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VOGESEN


    Im Zentrum Europas

 

Schluchten, Moore, Tannenwälder und mit Heidelbeeren bewachsene Wasen – schöner könnte ein Maler die Landschaft der Vogesen nicht darstellen. Mittelalterliche Dörfer, wuchtige Burgen und Abteien, Wasserfälle die an Felsen herunterprasseln - sanft und wild zugleich präsentiert sich der Landstrich.

Die Vogesen, auch Wasgenwald genannt, sind ein Mittelgebirge im Nordosten Frankreichs. Sie gehören zu den eher wenig beachteten Natur- und Kulturlandschaften in Mitteleuropa. Nur wenige wissen, welche Natur- und Artenvielfalt das große Waldgebirge zwischen Rhein, Burgundischer Pforte, dem Oberlauf der Maas und der Nahe beherbergt. Wälder und Weiden, Kuppen, Hänge und Täler sind von Pflanzen und Tieren besiedelt, die man sonst fast nirgends findet. Und obwohl sich der Mensch durch ganz spezielle Siedlungs- und Nutzungsformen auch diese Region urbar gemacht hat, lassen sich noch Spuren der letzten Eiszeit in der fast unberührten Natur ausmachen.

Am Westrand des Oberrheingrabens bilden sie das linksrheinische Gegenstück zum Schwarzwald. Die Bezeichnungen “Vogesen” oder auch das französische “Vosges” haben ihren sprachlichen Ursprung in der Zeit der Kelten (Wasgengebirge, Wasgenwald). Direkt an der deutsch-französischen Grenze wird der Pfälzerwald auf der deutschen Seite auch Wasgau genannt - was auf den selben Ursprung zurück geht.

Die Nordvogesen oder Vosges du Nord ziehen sich von der deutschen Grenze südwärts bis ungefähr in die Gegend von Saverne. Hier gibt es den Naturpark Nordvogesen/ Parc Naturel Régional des Vosges du Nord. Über den Naturpark kann man sich ausführlich im Naturparkzentrum in der Ortschaft La petite Pierre nordwestlich von Saverne erkundigen.

Südlich der Nordvogesen schließen sich die mittleren Vogesen mit ihren höchsten Erhebungen Donon (1009) und Champ du Feu (1099) an. Ebenfalls erwähnenswert ist der Mont St.Odile oder Odilienberg, dessen mystische Geschichte bereits vor mehr als 6.000 Jahren begann - ein Besuch lohnt sich.

In den Nordvogesen steigt das Gebirge aus Buntsandstein nur bis knapp 600m ü.NN an. Vor allem im Südteil der Vogesen findet man dagegen Berge bis über 1.400 m Höhe mit anstehendem Gestein aus Gneis und Granit. Der höchste von Ihnen ist der Grand Ballon mit 1.424 Metern. Während die Westhänge eher sanft abfallen, sind auf der Ostseite dieser Berge oft schroffe Felswände. Am Fuß der Felswände liegen riesige Blockschutthalden die talabwärts in interessante Hangschluchtwälder übergehen.

Gerade die Südvogesen haben mit ihrem fast alpinen Charakter viel zu bieten. Entlang der Gipfel führt die Route des Cretes - eine Höhenstrasse die während des ersten Weltkrieges gebaut wurde. Auf dieser erreicht man sehr bequem die meisten Gipfel der Südvogesen. Dadurch sind die Südvogesen während der Hochsaison fest in Touristenhand. Trotzdem konnten sich die Vogesen viel von ihrer Wildheit und Ursprünglichkeit bewahren und sind für Liebhaber von Natur, Landschaft und gutem Essen immer eine Reise wert - vor allem außerhalb der Ferienzeiten.

In den abgelegeneren Gebieten finden sich noch Rückzugsgebiete für Auerhahn, Kolkrabe, Gemse und Luchs - aus diesem Grund sollten die Schutzzonen strikt beachtet werden. Gemsen kann man mit einem guten Fernglas bequem am Hohneck beobachten ohne sie zu stören. 

Die mittleren Vogesen und die Nordvogesen zeigen ihre Schönheit oft nicht auf den ersten Blick, dafür ist es hier in der Hauptsaison wesentlich gemütlicher. Gerade für Familien lohnt es sich hierher zu kommen. Vor Ort sollte man unbedingt die Naturparkhäuser aufsuchen - dort gibt es jede Menge Hintergrundinformationen und Terminpläne für geführte Themenwanderungen z.B. zu dem Gemsen. Allerdings gibt es diese Informationen leider meistens nur in französisch - man sollte also vorher seine Schulkenntnisse auffrischen!

Der neugierige Reisende wird aber noch weitaus mehr entdecken. Eine bewegte Geschichte hinterließ im Laufe der Jahrhunderte Spuren. Die Menschen bauten wunderbare Städte, erbrachten mit Schlössern, Kirchen und Brücken architektonische Meisterleistungen. Im Vogesenmassiv gibt es immer was zu feiern. Seit Jahrhunderten bestimmen Festtage das Leben der Menschen in dieser Region, ob es nun die Passionsspiele im Dollertal, das Fest der Osterglocken von Gérardmer oder zahlreiche Weihnachtsmärkte sind.

Es gibt jedoch nicht nur traditionelle Feste: eine Vielzahl von künstlerischen oder sportlichen Veranstaltungen jeglicher Art, wie das Musikfestival bei Kerzenlicht von Saint Pierre sur l'Hâte, trägt den Ruf der Region weit über ihre Grenzen hinaus. Traditionelles Handwerk spielt eine wichtige Rolle. Schauen Sie den Künstlern einfach mal über die Schulter. Geigenbauer, Klöpplerinnen und Steinmetze bringen echte Kunstwerke hervor. Die Glasbläser von Baccarat stellen ein Kristallglas her, das mit seiner Finesse und seine leuchtenden Reinheit diese lothringische Stadt weltberühmt machte.

 

 

 

 

 

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