Die Hochkönigsburg, die beeindruckendste Burg des Elsass.
Zwischen Strasbourg und Colmar in der Nähe von Selestat gelegen,
ist sie eines der meistbesuchten Ausflugsziele Frankreichs. Auf
einem 757 m hohen Bergkegel am Osthang der Vogesen angelegt,
bietet sie ein eindrucksvolles Panorama. Vom Westbollwerk aus
hat man einen fantastischen Ausblick über die Rheinebene bis zum
Schwarzwald.
Die
Hochkönigsburg wird zum ersten Mal im 12.
Jahrhundert erwähnt. Die Felsnase der Burg lag am Kreuzungspunkt wichtiger
Handelsstrassen. So verlief von Nord nach Süd die Getreide- und Weinstraße und
von Westen nach Osten die Salz- und Silberstraße. Nachdem die Burg zunächst an
die Habsburger gefallen war, wurde sie 1479 dem Haus Tierstein als Lehen
übergeben. Diese ließen die Burg wieder aufbauen und statteten sie mit einem
artilleriegerechten Wehrsystem aus.
Während des dreißigjährigen
Krieges (1618-1648) kam es zu einem Angriff auf die Burg. Hauptmann Philipp von
Liechtenau hielt über einen Monat den Angriffen der Schweden statt. Schließlich
wurde sie dann aber doch in Brand gesteckt. Nach der Plünderung und Zerstörung
durch die Schweden wurde die Burg nicht wieder aufgebaut. Die Zeiten der Burgen
als Befestigungsanlagen waren mit der aufkommenden Artillerie vorbei.
1865 kam die Burg
in den Besitz der Stadt Schlettstadt. Am 4.5.1899 schenkte die
Stadt anlässlich eines Besuchs Wilhelms II dem Kaiser die
Burgruine. Ihr fehlte das Geld, um sich um die Ruine zu kümmern,
von der nur noch die Grundmauern standen. "Ich bin glücklich,
eine eigene Domäne im Elsaß zu besitzen", schrieb der Kaiser dem
Bürgermeister. Zuerst wusste er allerdings nicht so recht, was
er mit der Ruine anfangen sollte. Der Berliner Architekt Bodo
Eberhardt überzeugte ihn davon, den Zustand des 16. Jahrhunderts
wiederherzustellen.
Der
Landesausschuss von Elsass-Lothringen, eine Art Parlament,
erklärte sich bereit, das Projekt mitzufinanzieren. Ein Grund
für den Kaiser, eine Sonderregelung außer Kraft zu setzen, die
den Elsässern und Lothringern weniger Rechte eingeräumt hatte,
als den Bewohnern des Reichs. 1900-1908 wurde die Burg im
Auftrag von Kaiser Wilhelm II renoviert.
Am 13. Mai 1908
regnete es in Strömen. Ein Meer von Regenschirmen säumte den Weg
zur Hochkönigsburg. So hatte sich der deutsche Kaiser Wilhelm II
den Festumzug zur Einweihung seiner Burg nicht vorgestellt. 1993
wird das restaurierte Schloss zum historischen Bauwerk erklärt
und unter Schutz gestellt.
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