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ROUTE DES VINS


    Route des Vins d'Alsace

 

Vom Thanner Tor bis zum Tor von Marlenheim

Nehmen Sie sich Zeit, die Seele der Weinstrasse zu erkunden. Unterhalten Sie sich mit dem Winzern, probieren Sie ihre Weine, verlieren Sie sich in den mittelalterlichen Städten und gehen Sie weitab von den Touristenmassen auf den Weinbergwegen spazieren und staunen Sie in den hochgelegenen Weinbergen über den herrlichen Ausblick, der Ihnen während einer Pause ganz allein gehört. Jede Etappe der 170 km langen Weinstrasse lädt Sie ein, die Grenzen des Wunderbaren zu überschreiten, um ein Land kennenzulernen, wo das Leben wie eine Kunst ist.

Einwandfreie Reben, vogesische Wälder, Ruinen von  Schlössern des Mittelalters, umgeben von Städten mit alten Wällen, blühenden Gassen, freundlichen Weinstuben, Grüfte in Festen, barocken Schildern oder uralten Häusern, romanische Kirchen oder Gruben, die durch die Renaissance hinterlassen wurden. Für all diese Bilder ist die Strasse der Weine einen Besuch wert. Hier öffnen die Winzer ihre Keller, um die Rebsorten kosten zu lassen, die das Elsass zu einer der berühmtesten Weinregionen Frankreichs machten. Auch wenn der Wein im Elsass in auffallend kleinen Gläsern serviert wird, braucht man doch eine geeignete Grundlage, um so eine Weinprobe durchzustehen. Die deftige elsässische Küche bietet Schlemmereien ohne Schnörkel. "Choucroute garnie" ist das Nationalgericht - in großen Bottichen wird das berühmte Sauerkraut mit Riesling und Wacholderbeeren gekocht und mit Würsten, Kotelett und Speck garniert.

Alle, die auf ihre schlanke Linie achten müssen, sollten einen großen Bogen um das Elsass machen. Empfehlenswert sind auch der Flammkuchen (Blechkuchen mit Quark, Zwiebeln und Speck) und Baeckeoffe, ein Eintopf aus Rind, Schwein und Lamm, mit Weißwein, Zwiebeln und Kartoffeln.

An Wochenenden stauen sich die Touristenbusse vor den Mauern von Ribeauvillé und Riquewihr, dem elsässischen Rothenburg ob der Tauber. Das Weinlaub leuchtet in warmem Gelb und Rot. Blumenbuntes Fachwerk säumt eine schmale, kurvenreiche Straße, die sich von Nord nach Süd durch altertümliche Ortschaften, verwinkelte Weinstädtchen und Weinberge schlängelt. Der deutschsprachig Besucher wird hier oftmals ohne französisch Sprachkenntnisse auskommen, denn man spricht meistens deutsch.

Im September und Oktober verwandelt sich die berühmte Route des Vins zur längsten Schlemmermeile des Landes. Auf 170 Kilometer laden tausende Schilder zur "Dégustation" (Weinprobe), locken Weinfeste und Kellerführungen, brodelt Traubenmost in alten Holzfässern, fließt junger Wein aus manch einem Dorfbrunnen.

Sechs trockene Weine und einen Rosé bringt das stellenweise nur fünf Kilometer breite Rebland hervor: die drei Pinot-Sorten blanc, gris und noir, sowie Riesling, Silvaner, Muskat und Gewürztraminer - ehrliche Weine ohne Kellerkosmetik, meist eher herb und stets voll vergoren. Der Edelzwicker ist Verschnitt, ein Mix für die Massen; der Crémant die elsässische Antwort auf den Champagner. Auf "flûtes", langhalsig grüne Schlegelflaschen gezogen, stapeln sich die edlen Tropfen in den Probierstuben Riquewihrs. Nur ein Drittel der 11.000 Winzer besitzt mehr als einen Hektar Rebfläche. Die Anbaugebiete in der kleinsten Region Frankreichs sind äußerst zerstückelt - und bringen vielleicht gerade daher so einmalig individuelle Weine hervor.

