Wer Wein und grandiose Natur gleichermaßen liebt, findet im
Wallis zwischen den endlosen, grünflimmernden Weinbergen, den
ursprünglichen Alpentälern und in den lebendigen Kulturstädten
bestimmt seine Lieblingsecken. Die kleine Schweiz als
viersprachiges Land erscheint schon irgendwie kurios, und das
Wallis als zweisprachiger Kanton nicht minder.
Grenzerfahrung sammelt man gleich
am Start der Tour beim Dorf Salgesch (man spricht deutsch), wo ein Weinwanderweg
hinüber nach Sierre (on parle français) führt. Und da beide Bevölkerungsteile
dem Wein huldigen, steht ein Weinmuseum am Anfang und eines am Ende des
bacchantischen Lehrpfads. In der für seine ausgezeichneten Rotweine berühmten
Gemeinde Salgesch gibt's die erste Lehrstunde in Sachen Walliser Wein. Hier
findet man auch das alte Walliser Bauernhaus „Zumofenhaus“ im Dorfkern. Im
zweiten Teil des Walliser Wein- und Rebmuseums, steht die Arbeit am Rebberg und
der Winzer im Mittelpunkt. Im Anschluss kann man wie Shakespear's Falstaff seine
Seele für Wein verkaufen - in einem der 22 Weinkellereien des
1.300-Einwohner-Dorfes.
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Der Kalkboden macht's, erfährt
man hier, dass die roten Rebsorten hier so gut gedeihen, dazu das trockene
Klima, kaum Nebel, extrem hohe Sonneneinstrahlung bis in den Spätherbst.
Besonders beeindruckt die Vielfalt der Rebsorten. Insgesamt werden im Wallis
rund 40 Rebsorten angebaut. Von blumig-würzig und lieblich-verbindlich bis fein
und edel sind alle Charaktere anzutreffen. Abgesehen vom trockenen, spritzigen
Fendant, der wie kein anderer Schweizer Wein geschätzt wird, sind die Mengen
jedoch relativ klein. Bei den roten Sorten dominieren Pinot Noir, Dôle und Gamay.
Der Dôle, das Flaggschiff unter den Walliser Rotweinen, ist eine Vermählung von
Pinot Noir und Gamay, wobei der erstere immer den Löwenanteil ausmacht. Zu den
endemischen Sorten gehören Lafnetscha, Amigne, Arvine und Cornalin. Der selten
gewordene Muscat, Fendant, Pinot Noir und Rèze wachsen in den folgenden
Rebparzellen, Spezialitäten der Gegend. Ihnen ergeht es unter dem kontinentalen
Klima mit häufigen Föhnperioden, wenig Niederschlag und gezählten 2100
Sonnenstunden im Jahr richtig gut.
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Auf dem Weinwanderweg taucht man
förmlich in ein Meer aus Reben ein. Kurz hinter Salgesch beginnt schon das
Welschwallis. Auf der Raspille Brücke vollzieht man diesen Sprachensprung,
sozusagen die Überquerung des Röstigrabens. Ab hier heißt es nun nicht mehr
Grüezi, sondern Bonjour oder Salut. Wind und Wetter waren die Bildhauer dieser
seltsamen Pyramiden, Nadeln und Zacken im Kalkfelsen. Der wunderschöne Weg führt
mit einem Schlenker auch durch den Pfynwald, der mit seinen Seen, Weihern und
der rund 700 Hektar-Fläche als größter Föhrenwald der Schweiz unter Naturschutz
steht. Die Landschaft schwingt sich zu aufregenden Gegensätzen auf: Hier sanft
geschwungene Rebhänge mit Wald im Hintergrund, dort die Berner Alpen mit
gewaltigen Höhenunterschieden. Weiter geht es zu historischen Stätten wie dem
Schloss Muzot, in dem sich Rilke 1921 niederließ und in dem er bis zu seinem Tod
1926 seine produktivsten Jahre verbrachte. Auch im Schloss Villa oberhalb von
Sierre ist nicht nur museales zum Thema Wein zu bestaunen.
