Nach der Weinstraße
stellt das Valleé de Munster die zweitgrößte Touristenattraktion
des Elsass dar. Zwei Täler (ein größeres im Nordwesten in
Richtung Metzeral und ein kleineres im Süden nach Soultzeren)
bilden zusammen eine Bergwand mit einer Spitze bei Hohneck von
1366 Metern über dem Meeresspiegel.
Elsässische
„Städter“ kommen gerne hierher, um sich in ländlicher Umgebung zu
erholen, zu wandern oder Ski zu fahren.. Eine sehr beliebte Route ist
die "Berg-und-Tal-Straße" im Süden. Hier befinden sich zahlreiche
Berghütten, die jeden Vorbeiziehenden gastlich bewirten. Actionfans
können ihren Mut an waghalsigen Mountainbikestrecken messen.
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Das malerische Dorf Eschbach au Val
ist ein guter Ausgangspunkt für zahlreiche Exkursionen. Von dort aus
führt eine Straße zum Chateau du Schwarzenbourg. Auf den Ruinen dieses
Schlosses aus dem 12. Jh. befindet sich heute eine romantische
Nachahmung des alten Gebäudes. Folgt man der Straße etwas weiter,
bekommt man die Gelegenheit das Holzfäller Museum zu besuchen. Hier sind
Utensilien der Förster und Handwerker ausgestellt, die zur Bearbeitung
des Holzes vor der Industrialisierung des Prozesses verwendet wurden.
Weiter oben am Hang erreicht man den Gaschney Gipfel, den höchsten Punkt
des Münstertals, welcher besonders bei Skifahrern sehr beliebt ist.
Eine beliebte Delikatesse der Region
ist ihr Käse, der dank seiner
natürlichen Zutaten und der einzigartigen Art der Herstellung einen
unverkennbaren Charakter hat. Machen Sie sich einfach auf zu einer
"Käsetour", um die vielen
Käsesorten zu testen. Ihren Namen hat die Käsestraße von den vielleicht
zwei Dutzend Bauernhöfen, die den schon seit dem Mittelalter berühmten
Munsterkäse herstellen und verkaufen. Manchmal kann man bei der
Zubereitung zusehen. Munsterkäse wird aus roher (Munster fermier) oder
pasteurisierter Kuhmilch hergestellt, in unterschiedlich große Scheiben
geformt und reift mindestens einen Monat lang. Am besten schmeckt er,
wenn er intensiv riecht und fast schon auseinander läuft.
Manchmal wird der Käse mit Kümmel serviert. Einige der
Käse-Bauernhöfe gehören zu den sogenannten Fermes Auberges; man
kann dort zu günstigen Preisen auch rustikale Mahlzeiten
einnehmen und manchmal übernachten. Auskünfte hierzu (und eine
komplette Liste der Fermes-Auberges) erhält man beim Verkehrsamt
in Munster; rechtzeitige Anmeldung zum Urlaub auf dem Lande ist,
vor allem zu den Hauptreisezeiten, dringend anzuraten.
Besonders gut lässt sich die Landschaft rund um die Route du
fromage übrigens auch zu Fuß erschließen. Dafür sorgt unter
anderem ein hervorragend ausgebautes Wegenetz mit einer
Gesamtstrecke von fast 400 Kilometern. Die besten Jahreszeiten
sind der Frühling (die Blumenwiesen blühen in den höheren Lagen
oft noch bis in den Juli hinein) und der Spätherbst.
Um 660 n. Chr. wurde
bei Munster das St. Gregor Kloster gegründet, dessen Namen auch das Tal lange
Zeit teilte. Ein Käse aus dem Vallée de Munster wurde nach diesem Kloster
getauft. Die Stadt Munster hat hinsichtlich ihrer Entwicklung dem Einheimischen
André Hartmann vieles zu verdanken. Er hatte die Eingebung, die alten
Räumlichkeiten des Klosters für die Herstellung von Textilien zu nutzen und
schaffte somit alsbald ein florierendes Geschäft. Nähere Auskünfte über einen
Besuch der alten Klosteranlagen erteilt das örtliche Tourismusbüro (Place du
Marché) unter 03 89 77 31 80.
