Wie die Vogesen zum Elsass, so gehören die Ritterburgen zu den
Vogesen und zu der Region. Gerade im Sommer sind sie immer einen
Ausflug wert, sei es um an mittelalterliches Burgleben erinnert
zu werden oder einfach nur in historischer Atmosphäre die
wunderbare Aussicht über das Rheintal bis zum Schwarzwald zu
genießen. Zum Großteil sind die Ritterburgen heute nur noch als
Ruinen zu besichtigen.
Schöne Landschaft
und Kultur - beides bietet die "Route des 5 châteaux" nahe
Colmar. Zur Strasse der 5 Burgen gelangt man von Colmar aus über
das hübsche Weinstädtchen Eguisheim nach Husseren-les-Chateaux.
Von dort führt eine schmale, etwa 11 km lange kurvenreiche Route
von Süden nach Norden durch die Berglandschaft westlich des
Rheintales. Endpunkt der Strecke ist Wintzenheim am Eingang des
Münstertales.
Oberhalb von Husseren-les-Chateaux befindet sich ein
Wanderparkplatz zur Besichtigung der Donjons d'Eguisheim (oder
Drei Exen genannt), drei Burgen in unmittelbarer Nachbarschaft.
Nach einem kurzen 10-minütigen Aufstieg erreicht man die 591 m
hoch gelegenen Burgen Dagsbourg, Wahlenburg und Weckmund, erbaut
von den Grafen von Eguisheim und Dagsburg. Nach dem Erlöschen
des Dagsburger Geschlecht gingen die Burgen als bischöfliches
Lehen von Straßburg in verschiedenen Besitz über.
 |
Im 15.Jh. waren
die Burgen in den Händen des Raubritters Peter v. Egisheim. Als
dieser den Müller von Mülhausen, Herrmann Klee, bei sich
aufnahm, gab dies den Anlass zu dem Sechsplappertkrieg, welcher
das ganze obere Elsass verheerte. Herrmann von Klee lag im
Streit mit der Stadt und wandte sich an die Nachbarstädte, die
der Stadt etwas am Zeuge flicken wollten.
Klee verteidigte
Egisheim, aber die Mülhauser Bürger gewannen noch Bauern, Bürger
und Handwerker von Kayserberg und Turkheim hinzu. Mit nun
vereinten Kräften erstürmten die Mülhauser am Fronleichnamstag
1466 die Drei Exen. Peter v. Egisheim entkam, aber Hermann Klee
wurde mit drei Gefährten gehenkt. Die drei Burgen wurden nach
der damals üblichen Prozedur ausgebrannt. Die Kapelle, die Leo
IX eingeweiht hatte, bliebt vom Brand verschont. Die Dagsburg
ging an die Gemeinde Egisheim.
Die Einteilung
des Schlosses in 3 unabhängige Einheiten, von der jede einen
eigenen Bergfried hatte, erklärt sich durch die
Familienaufteilungen, die in den 12. und 13. Jahrhunderten
stattfanden. Der aus dieser Familie abstammende Papst, Leo IX,
kam dort zur Welt.
Sechs Kilometer
weiter liegt die mächtige Hohlandsbourg (627 m ü.d.M.). Sie
wurde 1279 von Siegfried von Gundolsheim, Vogt von Colmar,
errichtet. Im 16. Jahrhundert baute Lazarus von Schwendi,
Heerführer der Habsburger, die Festung weiter aus. Von Schwendi
brachte von seinen Feldzügen gegen die Türken die Tokayrebe mit
und baute sie im Elsaß erfolgreich an. Im Dreißigjährigen Krieg
wurde die Burg geschleift. Die Außenmauern blieben jedoch
größtenteils erhalten. Seit 1840 steht die Hohlandsbourg unter
Denkmalschutz, umfangreiche Renovierungsarbeiten werden seit
1985 durchgeführt. Die hohen Befestigungsmauern umschließen auf
70 x 100 m Grundfläche einen großen Hof, der im Norden von dem
Oberschloss überragt wird.
Innerhalb der
Burg befinden sich Ausstellungsräume und eine Gaststätte. In der
sogenannten großen Bastion ist ein mittelalterlichen
Kräutergarten angelegt worden. Ein Rundgang über die Mauern
bietet einen herrlichen Blick über Colmar und die Vogesen.
Die letzte der fünf Burgen ist die ca 2 km von der Hohlandsbourg
entfernte gut erhaltene Ruine Pflixbourg mit ihrem 22 m hohen
Turm (454 m ü.d.M.).
|