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BERNER OBERLAND


    Schweiz pur

 

Im südlichen Teil des Kantons Bern liegt die Heimat von Eiger, Mönch und Jungfrau. Sie blicken majestätisch auf die beiden lang gestreckten Seen zu ihren Füßen, den Thuner See und den Brienzer See, deren Ufer von schmucken Dörfern und Städtchen gesäumt sind.

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, hier seinen Urlaub zu verbringen: im Sommer ein Wanderparadies, im Winter ein beliebtes Skigebiet, findet jeder etwas nach seinem Geschmack. Eine Schiffsfahrt über den blau-grünen See lohnt sich auf jeden Fall, besonders dann, wenn die Berge sich in Wolken hüllen. Das Schiff kreuzt hinüber und herüber und es ist herrlich, die malerischen Orte und Buchten an sich vorbeiziehen zu lassen. Der Thuner See, mit dem Brienzer See durch die Aare verbunden, ist 18 km lang und bis zu 4 km breit. Die tiefste Stelle misst 217 m. An der Nordwestecke bei Thun verlässt die Aare den See wieder.

Es ist der Traum der meisten Touristen im Berner Oberland, einmal auf dem Jungfraujoch  zu stehen und in die eisblaue Gletscherwelt zu schauen. Die Jungfraubahn führt sie dorthin, ein kühnes Pionierwerk, eine technische Meisterleistung, 1912 erstmalig in Betrieb genommen. Sie fährt von der Station 'Kleine Scheidegg' los und ab der Station 'Eigergletscher' durch einen langen Tunnel in der Eigernordwand. Aus den Durchbrüchen, die damals der Schuttentsorgung dienten, kann man heute Blicke in die hochalpine Bergwelt werfen.

Mit 3454 Metern ist das sogenannte "Top of Europe" der höchst gelegene Bahnhof der Welt. Ein Lift führt auf eine Terrasse, 3573 m hoch und gewährt grandiose Ausblicke auf das Aletschgletschergebiet. Das Gesamtensemble wurde zum Weltnaturerbe der UNESCO deklariert. Dort oben befindet sich auch die Forschungsstation "Sphinx", die mit ihrer runden Kuppel auf einem kleinen Felsen thront und wo Meteorologen, Glaziologen (Gletscherkundler), Astronomen und andere Wissenschaftlern ihren Forschungen nachgehen.

Wer trotz des Touristenansturms und des sehr hohen Preises hochfahren will, sollte sich morgens unbedingt nach dem Wetter und den Sichtverhältnissen erkundigen (vormittags Webcam-Live-Übertragung im Fernsehen). Die Höhen- und Temperaturunterschiede sind enorm und nichts für Kreislaufschwache.

Wer den Rummel nicht mag, findet genug abgelegene Ziele in der Bergeinsamkeit. Der Tourismus hat sich zum wichtigsten Wirtschaftszweig entwickelt. Das war nicht immer so. Früher führte der Großteil der Bevölkerung ein ärmliches Bauernleben. Im Winter verdingten sich junge Männer ins 'Unterland' oder wanderten gar ganz nach Amerika oder Russland aus. Das änderte sich erst Ende des 18. Jahrhunderts, als  Künstler und Industriebosse die wundervolle Landschaft für sich entdeckten. Und - wie könnte es anders sein - auch Goethe war im Jahre 1779 schon hier. 1835 fuhr das erste Dampfschiff auf dem Thuner See und 1859 wurde die Eisenbahn von Bern nach Thun gebaut. Nun stand der Entwicklung des Tourismus nichts mehr im Wege.

Um das Berner Oberland zu erkunden, gibt es viele Wege. Das ursprünglichste aller Mittel sind die Füße. Mit Schneeschuhen streifen die Trapper durch die weiten Wälder der Region. Wer Spaziergänge vorzieht, findet im Berner Oberland über 500 Kilometer Winterwanderwege. Für Naturfreunde bietet sich eine Wandertour von Châteaud'Oex nach Saanen an.

Carver, Snowboarder, Skifahrer oder Telemarker haben die Qual der Wahl. Vom sonnigen Hasliberg über die Jungfrau-Region, das familienfreundliche Gebiet von Adelboden-Lenk bis hin zu den Pistenarenen im Saanenland. Selbst die Extremsportler haben das Berner Oberland längst für sich entdeckt. Legendär ist die Lauberhornabfahrt in Wengen mit waghalsigen Sprüngen. Die 4455 Meter lange Weltcup-Abfahrt liegt im Angesicht von Eiger, Mönch und Jungfrau.

