Nicht weit von der deutschen Grenze entfernt stoßen Sie auf ein
idyllisches Schloss, in dem seit Jahren die traditionsreiche
Bierproduktion der Schweizer Marke "Feldschlösschen" zuhause
ist. Einer pittoresken Burg gleichend thront die Bierbrauerei
Feldschlösschen über der Zähringerstadt Rheinfelden. Hinter den
alten Mauern und in tiefen Kellern reift nicht nur der edle
Gerstensaft, diese imposante Anlage überzeugt auch durch ihre
architektonischen Besonderheiten.
Theopil Roniger
begab sich mit 20 Jahren auf Wanderschaft, um verschiedene
Brauereien kennen zu lernen und alle Tätigkeiten des Brauwesens
zu erlernen. Im Magdener Wirtshaus "Zur Sonne" stellte er danach
das erste Bier im Hause seines Vaters in einer kleinen
Braupfanne her, die heute noch auf dem Firmengelände zu sehen
ist. Die beachtliche Qualität seines Bieres sprach sich bald
herum. Danach machte der reiche Bauer Johannes Wüthrich dem
unterdessen zweiunddreissigjährigen Roniger ein viel
versprechendes Angebot: Er schlug ihm vor, gemeinsam mit seinem
Sohn Mathias das "Gifthättli" - wie eine ausgediente chemische
Fabrik im Volksmund genannt wurde - zu kaufen und zur Brauerei
auszubauen; die Lage am Ausgang des Magdener Tales war sehr
günstig wegen der Wasservorkommen und der Nähe der Eisenbahn.
Den Gründern schwebte von allem Anfang an vor, ihr Bier - vom
Pferdefuhrwerk unabhängig - mit dem damals modernsten
Transportmittel, der Eisenbahn, zu verschicken und damit den
gesamten schweizerischen Biermarkt zu erschliessen. Am 8.
Februar 1876 braute die damals jüngste Schweizer Brauerei, die
Kollektivgesellschaft "Wüthrich & Roniger, Brauerei zum
Feldschlösschen", zum ersten Mal Bier.
Die Brauerei
Feldschlösschen, wie sie sich heute darbietet, entstand in
mehreren Etappen. Ihnen zugrunde liegt ein Prinzip: Die
ursprünglichen Bauten stehen parallel zur Hangkante, die nach
der Jahrhundertwende angefügten Erweiterungsbauten jedoch
streben von ihr weg und lassen den Hauptbau frei. Die Brauerei
Feldschlösschen blieb dem Burgenstil bis weit in die neuere Zeit
hinein treu, so dass sich Erweiterungen gut in das historische
Gesamtbild einpassen. Erst in den siebziger und achtziger Jahren
des 20. Jahrhunderts entstanden neue Gebäude in anderem Stil,
allerdings abseits des Schlosses.
Dem Feldschlösschen-Gründer Theopil Roniger lag die sorgfältige
architektonische Gestaltung seiner Brauerei sehr am Herzen. Mit
der Planung beauftragte er von Anfang an angesehene Fachleute.
Für den Gebäudeunterhalt sowie für kleinere Neu- und Umbauten
stellte er 1902 den Architekten Ernst Schelling an.
Im Deutschland des 19. Jahrhunderts entstanden zahlreiche
Brauereien im Burgenstil. Davon beeinflusst wurden gegen Ende
des 19. Jahrhunderts auch in der Schweiz Brauerei-Schlösser,
darunter Warteck, Löwenbräu und eben Feldschlösschen, errichtet.
Der Burgenstil fand nicht nur bei Industriebauten Anwendung,
sondern auch bei Bahnhöfen, Kasernen, Museen, Hotels und Villen.
Er drückte Wehrhaftigkeit und Solidität, aber auch
Herrschaftswille und Romantik aus.
Der Backstein war
im 19. und frühen 20. Jahrhundert ein beliebtes, preisgünstiges
und vielseitig verwendbares Baumaterial, das bei Industriebauten
häufig zum Einsatz kam. Das "Feldschlösschen" wurde in gelbem
und rotem Backstein in Sichtbauweise erstellt: Die Mauerflächen
in Gelb, die Verzierungen und Blenden in Rot.
Das landesweit
führende Brauereiunternehmen gewährt Ihnen einen spannenden
Einblick in die Produktion und Tradition der 130-jährigen
Brauerei. Lassen Sie sich bei einen Rundgang durch die weltweit
schönste Brauerei in das Geheimnis der Braukunst einweihen. 1,5
Stunden folgen Sie dem Weg der Entstehung der Biere. Danach
wissen Sie nicht nur alles über die Bierherstellung, sondern
auch viele interessante Fakten über den Schweizer Biermarkt,
Technologien und die Feldschlösschen-Geschichte. Nach der
Führung im "beliebtesten Schloss der Schweiz" lädt Sie dieses zu
einem gemütlichen Umtrunk ein. Bei ofenfrischen Brezeln werden
Ihnen kühle Biere zur Degustation serviert.
Führungen sind
nach Voranmeldung möglich. Sie können sich auf der Homepage des
Schlosses oder telefonisch anmelden.
Weitere Informationen:
Feldschlösschen Getränke AG
Theophil-Roniger-Strasse
4310 Rheinfelden
Telefon: 041 0848 125000
Telefax: 041 0848 125001
E-mail:
info@feldschloesschen.com
www.feldschloesschen.com
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