Jeder kennt sie: den
Alm-Öhi, den Geissen-Peter, Fräulein Rottenmeier, die lahme
Klara, die Ziegen, die Berge ... und natürlich Heidi. Mit
Sicherheit ahnte 1880 die Schweizer Autorin Johanna Spyri noch
nicht, dass sich insbesondere ihre "Heidi-Bücher ", 120 Jahre
später in 50 Sprachen übersetzt, uminterpretiert, überarbeitet
und millionenfach verkauft werden sollten.
Das herzige Mädel
von der Graubündener Alm ist mittlerweile die berühmteste
Schweizerin, berühmter noch als der bekannteste Schweizer:
Wilhelm Tell. Sie gehört zur Schweiz wie das Rösti, das
Bankgeheimnis und die Meisteruhren. Die Abenteuer in der
Geißbock-Idylle wurden Dutzende Male verfilmt, und trotzdem
wissen nur die echten Fans, dass die kleine Heldin bitte schön
„das Heidi" heißt und nicht etwa „die".
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Die Erfinderin
Johanna Spyri, ließ sich auf langen Spaziergängen durch die
heile Bergwelt zu der Romanfigur inspirieren. Das Kind, das
vermutlich Heidis echtes Vorbild war, hieß Marie. Doch die
Aussprache dieses Namens bereitet den Japanern noch mehr Mühe
als das schlichte „Heidi". Die Gäste aus Fernost zählen zu den
treuesten Fans des Epos aus der heilen Welt. Kaum zu glauben: 60
Prozent der Gäste im Heidi-Dorf bei Maienfeld in der Landschaft
„Bündener Herrschaft" reisen aus Japan an. Eine in ihrer Heimat
produzierte Zeichentrickserie erreichte im Fernsehen
Einschaltquoten von 48 Prozent und wurde ins Abendprogramm am
Sonnabend verlegt.
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Heidis
Geschichte
Glückliche Tage beim Öhi
Heidi ist ein armes Waisenkind.
Ihr Vater wird auf dem Bau erschlagen, ihre Mutter stirbt
kurz darauf vor Kummer. Also kümmert sich die Tante Dete um
die Kleine. Doch irgendwann reicht es ihr, sie bekommt ein
verlockendes Stellenangebot in Frankfurt. Wohin mit dem
Kind? Zum einzigen Verwandten, den es noch gibt. Ein alter
Mann in den Bergen, der, abgesondert von der menschlichen
Gemeinschaft, ein eigenbrötlerisches Dasein führt. Die
Bewohner des Dörflis sind entsetzt. Ein kleines Mädchen und
dieser störrische Alte, das kann nicht gut gehen. Doch Heidi
erobert das Herz des Öhis mit ihrem aufgeweckten Wesen und
ihrer unverdorbenen Natürlichkeit im Sturm. Von da an führt
sie ein glückliches Leben mit dem Großvater, dem Geißenpeter
und den Ziegen Schwänli und Bärli in einer intakten Natur.
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Exil in Frankfurt
Doch dann taucht Tante Dete
wieder auf und verschleppt Heidi nach Frankfurt. Dort soll
sie Spielgefährtin der gelähmten Klara werden, Tochter aus
gutem Haus. Der verwitwete Vater ist als erfolgreicher
Geschäftsmann viel auf Reisen, um den Haushalt und die
Erziehung der Kinder kümmert sich eine Haushälterin. Für
Heidi beginnt eine Leidenszeit. Ihr natürliches,
unbekümmertes Wesen passt so gar nicht in die strenge,
großbürgerliche Ordnung, wie sich das Fräulein Rottenmeier
diese vorstellt. Die Sehnsucht nach den geliebten Bergen
macht Heidi schließlich ganz krank. Aber der feste Glaube an
einen gerechten Gott und das Einfühlungsvermögen des
Hausarztes bringen Heidi wieder zurück in ihre geliebten
Berge.