Kaum beachtet wie Kientzheim, wo die Weinbrüderschaft "Confrérie Saint Etienne" im Schloss alljährlich die besten Elsässer Weine auszeichnet. Oder Hunawihr (Hunaweier), Bilderbuchdorf mit Grand-Crus-Lage, Wehrkirche und einmaliger Würdigung des Landesvogels: der Parc des Cigognes - die Schau der Störche. Fast verschwunden wie das Symboltier ist auch das Erbe, das Turckheim (Türkheim), das Städtchen lockt mit seinem schönen Ortskern, aus dem Mittelalter gerettet hat: Allabendlich um 22 Uhr wünscht ein Nachtwächter Bewohnern und Besuchern markig laut, aber mundartlich weich "a guite Nacht".

Zur Rundfahrt wird die Reise in Kombination mit der Route du Crète. Als Straße zwischen Himmel und Erde verbindet die Panoramastrecke Berge, die hier "Ballons" heißen. Im Herbst reichen die Ausblicke vom Kamm der Vogesen über den Rhein hin zu den Schneespitzen der Alpen. Tief im Tal blinken unzählige Sterne in der Sonne: die goldenen Schilder der Weinstuben.

Riquewihr (Reichenweiher) versteht sich als Zentrum des elsässischen Weinbaus. Hinter dem Dolder, malerischer Torturm und Wahrzeichen des Weinorts, wird Überzeugungsarbeit an allen Ecken und Enden geleistet: mit Kitsch und Kunst, Gugelhupf-Formen voll satter Farbigkeit und Puppen in traditioneller Tracht: roter Rock, weißes Leibchen, seidene Schürze und schwarze Kopfschlaufe. Wenn Ende September oder Anfang Oktober eine Sperre die Zufahrt in die Zentren von Kaysersberg oder Ribeauvillé versperrt, wird bei feuchtfröhlichen Weinfesten die Tradition gelebt. Die Tracht ist dabei kein Kostüm zur Kulisse.

Auch Obernai (Oberehnheim) hat sein mittelalterliches Stadtbild hinter einem Mauerring bewahrt. Obernai zählt zu den beliebtesten Orten der Weinstraße, besonders sehenswert sind das Rathaus sowie die mächtigen alten Gerberhäuser. Ein Abstecher führt von hier zum 736 Meter hohen Monte St. Odile (Odilienberg). Eine zehn Kilometer lange "Heidenmauer" umgibt den "heiligen Berg" des Elsass. Unten im Tal brodelt die irdische Seele in den Kesseln: in Krautgersheim, der Heimat der "choucroute". In großen Bottichen wird hier das berühmte Sauerkraut mit Riesling und Wacholderbeeren gekocht. Fett garniert mit Würsten, Schweinekotelett und Leberklößchen, kommt die Schlachtplatte auf Sauerkraut dampfend daher. Deftig gediegen, delikat. Schlemmen ohne Schnörkel.

Nehmen Sie sich Zeit für einen ausgiebigen Streifzug durch die pittoresken Straßenzüge und alten Zunftviertel, für die Renaissance- und Fachwerkhäuser und die unzähligen Sehenswürdigkeiten Colmars. Man glaubt sich ins Mittelalter versetzt.

Moosgrün, gelblich, schwarz und weiß präsentiert sich der bunt gescheckte Mauermantel, der die südlich von Colmar gelegene Kleinstadt Eguisheim (Egisheim) schützt. Zwei Tore gewähren Einlass in das Idyll. 400 Meter im Durchmesser, eine Wasserburg im Herzen und rings herum stattliche Höfe. Im Schatten der Ringmauer finden sich schmale Häuschen, grob gepflasterte Gassen mit Stufen aus mürbem Gestein.

Erleben Sie die wechselvolle Geschichte dieses deutsch-französischen Grenzgebiets und entdecken Sie die Kunst des Genießens: Kulinarisches zwischen Riesling und tarte flambée.

Vive la France!
 

 

 

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