ANBAUGEBIETE
& WINZER
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Weinanbau, Winzer und Weinproben |
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Weinanbaugebiete in der Schweiz
Bekannt ist die Schweiz für
Schokolade oder Käse, aber nicht unbedingt für ihre Weine. Was daran liegen
könnte, dass die Schweizer ihren Wein am liebsten selbst trinken. Aber
jeder, der probieren konnte ,
wird bestätigen, dass die Schweizer Weine immer wieder mit Qualität,
Originalität und Vielfalt überraschen. Folgerichtig brillieren sie bei
internationalen Wettbewerben mit höchsten Auszeichnungen. Die
Weinanbaugebiete der Schweiz erstrecken sich vom Rhône- und Rheintal über
die Seeufer bis hin zu spektakulären Rebbergen an Steilhängen und auf
Terrassen. Die höchsten Weinberge Europas liegen in der Schweiz und landschaftlich gesehen gehören sie wohl sicher auch zu den schönsten.
Der Schweizer Weinbau wurde bereits unter Karl dem Große gefördert.
Natürlich sind die Rebflächen, gemessen an den Maßstäben anderer Wein
produzierender Länder, sehr klein. Auf einer Fläche von 14.'757 ha erzeugt die
Schweiz eine Vielfalt an Weinen, die wegen ihrer Frische und Fruchtigkeit
überall beliebt sind. Durch günstige Lagen mangelt es
keineswegs an Qualität.
Sie ist jedoch nicht ausschlaggebend für die zum Teil recht hohen Preise der
Schweizer Weine.
Dies liegt vielmehr an den teils abenteuerlichen Bedingungen unter denen mit
enorm hohem Aufwand, vor allem in den Steillagen, geerntet werden muss.
Der Kanton Valais beherbergt über ein Drittel der Rebflächen, ein weiteres
Viertel entfällt auf Waadt, alle anderen Kantone teilen sich den verbleibenden
Rest in relativ kleinen Anbaugebieten. In der Schweiz werden ungefähr 50
Rebsorten angebaut, darunter einige, die es sonst nirgends gibt!
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BÜNDNER HERRSCHAFT
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Die Bündner Herrschaft ist
das Weinbaugebiet des größten Schweizer Kantons, Graubünden. |
Weinberg bei Fläsch
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Die Bündner Herrschaft ist
das Weinbaugebiet des größten Schweizer Kantons, Graubünden. An der Grenze
zu Österreich, von der Sonne und dem Föhnwind verwöhnt, wird hier aber nur
eine relativ kleine Rebfläche bebaut. Kräftige Barriqueweine, vornehmlich
aus Pinot Noir, sind das Aushängeschild der hiesigen Erzeuger. Daneben haben
Chardonnay und Müller-Thurgau ihren Platz gefunden. Das Bündner Rheintal ist
die wärmste Weinbaugegend der deutschen Schweiz. Die hohen Oechslewerte, die
Winzer, Wetter und schließlich der Föhn Jahr für Jahr hervorbringen,
bestätigen die Spitzenposition. Freilich verpflichtet solche Noblesse.
