Das Grosse Ried "Le Grand Ried" ist ein kleiner, oft übersehener
Landstrich zwischen Straßburg und Colmar, zwischen dem großen
Rhein und dem kleinen Flüsschen Ill, das so berühmt ist, weil
auch Straßburg an seinen Ufern liegt. Ein Gebiet von vielen
Bächen und Kanälen durchzogen, voller Teiche und Tümpel. Eine
exotische Wasseridylle, die man am besten im Boot oder zu Fuß
ergründen sollte. Das Grosse Ried ist als Naturschutzgebiet
ausgewiesen und das französische Pendant zum deutschen
Taubergiessen auf der anderen Seite des Rheins.
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Ins Grosse Ried
kommt man über die Rheinbrücke Breisach über Vogelgrun und
Biesheim oder die Rheinbrücke Sasbach über Marckolsheim oder die
Rheinfähre Kappel über Rhinau nach Benfeld oder Sélestat.
Sélestat, zur Zeit der deutschen Besetzung "Schlettstadt", ist
sozusagen die "Hauptstadt" und größte Stadt im Ried. Einen
kleinen Vorgeschmack auf das große Ried erhält man durch eine
Fahrt mit der historischen Eisenbahn von Volgelsheim (Neuf-Brisach)
nach Marckolsheim.
Die Schönheit des
Großen Rieds erschließt sich vor allem vom Boot aus, besser
gesagt von Bord der langen, schmalen Kähne, die vom Bootsführer
durch die engen, verwunschenen Kanäle gestochert werden.
Umfangreiche Auskünfte über Bootsfahrten durch die Kanäle der
Rhinauinsel oder das Brunnwasser, einem der schönsten Wasserwege
des Rieds, erteilt das Office de Tourisme von Rhinau.
Bootsfahrten werden von hier aus organisiert. Einfache,
zweckmäßige Kleidung ist beim Besuch des Naturschutzgebietes
angesagt.
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Natürlich sollte
man im Ried auch Wandertouren unternehmen, der Natur unmittelbar
begegnen. Auch hier kann man sich an das Office de Tourisme von
Rhinau wenden. Es vermittelt Führer, Ranger genannt, die zum
einen die Natur schützen, zum anderen aber kenntnisreich durch
sie hindurch führen. Touristen vergleichen das Große Ried oft
mit der amerikanischen Sumpf- und Wasserlandschaft in Florida.
Benfeld liegt im Naturschutzgebiet "Le Grand Ried", nahe der
deutschen Grenze. Die Stadt ist Hauptzentrum der
Tabakproduktion. Benfeld selbst ist eine der schönsten kleinen
Ortschaften im Großen Ried. Für die Architektur-Liebhaber lohnt
sich der Besuch vor allem wegen des Rathauses aus dem 16. Jh.
Besonders ansprechend ist die Turmuhr aus dem Jahre 1620 mit den
Glockenschlägerfiguren: Söldner, Sensemann und Stubenhansel.
Zwischen diesen Figuren befinden sich drei Uhren: die obere Uhr
zeigt die Mondphasen an, die mittlere die Zeit von Paris und die
kleine Uhr unten zeigt die lokale Zeit von Straßburg an, die um
29 Minuten verschoben ist. Dies ist ein Meisterwerk des
Bildhauers Johann Fröbe aus Straßburg.
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Einen besonderen
Abstecher ist Séléstat wert. Eine wunderschöne Altstadt lädt zum
Spaziergang ein. Empfohlene Restaurants und Weinstuben locken
mit mehr oder weniger teuren Angeboten, die jedoch meistens gut
und je nach Geldbeutel empfehlenswert sind. Darüber hinaus
bietet die Stadt einen kulturellen Genuss ersten Ranges. Die
Humanistische Bibliothek gehört zu den Berühmtheiten und
Hauptattraktionen des Elsass. Sie ist eine der dreißig
bedeutendsten Bibliotheken der westlichen Welt und stammt aus
der Zeit des 15. und 16. Jahrhunderts, als Séléstat, damals
freie Reichsstadt Schlettstadt, mit den Namen der berühmten
Humanisten Erasmus von Rotterdam und Beatus Rhenanus eng
verbunden war. In der Nähe Sélestats liegt die Haut-Koenigsbourg,
eine der Touristenmagnete des Elsass.
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Natürlich wird im
"Großen Ried" auch gut gegessen. Wie Séléstat liegt auch der
kleine Ort Illhaeusern am Ufer der Ill. In diesem Ort, zu dem
eigentlich nicht viel zu sagen wäre, liegt einer der
berühmtesten Feinschmeckertempel Frankreichs. Die "Auberge de
l'Ill" ist eine Wallfahrtstätte - so man das nötige Kleingeld
hat. Über das Angebot der Speisekarte geraten Gourmets aus ganz
Europa ins Schwelgen. Ein Restaurant mit drei Sternen und fünf
Gabeln, im Guide Michelin ausgezeichnet.
Das "Nationalgericht" des Großen Rieds ist die so genannte "Matelotte"
an, ursprünglich ein Matrosengericht, jetzt ein Fischragout aus
Hecht, Aal, Zander, Barsch, Lachsforelle und Karpfen. Für
Liebhaber von Fischgerichten und solchen die es werden wollen,
ein echtes "Poème".
Auf dem Heimweg, so noch Zeit bleibt, kann man noch den Rhein
überqueren. Per Schiff bzw. mit der Fähre von Rhinau nach Kappel
auf der badischen Seite in Deutschland. Zur Zeit des
Sonnenuntergangs, bei entsprechendem Wetter, ein herrlicher
Anblick des Rieds am großen Strom, ein unvergessliches Erlebnis
für die Augen.
Weitere
Informationen:
Rhinau
Gute und ausführliche Informationen im Offices de Tourisme.
Tel.: 0033/3/88746896, Fax: 0033/3/88748855*
Marckolsheim
Tel.: 0033/3/88925698, Fax: 0033/3/88 925607.
Séléstat
Alle Auskünfte über die Stadt, ihre Geschichte, Treffpunkte und Events im Office
de Tourisme.
Tel.: 0033/3/88588720. Fax: 0033/3/88928863.
Benfeld
Besonders umfassende Informationen über Ausflüge ins Ried im Office de Tourisme.
Tel.: 0033/3/88740402. Fax: 0033/3/88581045.
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