Ganz gleich, aus welchem der umliegenden Täler und auf welcher
Straße man nach Munster kommt, man ist zuallererst einmal schwer
enttäuscht. Mit dem Reiz der umliegenden Orte kann es Munster
schon deshalb nicht aufnehmen, weil die wertvolle historische
Bausubstanz dieses Ortes zuletzt in den bei den Weltkriegen -
fast vollständig zerstört wurde. Der heutige Besucher kann sich
kaum vorstellen, dass an dieser Stelle mehr als 500 Jahre lang
eines der bedeutendsten geistigen und kulturellen Zentren
Mitteleuropas lag.
Ende August, wenn die Feinbäcker Munsters beim Pastetenfest
vorführen, dass sich die kulinarischen Begabungen in dieser
Region keineswegs nur in der Herstellung von Munsterkäse
erschöpfen.
So gering hier die kunsthistorische Ausbeute bleibt, so groß
sind die landschaftlichen Reize, die der Erholungssuchende schon
in der nächsten Nachbarschaft Munsters findet. Beliebt (aber
nicht überlaufen und deshalb auch durchaus empfehlenswert) ist
zum Beispiel die Wanderung von Stosswihr (der Ort liegt nur zwei
Kilometer oberhalb von Munster auf der Straße zum Col de la
Schlucht) zur Dagobertshöhle bei Frankenthal.
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Etwas schreckhafte Gemüter sollten sich allerdings nicht nachts
- und schon gar nicht bei Vollmond - auf diesen Weg begeben.
Dann nämlich, so behaupten die Einwohner dieser Gegend steif und
fest, sind aus dem nahen Totesee-Moor die Angstschreie und das
leise Röcheln zweier im Sumpf versunkener Bösewichte zu hören.
Wer von Munster durch die Wiesenlandschaft des südlichen
Fechttals fährt, wird bestimmt bedauern, dass er im Auto sitzt.
Man möchte am liebsten aussteigen und die Reise zu Fuß
fortsetzen - so schön ist es hier. Eine vorzügliche Gelegenheit,
sich die Füße zu vertreten, bietet das Dorf Muhlbach. Bei einem
kleinen Ortsbummel sollte man hier auf keinen Fall einen Besuch
in einem der originellsten Museen des Elsass versäumen, dem
Musee des Schlittages (geöffnet Juli bis Mitte September, nur
nachmittags). Hier sind - meist im Original - jene Schlitten zu
besichtigen, mit denen die Holzfäller von alters her die
geschlagenen Stämme (und sich selbst) vom Berg ins Tal
beförderten - oft auf eigens zu diesem Zweck erbauten
Bohlenwegen.
Noch lustiger als ein Besuch in diesem Museum ist übrigens das
Zuschauen bei einem der Schlittenrennen, die die Muhlbacher noch
heute von Zeit zu Zeit veranstalten. (Auskünfte im Office de
Tourisme von Gerardmer.) Weiter geht es nach Metzeral, einem
idealen Ausgangspunkt für kleinere und größere Rundwanderungen
und für den Besuch zweier reizvoller Bergseen. Um diese zu
erreichen, muss man jetzt allerdings wirklich das Auto
verlassen. Ein Stück weit kann man von Metzeral aus noch auf der
D 10 VI fahren; doch dort, wo das Tal der Wormsa nördlich in die
Berge hinaufführt, geht es nur noch zu Fuß weiter.
Eine gute Stunde bergan zum Fischboedlesee, dem vielleicht
reizvollsten der elsässischen Gebirgsseen, und von dort noch
einmal eine halbe Stunde weiter zum größeren, von
eindrucksvollen Felsköpfen und Steinwänden umgebenen
Schießrothriedsee. Letzterer lässt sich von Muhlbach aus auch
direkt mit dem Auto ansteuern aber der Fußweg von Süden her ist
um vieles schöner.
Bevor man, wieder von Metzeral aus, den Col du Platzerwasel
erreicht, lohnt sich ein weiterer Abstecher zu Fuß. Auf den
Schnepfenried-Gipfel, von dem aus man bei einigermaßen guter
Fernsicht (also vor allem an klaren Herbsttagen) einen
herrlichen Blick über den nahen Grand Ballon d'Alsace und die
südlichen Ausläufer des Schwarzwalds jenseits der Rheinebene bis
hin zu den Alpen hat. Eiger, Mönch, Jungfrau, die Riesen des
Berner Oberlandes, sind hier an besonders "durchsichtigen" Tagen
ohne weiteres mit bloßem Auge auszumachen.
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