymper, die beiden Carrels, Luc Meynet und zwei Träger. Doch schon am ersten Tag verbündet sich das Wetter mit dem Berg, so das sie am zweiten Tag zur Umkehr gezwungen wurden.

1864
Herrschte vollkommene Ruhe am Matterhorn. Es war aber nur die Stille vor dem Sturm. Der neugegründete Club "Alpino", plante mit Carrel den größten Triumph des Alpinismus.

1865
Die Erstbesteigung war damals eine Sensation und zugleich eine Tragödie. Zwei Seilschaften versuchten den Gipfel für sich zu Gewinnen. J.A.Carell von der italienischen Seite her aus Breuil.
Der Engländer Edward Whymper von der schweizerischen Seite her aus Zermatt. Am 14.Juli 1865 gelang dem Engländer Edward Whymper, Lord Francis Douglas, Charles Hudson und Hadow mit den Führern Peter Taugwalder (Vater und Sohn) und Michel Croz die Erstbesteigung des 4478m hohen Gipfel des Matterhorns. Nachdem er fünf Jahre lang vergebens von der italienischen Seite her versuchte das Matterhorn zu bezwingen, startete er im sechsten Jahr von Zermatt aus und erklomm den Gipfel als Erster. Er erreichte sein Ziel vor dem Italiener J.A.Carell, der von der italienischen Seite her zwei Tage früher startete. 200 m vor dem Gipfel kehrte J.A.Carell mit seiner Seilschaft um, da er sah das E. Whymper bereits den Gipfel für sich in Anspruch nahm.

1868
Erste Schutzhütte am Matterhorn in ca. 3800 m ü. M., erbaut von Hotelier Seiler und der Sektion Monte Rosa des SAC.
Erste Überschreitung des Matterhorns von Breuil (I) nach Zermatt (CH) durch J.Tyndall mit J. und D.Marquinaz

1871
Erste Damen am Matterhorn sind Miß Lucy Walker (Besteigung) und Miß Brevoort (Überschreitung)

1880

Errichtung der unteren (heutigen) Hörnlihütte am Matterhorn 3260 m ü. M. (1915 erweitert)

1890

Whympers Konkurrent und Gefährte Jean Antoine Carrel, stirbt mit 62 am Matterhorn nach einer missglückten Matterhorntour an Erschöpfung.

1911
Edward Whymper stirbt 71-jährig in Chamonix.

1915
Bau der Solvayhütte am Matterhorn auf 4003 m ü. M.
 

Die Gletschergrotte ist die Attraktion am Kleinen Matterhorn. Ein Besuch ist absolut empfehlenswert!

In den Gletscher ist nach aufwendigen Messungen der Statik und der Gletscherbewegung ein langer Stollen Vorgetrieben worden. Auf dem Weg in die Grotte kommt man durch eine kleine sehr schöne Kapelle mit einer Madonna. In der Grotte findet man Informationstafeln zur Entstehung der Gletscher und Gletscherspalten, sowie zur Bergrettung und zur Entstehung der Gletschergrotte. Außerdem gibt es viele tolle Eisskulpturen zu bewundern. Alle Eisformationen sind wunderschön beleuchtet und im Hintergrund läuft Musik, die die mystische Stimmung in der Grotte hervorragend untermalt.
Der Eintritt ist frei und ein Besuch der höchstgelegenen Aussichtsplattform Europas auf dem Klein Matterhorn sollte bei diesem Ausflug nicht fehlen.

 
Zermatt bietet ein unerschöpfliches Wandergebiet. Ausgedehnte, markierte Spazier- und Wanderwege (400 km) führen durch duftende Bergwälder, zu stillen Alpenseen und in die Regionen der Gletscher. Die Bergbahnen erleichtern den Weg in die höher gelegenen Wandergebiete. Zahlreiche Berghütten und Restaurants laden zum gemütlichen Verweilen ein. Umgeben von 38 Viertausendern ist Zermatt seit jeher das Ziel von Bergsteigern aus aller Welt.

 

 

 

 

 


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