Bündner Weinbäuerinnen und Weinbauern sind dabei, die schönsten
Möglichkeiten, die in ihren Trauben schlummern, zum Leben zu erwecken. Seit
den siebziger Jahren hat sich der Weinbau kontinuierlich ausgedehnt. Heute
umfasst die Rebfläche zwischen Fläsch und Bonaduz rund 319 Hektaren, wobei
sich, wie einst, das Hauptweinbaugebiet in der Herrschaft konzentriert. |
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CHABLAIS
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Viel Sonne und der Fön in
Frühling und Herbst bieten gute Bedingungen für Chasselas, Pinot Noir und
Gamay. |
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Château d'Aigle |
Die Bezeichnung dieses
Gebietes leitet sich ab vom lateinischen « caput laci » Ende des Sees
Das Weinbaugebiet Chablais liegt nordöstlich des Genfersees,
umfasst das
rechte Rhône-Ufer bis zu dessen Mündung in den See. Es gehört zum Schweizer
Kanton Waadt. An den sonnigen Südwesthängen gedeihen hervorragende Pinot
Noirs, aber in der Quantität sind es eher Weißweine, vornehmlich aus
Chasselas-Trauben, die hier ausgebaut werden. Bekannt sind sie für ihre
erdige Fruchtigkeit, ohne überlastet kräftig zu sein. Die Rebberge liegen
südöstlich des Genfersees, ihr Besitz lässt sich auf viele Patrizierfamilien
zurückführen. Dies ist die sonnenreichste Gegend des Kantons. Der Fön im
Frühling und Herbst bietet gute Bedingungen für das Gedeihen der Reben. Die
Weinberge von Aigle bringen mit ihren Böden aus Kies, Schlamm, Kalk und
Magnesium elegante Weine der Sorten Chasselas und Pinot Noir hervor. Der
gipshältige Boden um Bex eignet sich besonders für Pinot Noir, Gamay und
Chasselas. In kleinerem Umfang werden Gewürztraminer, Riesling,
Müller-Thurgau, Sylvaner, Pinot Gris, Muscat, Chardonnay und Aligoté
angebaut. Das Chablais schließt fünf Ursprungsbezeichnungen ein: Villeneuve,
Yvorne, Aigle, Bex und Ollon. |
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LA CÔTE
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Das Weinbaugebiet direkt am
Genfersee zwischen Genf und Lausanne heißt La Côte. |
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Blick über Perroy |
Das Weinbaugebiet La Côte
schmiegt sich über 45km an den Bogen des Genfersee bis hin zur näheren
Umgebung von Lausanne
Es teilt sich in zwei Gebiete auf: in das Herz des Weinbaugebiets (Aubonne
bis Bégnins) mit den Qualitätsweinen Féchy, Mont-sur-Rolle, Vinzel und Luins,
und in die Randgebiete mit den Qualitätsweinen Morges und Nyon. Es umfasst
insgesamt 1900 Hektaren und nimmt somit mehr als die Hälfte der Waadtländer
Rebfläche ein. Die Nähe des Sees bietet hervorragende klimatische
Bedingungen. Hier gibt es 12 verschiedene Appellationen. Im Weinbaugebiet La
Côte werden allein über 50 % des Kantoner Weißweins produziert. Der
Chasselas von La Côte besticht durch seinen lebendigen, fruchtigen und
überzeugenden Charakter. Dieses Anbaugebiet liefert aber auch 50 % der
Waadtländer Rotweine. Die Regionen Morges und Nyon bieten einen Boden, der
für den Rotweinanbau ideal ist. La Côte ist das größte Weinbaugebiet des
Kantons Waadt. Die Hänge sind hier sehr viel sanfter als im Lavaux, es
können teilweise sogar Erntemaschinen zum Einsatz gebracht werden. Die
fruchtigen Weißweine aus Chasselas und die angenehmen Rotweine aus Pinot
Noir werden hauptsächlich von Genossenschaften verarbeitet. |
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LAVAUX ...zu den Weinbaubetrieben |
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Lauvaux ist eine der drei
Weinbauregionen des Waadt am östlichen Ufer des Genfersees. |
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Terrassen im Lavaux |
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Auf steilen Terrassen wird
in erster Linie die Chasselas-Rebe angebaut. Die steinigen Terrassen
reflektieren die Wärme, eignen sich also auch sehr gut für Rotweine, was
hier in erster Linie Pinot Noir bedeutet. Das äußerst steile Terrain,
Terrassen die von Mauern gestützt werden, verlangen großen körperlichen
Einsatz. Erleichterung durch Maschinen ist praktisch unmöglich. Die
Weinbauregion reicht von der östlichen Grenze der Stadt Lausanne bis zur
Ostgrenze von Montreux. Wobei zwischen Vevey und Montreux nur noch
vereinzelte Rebberge vorkommen. An der Lavaux sind 23 Gemeinden am Weinbau
beteiligt. Sehr tiefgründige Weine, die international eine bedeutende Rolle
