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    Die älteste Dampfzahnradbahn der Schweiz

 

Rothörner gibt es viele - aber nur eines bei Brienz, am schönen Brienzersee im Berner Oberland. Und nur hier kann der Aufstieg auf so romantische und eindrückliche Weise absolviert werden: Mit der Brienzer Rothorn Bahn der einzigen Dampfzahnradbahn mit Dampfloks aus drei Generationen. Seit 1892 legt sie stampfend, zischend und schnaufend die Strecke von Brienz nach Rothorn Kulm, 2350 M.ü.M., zurück und überwindet Mal für Mal 1678 Meter Höhendifferenz, ohne ins Schnaufen zu kommen!

Die Fahrt auf den 2350 m hohen Aussichtsberg mit der einzigen Dampfzahnradbahn der Schweiz ist ein einmaliges Erlebnis. Ausgangspunkt ist Brienz. Während der einstündigen Bergfahrt erlebt man all das, was von einer alpinen Bahn erwartet wird; herrliches Bergpanorama, Wälder, Wiesen, Wildtiere und eine reiche Alpenflora. Auf dem Gipfel erwartet den Besucher ein Berghotel mit einem ganz besonderen Charme. Das Brienzer Rothorn ist auch einzigartiger Ausgangspunkt für Höhenwanderungen.

Mit der Aufnahme des Betriebs der Brünigbahn entstand die Projektidee einer Bergbahn auf das Brienzer Rothorn. Die Gründung der Gesellschaft und der Bau erfolgte mit einer für heutige Verhältnisse ungeheuren Geschwindigkeit: Nach nur zwei Jahren Bauzeit konnte die Strecke bereits 1892 in Betrieb genommen werden. Die beiden Erbauer, Ingenieur Alexander Lindner und Bauunternehmer Theo Bertschinger wurden dabei tatkräftig von dem Bergbahnpionier Roman Abt unterstützt, der für die Ausrüstung der Strecke mit seiner neu entwickelten Doppellamellen-Zahnstange  verantwortlich zeichnete. Die 640 meist italienischen Arbeiter erreichten die geplante Endstation Rothorn Kulm im Oktober 1891. Zur Fertigstellung der Strecke konnten danach bereits Bauzüge über die gesamte Länge eingesetzt werden.

Nach anfänglich großem Erfolg mit über 11.000 Fahrgästen in der ersten Saison bekam die BRB schnell in wirtschaftliche Probleme. Ursache war zum einen die Konkurrenz der nicht weit entfernten Schynige Platte-Bahn (1895) und der Jungfraubahn (1898), zum anderen tat der Ausbruch des Ersten Weltkrieges sein übriges. So wurde die Bahn bereits zum 1. August 1914 wieder eingestellt und lag danach 16 Jahre im Dornröschenschlaf. 1931 fand sich dann, ausgerechnet zum Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise, eine Gesellschaft, die den immer noch guten Zustand der Anlagen erkannte und einen Neuanfang wagte.

Nachdem in den 40er und 50er Jahren des 20ten Jahrhunderts die meisten schweizerischen Bahnen elektrifiziert wurden, beschloss die BRB, den Dampfbetrieb beizubehalten. Von 1953 war sie somit bis zur Betriebsaufnahme der Dampfbahn  Furka-Bergstrecke die einzige Bahngesellschaft mit planmäßigem Dampfbetrieb. Aufgrund der Altersschwäche der Maschinen wurden zwischen 1973 und 1987 insgesamt vier Diesellokomotiven Hm 2/2 beschafft, um die damals bereits 80 Jahre alten Loks zu schonen und den Fuhrpark zu erweitern.

Eine Innovation stellt der Neubau von Dampfloks dar, den die Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik Winterthur im Jahre 1992 projektierte. Die BRB erhielt drei Neubauloks, die zusammen mit weiteren für die Montreux- Glion- Rochers de Naye- Bahn und den beiden österreichischen Bahnen Hochschneeberg und Schafberg gebaut wurden. Die Loks sind heizölgefeuert, geeignet für einmännigen Betrieb und durch optimale Isolation deutlich wirtschaftlicher als die Oldtimer der ersten Stunde.

Die Talstation der BRB liegt unmittelbar gegenüber des Bahnhofs Brienz der SBB Brünigbahn. Etwas oberhalb davon befinden Depot und Werkstatt sowie die Versorgungsstellen wie Kohlebunker und Wasserkran. Hinter den  Stationsanlagen steigt die Strecke mit durchschnittlich 22,5% entlang des Dorfrandes von Brienz zur Ausweichstelle Geldried an. An dem folgenden Abschnitt erhält der Reisende einen herrlichen Blick über den Brienzer See, der sogar im 290 m langen Planalpfluhtunnel wegen dessen zwei Fensteröffnungen nicht deutlich unterbrochen wird.

Kurz vor der Station Planalp verlässt der Zug den Nadelwald und überquert die Baumgrenze. Alle Züge machen auf der Planalp Halt, um dort ihre Wasservorräte zu ergänzen. In der Hochsaison sind dort bis zu sechs dampfgeführte Züge gleichzeitig anzutreffen. Ein Teil der Fahrgäste nutzt von hier die vielen Wanderwege, die einen ständigen Ausblick auf den Brienzer See bieten.

Nach dem Zwischenhalt überquert die Strecke einen Damm, der seit 1962 die frühere Mühlebachbrücke ersetzt. Die Trasse verläuft nun entlang des steilen Südhanges, und erreicht nach einer 180°-Kehre die Endstation Rothorn Kulm. Von hier führt ein Fußweg zum Gipfel des Rothorns.

Die nur in den Sommermonaten zwischen Juni und Oktober betriebene Bergbahn ist in dieser Zeit täglich unterwegs. Der Grossteil der Züge wird mit den Dampfloks H 2/3 1-7 sowie 12, 14 und 15 befördert. Die Dieselloks werden nur für Entlastungszüge und Schwachlastzeiten eingesetzt. Die Fahrzeit beträgt ca. 60 Minuten, in der 1678 Höhenmeter überwunden werden.


Weitere Informationen:

Brienz Rothorn Bahn
Postfach
3855 Brienz
Tel. 033 952 22 22
Fax 033 952 22 10
info@brienz-rothorn-bahn.ch
www.brienz-rothorn-bahn.ch

 


 


 

 

 

 


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