Gemütliche Zeitgenossen bewegen sich lieber sitzend fort. Auf dem Schlitten - es muss natürlich ein Grindelwaldner sein - saust es sich fast jeden Abhang hinunter. Für Experimentierfreudige hat das Berner Oberland auch ausgefallenere Vehikel in den Boxen stehen. Ein wintertaugliches Gokart, der SnowCart, fordert im Saanenland zum wilden Ritt hinaus. Ganz Wagemutige setzen sich in den Snowtube und rutschen auf dem Gummi-Schlauch ins Tal.

Wer auch im Winter nicht auf seinen Drahtesel verzichten möchte, schnappt sich ein Spike Bike und reitet damit durch den Schnee. Ein Grindelwaldner Unikum ist der <VeloGemel> - halb Fahrrad, halb Schlitten und ganz aus Holz. Wer nach all der Bewegung ein bisschen Ruhe sucht, kann das gewaltige Winterpanorama auf sich wirken oder sich von der romantischen Hüttenstimmung über all in der Region verzaubern lassen.

Lauterbrunnental

Das Berner Oberland bietet mehr als nur Wintersport. In Brienz verarbeiten fingerfertige Geigenbauer lokale Edelware zu wohlklingenden Instrumenten. Wie wild wird auch in Interlaken geschnitzt, wenn es auf die "Harderpotschete" zugeht. In Furcht einflößenden Masken gehüllt zieht das Hardermannli mit seinen Wald- und Wassergeistern durch die Straßen. In Meiringen wehren sich die Einheimischen mit massigen Kuhglocken beim "Übersitz" gegen die Dämonen, und in Kandersteg werden bei der "Pelzmartiga" böse Geister aus dem Tal gejagt.

Nicht weit von Interlaken liegt der kleine Ort Wilderswil, Ausgangspunkt und Bahnhof der Schmalspur-Zahnradbahn auf die Schynige Platte.  Sie hat ihren seltsamen Namen bekommen, weil das Schiefergestein nicht nur bei Sonne, sondern auch im Regen 'scheint' (schyne). 50 Minuten dauert die Fahrt, die manchmal auch mit Dampfloks durchgeführt wird. Dabei ist es egal, ob man links oder rechts sitzt; es ergeben sich auf jeden Fall atemberaubende Ausblicke auf die Seen und die Berge.

Oben hat man einen herrlichen Panoramablick auf Eiger, Mönch und Jungfrau. Leute mit kleinen Kindern besuchen das Teddyland, an Pflanzen Interessierte den Alpengarten und Wanderfreunde starten hier zu mehr oder weniger langen Touren.

Sehr empfehlenswert ist der Rundgang über den Aussichtspunkt 'Daube' (1 Std.), der auf 2076 m Höhe führt. Von oben kann man beide Seen aus der Vogelperspektive betrachten und weit in die Berner Alpen hineingucken. Der Weg ist streckenweise schmal und steil, aber sehr idyllisch mit Alpenblumen am Wegesrand und Kuhglocken-Geläut zur Begleitung. Eine mittlere Wanderung führt in 4 Stunden über die Alp Iselten zum Bahnhof Burglauenen zurück.

Zwischen Interlaken und Thun liegen die Beatushöhlen. Sie sind Teil eines riesigen Höhlensystems, welches das Niederhornmassiv wie einen Schweizer Käse durchlöchert. Ein Teil ist für die Öffentlichkeit zugänglich, so dass man über Steige und Treppen in die geheimnisvolle Grottenwelt der Stalagmiten und Stalaktiten eintauchen kann. Besonders beeindruckend ist der Besuch nach heftigem Regen, weil dann die unterirdischen Wasserfälle besonders stark fließen. Hier soll im 6. Jahrhundert der irische Mönch Beatus einen Drachen besiegt und sich dann eine Einsiedelei eingerichtet haben. Die Beatushöhlen sind mit Auto, Schiff oder zu Fuß von Interlaken in 2 Stunden erreichbar.

 

 

 

 

 


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