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Das im Schloss befindliche
Restaurant verführt den geneigten Wanderer gleich vorneweg mit regionstypischen
Spezialitäten aus Küche und Keller zum Bleiben, zumal die Ausstellung des
Walliser Reb- und Weinmuseums, das in dem Sierrer Winzerquartier absolviert
werden soll, erst um 14 Uhr öffnet. Schon der modrige Geruch des Weinkellers
macht manchen schwach, der Blick auf die Weinkarte erst recht. Nur
eingefleischte Biertrinker können dem edlen Fendant, dem samtigen Johannisberg
oder dem Ermitage, der nach überreifen Waldbeeren schmeckt, widerstehen. Die
Nebengebäude des „Villa“ gehören dem ersten Teil des Walliser Reb- und
Weinmuseums, der zweite Teil wartet weiter in Salgesch auf die Wanderer. Im
Südflügel imponieren alte und neue Weinpressen, darunter eine mit Hebelarm und
Gewichtsstein arbeitende Presse von 1756. Ein Videofilm dokumentiert die Arbeit
der Winzer gestern und heute und in einer kleinen Vinothek sind Weine zu
verkosten.
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Landschaften zum Abheben warten
im Val d'Anniviers, das sich von Sierre bis zum Moiry Gletscher
hinaufschlängelt. Ein Abenteuer für sich verspricht schon die Serpentinenstraße,
neben der teils mehrere hundert Meter Abgrund dräuen. Stichsträßchen führen zu
winzigen Nestern und Ferienorten wie St. Luc, in dem ein Planetenweg und das
astronomische Oberservatorium die Sterne ins Dorf holt. Am schönsten aber
erscheint Grimentz, hier ist das Wallis wie aus dem Bilderbuch. Alte, imposante
Häuser mit dicken Mauern und mächtigen Balken türmen sich verschachtelt den Berg
hinauf. Üppigste Geranien schmücken geradezu verschwenderisch Fenster und
Balkone. Eine Pracht für's Auge während sich der Gaumen am Walliser Teller und
einem Gläschen Fendant labt.
Wein, wie könnte es anders sein, spielt natürlich in Sion, der Hauptstadt
des Kantons zumindest optisch eine tragende Rolle. Die Reben scheinen die Stadt
zu umfließen, schwappen sogar die burgengekrönten Zwillingsfelsen Valeria und
Tourbillon hinauf, deren Silhouette seit Jahrhunderten die Künstler begeistert
hat. Der handliche, gemütliche Kern von Sion verführt zum ausgiebigen Bummel.
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Also schlendert man zum Palais
Supersaxo mit der kunstvoll geschnitzten Decke, bewundert die astronomische Uhr
am Rathaus und erklimmt das Chateau Tourbillon. Von dieser hohen Warte genießt
man den Ausblick aufs Rhonetal - über Millionen von Rebstöcken hinweg - von Leuk
im Osten bis Martigny im Westen .
Zu den Walliser Genüssen zählt neben Wein auch das Wasser. Dem widmet man sich
aufs Angenehmste in Les Bains de Saillon. Fast überflüssig zu betonen, dass die
ruhigen Nebenstraßen dorthin durch nette Weindörfer führen. Besonders hübsch
liegt Chamoson vor der aufragenden Bergkulisse wie in einem Amphitheater mit den
Rebstöcken als Publikum. Der winzige Ort Saillon klebt samt Burgruine auf einem
steilen Felsen. Davor breitet sich zwischen Wein und Aprikosenkulturen die
großzügige Badeanlage mit Appartments und Hotel aus. Das hat was: Sich im
dampfenden Thermalwasser von den Sprudlern umsäuseln zu lassen und dabei den
Wolkenspielen über den Gipfeln der 3000er nachträumen.
Weitere Informationen:
Wallis Tourismus
Rue Pré-Fleuri 6
CH-1951 Sion
Tel +41 (0)27 327 35 70
Fax +41 (0)27 327 35 71
info@valaistourism.ch
www.wallis.ch
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