Heidi bringt Gesundheit und
Wohlstand
Reich beschenkt von Klaras
Großmutter und Vater, kehrt Heidi in die Heimat zurück. Doch
da wäre ja noch die gelähmte Frankfurter Freundin. Ein
Besuch auf Heidis und Öhis Alm bewirkt Wunder. Dank Heidis
festen Glaubens, der gesunden Verpflegung durch den Öhi und
eines bösen Bubenstücks des Geißenpeters lernt Klara wieder
gehen. Der Öhi schließt seinen Frieden mit der
Dorfgemeinschaft, der Frankfurter Hausarzt macht Heidi zur
Universalerbin, und alle leben glücklich und zufrieden. |
Die Japaner
pilgern zumeist in Gruppen an den Ortsrand von Maienfeld,
fotografieren sogar die aufgescheuchten Hühner vor dem
Winterhaus und glauben wie viele andere Besucher vermutlich
auch, dass Heidi tatsächlich in diesem Dorf gelebt hat. „Hier
lebte Heidi", heißt es ja in einem Prospekt des Heidi-Dorfs, und
so haben sich die meisten Leser die Welt des Mädchens
tatsächlich vorgestellt: Garniert von schneebedeckten Wipfeln
liegt das beschauliche Maienfeld heute immer noch so malerisch
im Tal, wie Johanna Spyri es beschrieben hat. „Vom freundlich
gelegenen alten Städtchen Maienfeld aus führt ein Fußweg durch
grüne, baumreiche Fluren bis zum Fuße der Höhen, die von dieser
Seite groß und ernst auf das Tal herniederschauen", heißt es am
Beginn des Spyri-Romans. Diesen Weg oberhalb des schmalen,
ungestümen Rheins gibt es noch heute. Das Heidi-Dorf liegt ein
wenig außerhalb, besteht aus einem von Dutzenden Gartenzwergen
bewachten Rathaus und der eigentlichen Attraktion: dem
Heidi-Winterhaus. Durch ein Drehkreuz geht es an einer
Videoüberwachungskamera vorbei ins Allerheiligste.
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Die untere Etage
erinnert an ein Heimatmuseum. Hier haben die Maienfelder alles
zusammen getragen, was an die gute alte Zeit erinnert:
Strohballen, Pflüge, Vorräte für den Winter. Im Stockwerk
darüber wohnt Heidi. Sie sitzt unbeschwert lächelnd an einem
groben Holztisch, schreibt scheinbar auf einer kleinen Tafel
ihre Hausaufgaben und erklärt nebenbei dem etwas
begriffsstutzigen Geißen-Peter die Welt. Der Stuhl zwischen den
Puppen ist frei und wird ausgiebig für den Fototermin mit den
Romanfiguren genutzt. Unterm Dach hat sich noch ein Bewohner
niedergelassen, der ähnlich wie das Heidi die Schweiz
personifiziert: der -Alpöhi. Rauschebärtig hockt er vor seinem
Werkzeug, die Blitzgeräte lassen ihm keine Ruhe.
Weitere
Heidi-Kultstätten liegen in der Umgebung:
Eineinhalb Stunden Fußmarsch vom Heidi-Dorf entfernt befindet
sich ihr Sommerhaus auf der Heidi-Alp und an der Straße nach
Maienfeld steht der Heidi-Brunnen. Auf der Alp Schwarzbüel im
Heidiland findet sich der Heidi-Pfad. Hier wird die
Heidi-Geschichte mittels Bildtafeln, ähnlich dem Kreuzweg im
Mittelalter, dem interessierten Wanderer nähergebracht.
Die Filmindustrie
insbesondere Hollywood, nahm sich des Mädchens erstmals 1920 an,
es entstand ein Schwarzweiss-Film, der heute leider nur noch als
Fragment vorhanden ist. 1937 entstand dann die wohl kitschigste
Filmversion mit dem Kinderstar Shirley Temple in Modelocken
unter der Regie von Allan Dwan, ein Film, der in der Schweiz
keine Begeisterungsstürme auslöste. Den Filmstoff entdeckten die
Schweizer erst 1952 in einer Umsetzung, die als die
authentischste angesehen wird.
