Das Jungfraujoch ist mit 3471 m ü. M. der tiefste Punkt im
Verbindungsgrat zwischen dem Mönch und der Jungfrau in den
Berner Alpen, auf der Grenze zwischen Bern und Wallis. Das Joch
ist weit und stark überfirnt. Aufgrund der starken Erwärmung der
Atmosphäre sinkt das Joch jedes Jahr im Schnitt einige Dezimeter
ab. Das Jungfraujoch ist eines der bedeutendsten Reiseziele in
der Schweiz, besonders für Touristen aus dem Fernen Osten.
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Etwa 600 m östlich des Jochs
erhebt sich die Sphinx, eine markante kleine Spitze mit einer Höhe von 3571 m.
Sie trägt eine Aussichtsplattform und ein wissenschaftliches Observatorium
(Sphinx-Observatorium). In ihrem Innern befindet sich auf 3454 m Höhe die
Endstation der Jungfraubahn, des höchstgelegenen Bahnhofs Europas (daher der
Beiname Top of Europe). Durch einen Stollen gelangt man von hier aus auf die
Walliser Seite und zum Aletschgletscher. Ein Lift führt auf den Gipfel der
Sphinx. Ein üblicherweise für Spaziergänger präparierter Weg führt vom
Jungfraujoch zur Mönchsjochhütte. Beim Jungfraujoch selbst gibt es für Besucher
keine Übernachtungsmöglichkeit.
Als Übergang für Fuss- oder Skitouristen vom Berner Oberland ins Wallis oder
umgekehrt besitzt das Jungfraujoch praktisch keine Bedeutung. Der Weg vom Wallis
über den Aletschgletscher hinauf ist – von der Spaltengefahr im Jungfraufirn
abgesehen – leicht. Der Aufstieg vom Berner Oberland her ist jedoch eine ernste
Hochtour.
Eine Fahrt zum Gipfel
Dies ist der Blick zur Jungfrau
während der Fahrt zum Jungfraujoch.
Hier ist die "Kleine
Scheidegg" zu sehen. Sie ist ein touristisch wichtiger Punkt, da
hier die Bahnen von/nach Grindelwald, Wengen, Lauterbrunnen und
auf das Jungfraujoch halten. Er wird auch als Stützpunkt für die
Eigerwand-Expeditionen und für viele Wandermöglichkeiten
genutzt.
Blick aus der
Eigernordwand nach Grindelwald hinunter.
Der zweite Stopp mit
Blick aus dem Panoramafenster auf die Gletscherbrocken.
Die Sphinx
auf dem Jungfraujoch. Man sieht die astronomische Kuppel sowie
die Aussichtsplattform. Man hat freien Blick nach allen Seiten!
Dahinter ist der große Aletschgletscher zu sehen.
In den
Aletschgletscher hinein hat man eine Höhle, den "Eispalast",
gefräst, in der man umherlaufen und Eisfiguren betrachten kann.
Hier ist nochmals
die Kleine Scheidegg vom Jungfraujoch aus zu sehen. Nach links
unten verläuft die Bahn ins Lauterbrunnental nach Wengen und
Lauterbrunnen. Die kleine Spitze am oberen Bildrand ist das
Lauberhorn, von wo das weltberühmte Lauberhorn-Skirennen nach
Wengen stattfindet.
Der große
Aletschgletscher vom Jungfraujoch aus gesehen. Die Farben des
Bildes lassen erahnen, was man dort oben empfindet.
Streckenverlauf
Sehenswürdigkeiten auf dem
Jungfraujoch:
- Eispalast
- Ice Gateway
-
Sphinx-Aussichtsterrasse
- Plateau mit
Spazierwegen im ewigen Schnee
-
Gletscherrestaurant "Top of Europe"
- Sommer Ski und
Snowboard Park
-
Polarhunde-Schlittenfahrten
- Adventure
Angebote im Sommer, wie Tyrolienne, Snow Disk usw.
- Alpine
Forschungsausstellung
,,Nur"
das Joch und nicht den Jungfraugipfel
Die Ingenieure, die einst
Trassen und Tunnels bis hierher (Jungfraujoch) trieben, segnen
alle längst das Zeitliche; die Jungfraubahn erreichte ihr Ziel
im August 1912 - Höhepunkt damals in der Epoche des
Aussichtsgipfelstürmenden Zahnradbahnenbaus quer durch die
Alpen. Ehe sie gelegt werden konnte, waren freilich die
Pioniertaten anderer Männer vonnöten, denn der Traum, eine Bahn
von Interlaken in den ewigen Firn zu führen, stammte schon aus
dem Jahr 1870, als sich der Wirt des dortigen Hotels Jungfrau
damit zu beschäftigen begann.
Kein Zug erreichte dazumal die
Metropole des Berner Oberlandes, Kutschen brachten die reichen
Fremden von den Schiffen, auf denen sie über den Thuner See oder
den Brienzer See her nahten. Und nicht allzu weit entfernt, am
Vierwaldstätter See, war soeben die erste Zahnradbahn Europas in
Betrieb genommen worden, die auf den Rigi. Doch da lag nur im
Winter Schnee, und die Idee, Touristen hier doppelt so hoch
hinauf in die phantastische Welt der ewigen Gletscher zu hieven,
hatte wohl etwas Verlockendes.
