Der Europarat ist die erste gesamteuropäische Organisation und
gilt als Symbol für das Bekenntnis der demokratischen Staaten
Europas zu bestimmten, gemeinsamen Werten - den Menschenrechten,
der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit. Seit der Gründung im
Jahr 1949 trägt er zur demokratischen Gewissensbildung auf dem
Kontinent bei. Als politische Organisation ist er eine ideale
Plattform für politische Zusammenarbeit und setzt sich dabei für
die Erwartungen und Sorgen von Millionen Europäern ein.
Das Hauptgebäude
des Europarats, das ,,Palais de l'Europe", wurde von dem
französischen Architekten Henry Bernard entworfen. Nach den
Worten seines Erbauers, soll es ,,durch seine machtvolle äußere
Gestalt daran erinnern, dass Einigkeit stark macht. Sein warmes
und heiteres Inneres mit den verspielten Kurven soll eine
herzliche und vertrauenserweckende Atmosphäre schaffen und so
den freien Gedankenaustausch anregen".
Das 1977
eingeweihte quadratische Gebäude hat eine Außenwandlänge von je
106 Metern und eine Höhe von 38 Metern. Seine Nutzfläche beträgt
64.000 m² und verteilt sich auf neun Stockwerke. Drei Farben
beherrschen das Äußere des Bauwerks: das Rot der
Kunststeinplatten, das Silber der mit Aluminium verkleideten
Fassade und das Goldbraun der großflächigen Fenster der
Konferenzsäle. Es bietet Platz für 17 Konferenzräume, die alle
mit Dolmetschanlagen für zahlreiche Sprachen ausgestattet sind,
und 1000 Büroräume für das Sekretariatspersonal.
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Verschiedene
Kunstwerke, Wandteppiche, Bilder und Plastiken zieren den
Innenraum und die Gärten. Es sind Spenden der Regierungen und
Parlamente an den Europarat. Minister, Abgeordnete, Gemeinde-
und Regionalräte, Fachleute, Verbandsvertretungen und junge
Menschen kommen von überall her im Europarat zusammen und
tauschen hier ihre Ideen, ihr Wissen und ihre Erfahrungen aus.
Sie alle wollen das Größere Europa mitgestalten und es zu einem
demokratischen Raum machen, in dem der Rechtsstaat Geltung hat.
Der Sitzungssaal
des Ministerkomitees, ein Runderker mit Blick auf den Pavillon
Josephine in dem gegenüberliegenden Orangerie-Park, beherrscht
die Südostkante des Gebäudes. Die Außenminister der
Mitgliedstaaten oder ihre Vertreter/innen tagen an einem runden,
mit Leder bekleideten Tisch. Aus Sicherheitsgründen ist der Raum
nicht frei zugänglich. Das Ministerkomitee ist das
beschlussfassende Organ der Organisation. Es entscheidet über
ihren Hauhalt und ihr Arbeitsprogramm.
Der Plenarsaal
der Parlamentarischen Versammlung befindet sich in der Mitte des
Gebäudes zwischen zwei Gartenanlagen. Mit seinen 600 Sitzen
bietet er Platz für die Mitglieder der Versammlung bzw. für die
Kommunal- und Regionalvertreter Europas. Auf den Tribünen können
Journalisten und Besucher die Debatten verfolgen. Breit
ausschwingende Mahagonibogen tragen das kupferbedeckte Dach, das
nur vom Inneren des Gebäudes aus sichtbar ist. Der Plenarsaal
wird oft im Fernsehen gezeigt und ist daher wohlbekannt. Bis
1999 fanden hier auch Plenarsitzungen des Europäischen
Parlaments statt. Dieses übersiedelte dann in das ,,Louise Weiss
Gebäude", dessen Glasfassade sich majestätisch am anderen Ufer
der Ill erhebt .
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Das
Menschenrechtsgebäude ist ein Werk des britischen Architekten,
Richard Rogers. Der zeitgenössische und symbolträchtige Bau soll
die notwendige Verflechtung von Gerechtigkeit und Transparenz
bekunden. Die Fassade erinnert an die Waage der Justitia. Die
Längsseite des 1995 übergebenen Gebäudes folgt in sanftem Bogen
dem Flusslauf der Ill, die dann auf die Straßburger Innenstadt
zufließt. Die zwei Zylinder der Vorderfront beherbergen die
Gerichtssäle des Europäischen Gerichtshofs. Diese turmartigen
Elemente verbinden zwei Hauptbereiche miteinander: den
öffentlich zugänglichen, wo in kreisförmiger Bewegung Aluminium,
Glas und Vogesenstein ineinander übergehen, und die einfacher
gestalteten, schlichten Büroräumen.
Der Europäische
Gerichtshof für Menschenrechte ist das ständige Gerichtsorgan,
das über die Einhaltung der Europäischen
Menschenrechtskonvention wacht. Der Gerichtshof ist unabhängig
und sichert die Rechte von 800 Millionen Menschen. Sie können
sich an dieses supranationale Organ wenden, um den Schutz ihrer
Rechte und Grundfreiheiten zu erwirken.
Das Europäische
Jugendzentrum liegt nicht unweit vom Europarat in einer Grünzone
in unmittelbarer Nähe von Sportanlagen. Es ist eine
Bildungseinrichtung mit Unterkunftsmöglichkeit sowie ein
internationaler Treffpunkt für Leiter europäischer
Jugendverbände.
Die Europäische
Audiovisuelle Beobachtungsstelle befindet sich schräg gegenüber
vom Europarat in Richtung Stadtzentrum. Sie ist im ersten Stock
der Villa Schutzenbergerger, 76 Allée de la Robertsau
angesiedelt, wo auch der Straßburger Presseclub untergebracht
ist. Wir haben es hier mit einem der schönsten Jugendstilbauten
der Stadt zu tun. Die Europäische Audiovisuelle
Beobachtungsstelle ist eine einmalige Einrichtung, die
Informationen über den audiovisuellen Sektor in Europa sammelt,
verarbeitet und verbreitet.
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Die Europafahne,
ein Kreis von zwölf goldenen Sternen auf azurblauem Hintergrund
symbolisiert die Einheit der Völker Europas. Die Anzahl der
Sterne bleibt unverändert, die Zahl zwölf gilt als Symbol der
Vollkommenheit. Die Fahne wurde 1955 vom Europarat zum
offiziellen Emblem Europas erklärt und wurde später, im Jahre
1986, auch von der Europäischen Union übernommen. Sie ist nun
auch zum Symbol für das Größere Europa geworden. Die Europahymne
wurde vom Europarat 1972 ausgewählt. Es ist die ,,Ode and die
Freude" aus Beethovens 9.Sinfonie in einer musikalischen
Bearbeitung von Herbert von Karajan. Sie wird bei europäischen
Anlässen gespielt.
Weitere Informationen:
Europarat
Avenue de l'Europe
F - 67075 STRASBOURG CEDEX
Tel.: + 33 (0)3 88 41 20 00
Fax: + 33 (0)3 88 41 27 81
infopoint@coe.int
Besuchergruppen:
(Gruppen von mindestens 15 Personen)
Besucherdienst des Europarates
F - 67075 Strasbourg Cedex
Tel.: + 33 (0)3 88 41 20 29
Fax: + 33 (0)3 88 41 27 54
visites@coe.int
Einzelbesichtigung:
(Voranmeldung ausschließlich telefonisch)
Tel.: + 33 (0)3 90 21 49 40
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