spielen könnten, kommen hier jedoch nicht zustande. Landschaftlich gesehen
befindet man sich jedoch in einer der schönsten Gegenden des Schweiz – und
sicher in einer der schönsten Weinregionen der Welt. |
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NEUCHÂTEL
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Hier hat der Weinbau eine
über tausendjährige Tradition. |
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Château de Boudry |
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Von den Weinen, die die
Weingüter des Weinbaugebiets Neuchâtel im gleichnamigen Kanton mit der
gleichnamigen Hauptstadt verlassen, sind etwa zwei Drittel Weißwein, ein
Drittel Rotwein. In der französischen Schweiz, nahe der Grenze gelegen, hat
der Weinbau eine über tausendjährige Tradition. Im Drei-Seen-Gebiet, mit dem
Lâc de Neuchâtel als größtem, herrscht durch eben diese Seen ein besonderes
Mikroklima, das im Zusammenspiel mit den kalkhaltigen Böden und der idealen
Südhanglage frische und fruchtige Weine hervorbringt. Neben Pinot Noir als
einziger Rotweinrebe und Chasselas spielen andere Sorten keine allzu große
Rolle. Als Besonderheit findet man hier einen leichten, rosa Rosé. |
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TESSIN ...zu
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Das Tessin, Kanton und
Weinbaugebiet in der italienischen Schweiz, ist der südlichste der Schweizer
Kantone. |
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Alpe Foppa, die
facettenreiche Kirche Santa Maria degli |
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So verwöhnt viel Sonne die
zum größten Teil in viele kleine Parzellen unterteilte Anbaufläche. Den mit
Abstand größten Anteil hat der Rotwein, dabei wieder mit weitem Abstand der
Merlot, dessen Barrique-Ausbau oft hervorragende Ergebnisse bringt. Darüber
hinaus gibt es, durch die Nähe zu ihrer Heimat, einige wenige italienische
Sorten, die aber genauso wie die Weißweine quantitativ kaum in’s Gewicht
fallen. Der Merlot ist auch Grundlage für einige durchaus akzeptable
Rosé-Weine. |
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WALLIS ...zu
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Es gibt kein Hinweis darauf,
dass die Rebe im Wallis angebaut wurde, bevor Julius Cäsar im 1. Jahrhundert
vor Christus die Gallier besiegte. |
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Pfade der Walliser Rebberge |
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Man hatte allenfalls eine wilde
Rebe, die Vitis silvestris entdeckt, deren Frucht anderen Beeren der Gegend
ähnlich war. Die römischen Soldaten brachten nicht nur Krieg. Die Ankunft der
Römer brachten Öl, Wein, Tongefässe, Metall und Gewürze. Sie führten eine neue
Sprache, Zivilisation und eine neue Kultur ein. Mit ihnen tauchten auch die
ersten Reben auf, die man an den Ufern der Rhone zu kultivieren begann. Entlang
der Rhône (Rotten) in der französischen Schweiz erstreckt sich das Weinbaugebiet
Wallis im gleichnamigen Kanton. Auf Terrassen, meist an den Südhängen des
Flussufers, werden die kleinen Flächen auf Kalk-, Gneis- oder Schieferuntergrund
mühsam bewirtschaftet. Intensive Sonne und der Einfluss des Föhns gepaart mit
wenig Niederschlag machen zudem künstliche Bewässerung nötig, die aufgrund der
Gegebenheiten auch nicht einfach zu bewerkstelligen ist und teilweise noch auf
alte Installationen zurückgreift. Die Rebsorten sind hier sehr vielfältig,
darunter auch noch etliche autochthone Sorten. Die Weißweine überwiegen dabei.
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ZÜRICH ...zu
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Hermann Müller-Thurgau war
erster Direktor der Weinbauschule in Wädenswil am Zürichsee. |
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Blick auf Weiningen |
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Zürich, der Kanton in der
deutschsprachigen Schweiz, hat seine Hauptanbaugebiete am Zürichsee, im
Limmattal und um Winterthur und Eglisau. Vom Zürichsee stammt auch die besondere
Rotweinrebe Mariafeld, eine Variante des Pinot Noir. Und dass neben den Roten
auch besonders Müller-Thurgau vinifiziert wird, ist ebenfalls kein Zufall.
Hermann Müller-Thurgau war erster Direktor der Weinbauschule in Wädenswil am
Zürichsee. Die Region hat also durchaus ihre Geschichte, auch im Weinbau. |
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