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Dennoch dauerte es noch lange
Jahre, ehe die erste Gesellschaft mit solider finanzieller
Grundlage eine Konzession erhielt und zur Tat schritt - die BOB,
die mit meist italienischen Arbeitern binnen dreizehn Monaten
zwei Strecken von Interlaken nach Lauterbrunnen und in
Zweilütschinen davon abzweigend nach Grindelwald legten,
festliche Eröffnung gemeinsam im Juni 1890. Vier Fünftel dieser
insgesamt 23,4 km Gleislänge wurden wie jede normale
Schienenstraße als Reibungsbahn oder Adhäsionsbahn gebaut, der
Rest an den etwas steileren Etappen erhielt ein Zahngestänge, in
das Zahnräder griffen. Und schon war auch die Konzession erteilt
für die nächste Gesellschaft, die WAB, die sich unterfing, die
nunmehr längste Zahnradbahn Europas in Angriff zu nehmen, die
jetzt 19,1 km weit von Lauterbrunnen über Wengen mit bis zu 19%
Steigung hinauf zur Kleinen Scheidegg und drüben wieder hinunter
nach Grindelwald führt. Im Juni 1893 brachten die ersten
Dampfzüge begeisterte Fremde auf den weiten Almsattel zwischen
den beiden Tälern.
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Vorher schon, im August 1891,
war die Standseilbahn von Lauterbrunnen auf der westlichen
Talseite nach Mürren hinauf eröffnet worden; im gleichen Juni
1893 verkehrte auch der erste Zahnradzug 7,2 km weit von der
Station Wilderswil an der Strecke Interlaken-Lauterbrunnen
bergan zum Aussichtspunkt Schynige Platte, und welches nun auch
das Ziel sein mochte, die Gäste rollten wie Springfluten an,
denn jetzt endlich war Interlaken durch eine funkelnagelneue
Bahnstrecke über Thun auch mit Bern und damit dem Rest des
kontinentalen Eisenbahnnetzes verbunden.
In diesem Augenblick trat als
dritter Konzessionär der 54jährige, aus dem Kanton Zürich
stammende Kaufmann und Spinnereibesitzer Adolf Guyer auf den
Plan. Was immer bislang an Ideen ventiliert worden war, den
Jungfraugipfel zu erreichen, er verwarf sie; seiner Ansicht nach
war die Kleine Scheidegg der beste Ausgangspunkt und ein
endloser Tunnel unter Eiger und Mönch hindurch der sicherste Weg
für die von ihm geplante Jungfraubahn, die er vom ersten Tag an
elektrisch zu betreiben gedachte, obwohl zu jener Zeit nur
wenige mit Strom betriebene Fahrzeuge existierten.
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1897 zogen die Arbeiter auf
die Kleine Scheidegg, im Jahr danach erreichten die ersten Wagen
den Eigergletscher, im Juni 1903 wurde die Station Eigerwand
eröffnet, und wieder zwei Jahre später die Station Eismeer mit
einem noblen Restaurant, auf dass sich die Fremden dort vor der
Rückfahrt stärken konnten. Dann aber kam die Krise: Mehr Mittel
als erwartet waren erforderlich, und die Kraftwerke lieferten
nicht hinreichend Strom, um einerseits die Touristenzüge durch
den Stollen zu führen und andererseits die Bohrer anzutreiben,
die den Tunnel weiter gruben. So vergingen noch einmal sieben
Jahre, ehe man schließlich auf einer Trasse mit bis zu 25%
Steigung das Ziel erreicht hatte - unter dem Druck der
Geldgeber, die endlich buchstäblich Tageslicht am Horizont sehen
wollten, freilich ,,nur" das Joch und nicht den Jungfraugipfel,
der ursprünglich anvisiert worden war.
Ein paar
Informationen zum Aletschgletscher
Der
Aletschgletscher ist der größte Alpen-Gletscher Europas. Er ist
23 km lang (Tendenz abnehmend) und bedeckt eine Fläche von
85 km². Der Gletscher wird im Jungfrau-Massiv mit frischem
Schnee gespeist und erreicht am Konkordiaplatz eine Dicke von
900 m. Damit ist der Aletschgletscher auch der größte
Süßwasserspeicher der Alpen. Seine Wassermenge würde ausreichen,
um ganz Deutschland ein Jahr lang mit Trinkwasser zu versorgen.
Am unteren Ende der Gletscherzunge befindet sich der Aletschwald
mit seinen uralten Arven und Lärchen. Hier befindet sich auch
das Gletschertor, wo das milchige Gletscherwasser aus dem
Gletscher austritt und in den Stausee fließt. Das gesamte
Aletschgebiet wurde im Jahre 2001 von der UNESCO zum
Weltnaturerbe erklärt.
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Am
Konkordiaplatz Blick zum Aletschhorn |
Warum hat der
Aletschgletscher eigentlich so komische Fahrspuren auf seiner
Eisdecke? Es handelt sich dabei um Mittelmoränen, also
Gesteinsmassen, die der Gletscher mit sich schleppt. Eine
Mittelmoräne entsteht, wenn zwei Gletscher, die jeweils eine
Seitenmoräne haben, aufeinander treffen. Die beiden
Seitenmoränen vereinigen sich dabei zu einer Mittelmoräne.
Diesen Effekt hat man beim Großen Aletschgletscher gleich
mehrere Male. Das Zusammentreffen von Randmoränen kann man sogar
mit bloßem Auge sehen.
Weitere
Informationen:
Jungfraubahnen
Harderstrasse 14
CH-3800 Interlaken
JB@jungfrau.ch
www.jungfrau.ch
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