Wandern Sie auf
Heidi's Spuren durch Maienfeld
magellanworld stellt
Ihnen die schönsten "Heidiwege" vor:
Kleiner Heidiweg - Maienfeld
Ausgangspunkt für den kleinen Heidiweg ist der Bahnhof in
Maienfeld (510 m.ü.M). Von dort aus führt die Route am Schloss
Brandis vorbei durch die engen Gassen des historischen
Städtchens Maienfeld. Am oberen Stadtrand mündet der Weg nach
links in die Rebberge, in denen die Trauben für den edlen
Blauburgunderwein reifen. Schon bald ist der Heidibrunnen
erreicht. Dieses Wahrzeichen wurde 1953 vom Künstler Hans Walt
zum Gedenken an die Schriftstellerin Johanna Spyri geschaffen.
Wer sich nicht an einem der zahlreichen Grillpätzen niederlassen
will, wandert weiter in Richtung Heididörfli (660 m ü.M.). Das
authentische Heidihaus wurde zum Museum umgebaut und zeigt, wie
Heidi hier vor über 100 Jahren lebte. Vom Heididörfli führt der
Weg über Rofels zurück nach Maienfeld. Die Wanderzeit beträgt
ca. 1.5 Stunden; Halbschuhe genügen.
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Grosser Heidiweg - Maienfeld
Wer auch noch die Heidialp besuchen will, zweigt beim Heidihaus
auf den großen Heidiweg ab. Die Route führte durch den Luvawald,
in der Nähe des Geissenpeterhauses vorbei, zum Ochsenberg (1111
m ü.M.). Dort befindet sich die Original-Heidialp, wo Heidi
jeweils ihren geliebten Großvater und die Geissen besuchte. Nach
einem kurzen Aufstieg zum Kaltboden, einem wunderschönen
Aussichtspunkt, beginnt der Abstieg nach Jenins. Hier verbrachte
Johanna Spyri jeweils ihre Ferien. Ausgangs dieses schmucken
Weinbaudorfes führt der Weg am Denkmal Duc de Rohans vorbei,
jenem berühmten Feldherren, der im 17. Jahrhundert die
Blauburgunder Trauben nach Graubünden brachte. Mit ständiger
Aussicht auf das Rheintal gelangt der Wanderer zurück nach
Rofels. Dort schließt sich der Kreis und der große Heidiweg
mündet wieder in die kleine Route. Die Wanderzeit beträgt ca.
4.5 Stunden; Wanderschuhe nötig.
Heidis Erlebnisweg Heididorf-Heidialp
Start beim Heidihaus im Heididorf (Ober-Rofels). An 12 Stationen
oder Plätzen wird die Heidigeschichte in der naturbezogenen
Umgebung erzählt. Kunstwerke in Holz (Menschen und Tiere)
begeistern Jung und Alt. Man erreicht auch mit Kindern in 1,5
Stunden die Heidialp. Achtung: die Heidialp ist nicht immer
bewirtet. Erkundigen Sie sich im Heididorf im Dorfladen (Tel.
+41 (0)81 330 19 12).
Johanna-Spyri-Weg (Jenins-Heididorf)
Start in Jenins auf dem Rathausplatz. Über Wiesen und Fluren
nach Rofels und hinauf ins Heididorf (Ober-Rofels). Auf halbem
Weg Inspirationsplatz mit herrlicher Aussicht auf Maienfeld und
den Falknis. Gehzeit ca. 45 Minuten.
Weitere
Informationen:
Heididorf
CH-7304 Maienfeld
Postfach
Tel: ++41 (0) 81 330 19 12
Fax: ++41 (0) 81 330 19 13
info@heidi-swiss.ch
www.heididorf.ch
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