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    Im grünen Bezirk

 

Die Dörfer sind klein und verschwiegen. Die Menschen fühlen sich verwurzelt mit der Landschaft. Noch längst sind nicht alle Wege asphaltiert. Das "Pays Welche" in den elsässischen Vogesen ist eine Insel der Ruhe und zugleich eine Sprachinsel.

Bis heute sprechen die Menschen den uralten Welscher Dialekt. Der Reisende wird es bald feststellen: Deutsch versteht hier im Gegensatz zum restlichen Elsass kaum jemand. Das Pays Welche war immer französisch. Im Mittelalter wanderten die ersten Bewohner in die einzigartige Hügellandschaft ein. Seitdem besiedeln die "Welchen", was soviel heißt wie "die Fremden", den Landstrich westlich von Colmar. Das Pays Welche umfasst gerade mal fünf Ortschaften. Orbey und Lapoutroie sind die beiden größten.

Lapoutroie Orbey

Lapoutroie ist das Verwaltungszentrum des "grünen Bezirks", wie das Pays Welche auch genannt wird. Umtriebige Hetze ist hier unbekannt. Arbeitsplätze gibt es fast nur außerhalb der Region. Früher war das Leben vom Arbeiten am und im Berg bestimmt. Ein Heimatmuseum in Fréland zeigt die Mühen der vielen Bergwerk- und Bauerngenerationen. Heute freuen sich die Besucher an den angenehmen Aspekten der Landschaft. Mit 4.000 Hektar Wald ist das Welscher Land ein ideales Wanderrevier. An jeder Ecke finden sich Gedenkstätten. In dem erzkatholischen Landstrich errichtet jeder, der etwas auf sich hält, ein Kreuz oder einen Betstock für die verstorbenen Angehörigen oder aus reiner Frömmigkeit.

Der Tourismus ist die wichtigste Einnahmequelle des Landstrichs geworden. Es gibt viel zu entdecken! Für Kinder und Vogelfreunde empfiehlt sich die "Volerie des aigles" in Kintzheim. Oberhalb des Dorfes, in den Ruinen der gleichnamigen Burg, finden von April bis Oktober Flugvorführungen von Greifvögeln statt. In Aktion zu sehen sind Falken, Adler, ein Kondor und andere Greifvögel. Das Publikum wird oftmals in die Show einbezogen. Man sollte sich also nicht fürchten, wenn einem zum Beispiel der Kondor auf den Schoß hüpft. Tierlieb sollte man schon sein. Um den Berg leben etwa 200 freilaufende Affen. Auch die können sehr zutraulich werden, sofern ihnen die Sonnenbrille gefällt, die man auf der Nase hat. Die Geschichte der Burg Kintzheim und des "Affenberges" reicht bis in die Zeit der Merowinger zurück.

Ein lohnendes Ziel ist auch eine andere Burg: die Hohkönigsburg. Sie liegt zwischen Straßbourg und Colmar in der Nähe von Sélestat (Schlettstadt). Ausgerechnet Kaiser Wilhelm II. ließ die völlig zerstörte Ruine 1899 wieder aufbauen. Für den Kaiser persönliche Leidenschaft und politisches Signal seines Machtanspruchs im Elsass zugleich. Vieles ist nicht mehr original, aber die imposante Burg vermittelt dennoch einen guten Eindruck vom Leben hinter dicken Mauern.

Zehn Kilometer bergab, dort wo die Vogesenvorberge in die Rheinebene übergehen, liegt Kaysersberg. Eine Bilderbuchstadt an der Weinstraße. Ihre wechselvolle Geschichte geht bis auf die Römer zurück. Die Stadt besticht durch viele mittelalterliche Fachwerkhäuser. Im Sommer ist das Städtchen von Touristen überlaufen, nicht zuletzt, weil hier der Arzt, Philosoph und Musiker Albert Schweizer geboren wurde. Ein Museum im Pfarrhaus erinnert an den berühmten Sohn der Stadt und zeigt Fotografien sowie Dokumente aus der Zeit, als er in Lambarène sein Tropenhospital aufbaute.


Weitere Informationen:

Comité Régional du Tourisme d’Alsace
20A, rue Berthe Molly
BP 247
F-6800 Colmar cedex
Tel: +33/389/24 73 50
Fax: +33/389/24 73 51

 

 

 

 

 

 

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