Das Kloster
Einsiedeln ist eine Benediktinerabtei in der Gemeinde Einsiedeln im Kanton
Schwyz. Das Kloster ist eines von vielen Station auf dem Jakobsweg aber auch
Ziel zahlreicher Pilger. Die Schwarze Madonna von Einsiedeln in der
Gnadenkapelle ist der Anziehungspunkt für Pilger und Touristen. Seit seiner
Gründung im Jahre 1130 gehört das Benediktinerinnen-Kloster Fahr bei Zürich zur
Abtei Einsiedeln, dadurch ist der Abt von Einsiedeln auch derjenige des Klosters
Fahr. Sie bilden zusammen das weltweit einzige noch erhalten gebliebene
Doppelkloster im Benediktinerorden.
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Im
Jahr 835 zog sich der Benediktiner Meinrad von der Insel Reichenau als
Einsiedler an diesen Ort zurück. Ihm folgten andere Einsiedler. 934 wurden die
Einsiedler durch Eberhard, einen vornehmen Priester aus Strassburg, zu einem
Benediktinerkloster zusammengefasst. Die Gründung des Stifts wurde 947 durch
Otto I. bestätigt und ging mit einer üblichen Schenkung von Land einher. Zur
Schenkung Otto I. gehörte auch die Insel Ufnau, die zu diesem Zeitpunkt dem
Damenstift Säckingen gehörte. Das Damenstift wurde dafür mit anderen Besitzungen
entschädigt. Das Stift Einsiedeln erhielt ausserdem die freie Abtwahl und
Immunität.
Nach dem ersten Klosterbrand von 1029 wurde von 1031–1039 eine dreischiffige
Basilika mit einer Krypta errichtet, welche die Grundform für den späteren
Barockbau vorgab. Eine zweite Basilika (Unteres Münster) wurde 1230 über dem
ummauerten Hof errichtet. Kaiser Heinrich II. schenkte 1018 dem Kloster ein
Gebiet von 229 km² zur Nutzung. Die Aufsicht, auch die Vertretung des Klosters
in Rechtsfragen, übernahm jeweils ein Schirmherr. Zu diesen zählten die
Nellenburger, die Herren von Uster und von Rapperswil. Schliesslich gingen diese
einträglichen Rechte an die Habsburger über.
Seit 1114 sind Grenzstreitigkeiten mit den Schwyzern bekannt, die an
Hofgerichten in der Regel zugunsten des Klosters entschieden wurden. 1308, nach
dem Tod des Habsburger Königs Albrecht I., nahmen die Streitigkeiten wieder
deutlich zu. 1314 wurde das Kloster im sog. Marchenstreit von Schwyzer Bauern
erobert und geplündert. Der Herzog von Österreich, Leopold I., der Schirmherr zu
Einsiedeln war, griff danach die Innerschweizer an, unterlag ihnen aber 1315 in
der Schlacht am Morgarten. Der Konflikt konnte erst 1350 bereinigt werden. Das
Kloster verlor damals einen beträchtlichen Teil seines Landbesitzes.
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Nach
einem Brand im Jahr 1465 wurde das untere Münster eingewölbt. 1509 und 1577
stand die Kirche erneut in Flammen. Huldrych Zwingli war von 1516 bis 1518 als
Leutpriester im Kloster beschäftigt. Der letzte Mönch verliess 1525 das Kloster,
am 20. Juli 1526 musste der Abt des Stifts zurücktreten – das Kloster Einsiedeln
war ausgestorben. Die Schwyzer beriefen dann einen neuen Abt, Ludwig II. Blarer
von Wartensee, der jedoch erst 1533 von Rom als rechtmässig anerkannt wurde. Er
nahm die ersten Bürgerlichen in das Kloster auf und belebte es so wieder.
Der Chor und die Beichtkirche entstanden 1674–1684 unter Leitung des Architekten
Hans Jörg Kuen. Das barocke Kloster entstand von 1674 bis 1735 als vollständiger
Neubau in drei Etappen nach den Plänen von Caspar Moosbrugger. Am 31. März 1704
wurde der Grundstein für den Klosterneubau gelegt. Sein Bruder, dem Baumeister
Johann Moosbrugger, wurde mit den Bauarbeiten beauftragt.
Unter dem Abt Nikolaus Imfeld wurde die Kirche noch am 3. Mai 1735 geweiht. Als
die Franzosen im Mai 1798 Einsiedeln erreichten, flohen alle Bewohner des
Klosters. Die Gnadenkapelle wurde von den Besatzern zerstört, das Gnadenbild
jedoch konnte durch die Mönche gerettet werden. Am 17. September desselben
Jahres wird das leere Stift zum Staatseigentum erklärt. Durch die sogenannte
Mediationsakte erhielten am 19. Februar 1803 die Geistlichen das Kloster wieder
zurück.
Die Schwarze Madonna von Einsiedeln ist ein spätgotisches Gnadenbild aus der
Mitte des 15. Jahrhunderts. Sie ersetzte das ursprünglich romanische Gnadenbild,
welches beim Brand von 1465 zerstört wurde. Die schwarze Hautfarbe stammt vom
Russ der Kerzen und Lampen, die vor der Figur brannten. Als sie 1803 in
Österreich restauriert wurde, legte der Künstler die ursprüngliche Farbe frei
und bemalte sie wieder fleischfarben. Diese Änderung stiess in der Bevölkerung
auf Unmut und so wurde die Madonna schwarz übermalt. Zu Beginn des 17.
Jahrhunderts erhielt die Statue ein spanisches Gewand in Glockenform. Es wird
noch heute entsprechend dem Kirchenjahr gewechselt.
Weitere Informationen:
Kloster Einsiedeln
8840 Einsiedeln
kloster@kloster-einsiedeln.ch
www.kloster-einsiedeln.ch
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