Das Eco-Museum ist
das größte Freilichtmuseum Frankreichs. Hier wurden Häuser,
vorwiegend aus dem südlichen Elsass und dem Sundgau wieder
aufgebaut. Neben den typischen Bauernhäusern der Region gibt es
im Museumsdorf eine Bäckerei, eine Schule, eine Wassermühle,
eine Töpferei und sogar eine Schnapsbrennerei. Und wie es sich
für ein richtiges Dorf gehört, leben hier Pferde, Schweine,
Kühe, Esel, Ziegen, Enten, Gänse, Störche und andere Tiere.
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Störche
fliegen über das Gelände und landen auf den Dächern der rund 70
Bauernhäuser. Ein Hahn kräht. Zwei Kühe ziehen einen Wagen mit
Baumstämmen. Ist das hier Wirklichkeit? Wer durch das Ecomusée im Elsass
läuft, glaubt, aus einer Zeitmaschine ausgestiegen zu sein. Für die
meisten Leute, die hier arbeiten, ist dieser Ökopark nicht nur ein
Freizeitpark. Hier wird bewahrt, was im Elsass einmal war: Traditionen,
alte Gebäude, frühere Berufe.
Etwa der Arbeitsplatz des Schmieds ist in einem alten, niedrigen
Fachwerkhaus, das 1984 in Illkirch bei Straßburg abgebaut und auf dem
Gelände des Ecomusée im oberelsässischen Kalibecken wieder aufgebaut
wurde, untergebracht. Hier kann man beobachten, wie sich der Schmied vor
Touristen abschuftet, wenn er in blauer Arbeitshose Metallstangen auf
dem Ambos bearbeitet. Hinter ihm flackert eine Flamme, das Eisen glüht
und Funken sprühen, wenn er mit seiner kräftigen, rußschwarzen Hand
darauf hämmert. Er schmiedet das, was im Museum benötigt wird:
Schlösser, Scharniere, Türangeln.
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Das Ecomusée
im Elsass ist ein Park, der die Vergangenheit pflegt - wobei der Begriff
mit "Ökomuseum" wortgetreu, aber ungenau übersetzt ist. Ein Ecomusée
thematisiert Umwelt in einem umfassenderen Sinn, bringt Natur, Kultur,
Landschaft und Geschichte zusammen. Anfang der 80er-Jahre kroch auf dem
100 Hektar großen Gelände kaum eine Getier mehr. Die saure Erde hier im
Kalibecken gab Pflanzen keine Chance. Einige Elsässer, die mit
Leidenschaft alte Bauernhäuser renovierten, kauften das Gelände mit dem
Ziel, im Elsass vom Abriss bedrohte Bauernhäuser zu retten, sie
abzubauen, hier wieder zu errichten und mit Leben zu füllen.
Zuschauen und beobachten, vorbeiflanieren am Wasserrad, einem Töpfer auf
die Hände schauen, während er den Ton formt - die Mitarbeiter des
Ökomuseums arbeiten und lassen vergangene Zeiten aufleben, damit sich
die Touristen entspannen können. Kinder basteln Holzskulpturen in einer
Schreinerei oder bauen Lehmhütten. Einblicke erhält man auch in die
Landwirtschaft und in den Weinbau von damals. Zu bestimmten Jahreszeiten
werden hier die elsässischen Bräuche wiederbelebt: Karneval,
Ostereiersuchen, Erntedankfest oder elsässische Weihnachten.
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Trotz oder
gerade wegen der heutigen Schnelllebigkeit: Das Ökumuseum funktioniert.
180 Angestellte arbeiten in Ungersheim, 150 freiwillige Jugendliche und
Rentner sorgen dafür, dass im Ecomusée die Traditionen weitergegeben
werden. 320 000 Besucher kommen im Jahr, zwischen 1500 und 3000 am Tag.
Touristen aus der Region und von weit her, Menschen jeden Alters.
Seit
September 2002 ist der Kalibergbau im Elsass endgültig eingestellt.
Aufgekauft vom Ecomusée ist die Mine Rodolphe als kulturelles Erbe
erhalten geblieben.
Ein Zug bringt Sie in das nahe gelegene ehemalige Kali Bergwerk "Clair
de Mine", wo Sie in einen 500 m langen Schacht absteigen oder einen
Multimedia-Rundgang machen können. In der Zeche werden Videoprojektionen
über die Arbeitsbedingungen und die Geschichte des hundertjährigen
Kalibergbaus gezeigt werden. In der Zeche Rodolphe waren in den
60er-Jahren noch 1500 Minenarbeiter beschäftigt.
Weitere Informationen:
Ecomusée
d'Alsace
BP 71
F - 68190 UNGERSHEIM
Tel. : 33 (0)3 89 74 44 74
Fax : 33 (0)3 89 74 44 65
www.ecomusee-alsace.com
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