Fast 400 Fahrzeuge aus der berühmten Schlumpf-Sammlung
beherbergt das Nationale Automobilmuseum. Die einzigartige
Sammlung schlägt ein Rad von den Anfängen des Automobilbaus mit
den ältesten Exponaten (Panhard und Levassor, 1893), über die
teuersten (Bugatti Royale), den elegantesten (Rolls Royce Silver
Ghost) bis hin zu den schnellsten (Porsche 936, 360 km/h).
Nur 5 Minuten vom
Stadtzentrum Mülhausens entfernt befindet sich das bedeutendste
Automobilmuseum der Welt. Prachtstücke der Automobilgeschichte -
darunter die schönsten und berühmtesten Autos der Welt - sind
hier zuhause. Europäische und vor allem französische Autos von
den Anfängen bis zur Gegenwart sind zu bestaunen. Namen wie
Bugatti, Panhard Levassor, Maybach, Hispano Suiza, Horch, Benz,
Peugeot, Renault, Citroen, Ferrari, Lotus, Rolls Royce oder
Bentley.
Alle diese
seltenen Fahrzeuge sind in einer geräumigen ehemaligen
Wollspinnereihalle ausgestellt, die auf eine bezaubernde Art
ausgestattet wurde: Auf einer Fläche von 17.000 m² geht man
durch breite Alleen von fast 2 km Länge unter antiken
Straßenlaternen an der gesamten Schlumpf-Sammlung vorbei. Hier
stehen die Wagen von Charlie Chaplin, Präsident Poincaré, Kaiser
Bao Dai, Juan Manuel Fangio, Maurice Trintignant und vielen
anderen. Sie zeugen von der Autoleidenschaft und der Vorliebe
ihrer ehemaligen Besitzer.
Jedes der
ausgestellten Fahrzeuge ist übrigens ein wahres Prachtstück,
denn vom 1878 gebauten genialen Jaquet bis zum Formel 1 Ferrari
der letzten Jahre erhält der Besucher einen Eindruck vom
Erfindergeist und der Arbeit jener, die wesentlich zur
Geschichte des Automobils beigetragen haben.
Eine Leidenschaft
des Gründers der Sammlung, Fritz Schlumpf, galt den Bugattis,
deren Fabrikationsstätte in Molsheim im Elsass (nicht weit von
Strasbourg) lag. Prachtstücke der Sammlung sind die
"Meisterwerke", die in einem Extra-Raum ausgestellt sind, 80
Luxuslimousinen vorwiegend aus den 30er Jahren. Dazu gehören
z.B. ein Rolls Royce Silver Ghost von 1924 (Besitzer Charlie
Chaplin), und als Höhepunkte der Sammlung die Bugatti Royale,
darunter das Coupé Napoleon, das Ettore Bugatti gehörte.
Das Museum
verfügt über modernste Multimedia-Einrichtungen, die Besucher
können sich auf Großleinwänden und Plasmabildschirmen
verschiedene Filme anschauen. Zahlreiche Animationen,
Simulatoren, Fahrsimulatoren, Minikartbahn und einem
Spielbereich für die kleinsten Autofans, machen den Besuch auch
für Kinder abwechslungs- und erlebnisreich.
Mindestens
genauso faszinierend wie die Sammlung ist die
Entstehungsgeschichte dieses Museums durch die Gebrüder
Schlumpf.
Entstehungsgeschichte
Der im Elsass
aufgewachsene Schweizer Industrielle Fritz Schlumpf gründete
1935 mit seinem Bruder im Elsass seine eigene Textilfabrik
und kaufte in den folgenden Jahren noch weitere dazu. In
seinen vier französischen Kammgarnfabriken, drei davon im
Elsass, waren in den 70er Jahren rund 2000 Arbeiter
beschäftigt. Schon seit seiner Kindheit interessierte sich
Fritz Schlumpf für den Automotorsport und vor allem für
Bugatti-Automobile, die in Molsheim (Elsass) hergestellt
wurden. Als 1957 die Molsheimer Bugatti-Fabrik aufgelöst
wurde entschloss sich Fritz Schlumpf das Erbe Bugattis zu
retten und kaufte nicht nur die Produktionsreste, sondern
gleich dutzendweise weitere Automobile in der ganzen Welt.
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Aus der
anfänglichen Leidenschaft entwickelte sich rasch eine
verhängnisvolle Sammelsucht, die jegliches Mass zu sprengen
begann. Auf Kosten seiner Fabriken kaufte er in den nächsten
20 Jahren auf der ganzen Welt rund 500 Oldtimer, die er in
seinem privaten Automobilmuseum versteckt hielt. Als in den
60er Jahren die Textilindustrie, darunter auch seine
Betriebe, in Schwierigkeiten gerieten, beschloss er 1965,
eine seiner Spinnereien in eine Restaurationswerkstatt für
Automobile zu verwandeln.
Statt sich um
seine Betriebe zu kümmern, widmete er sich immer mehr seinen
Automobilen. Gegen Ende der 70er Jahre melden die
Schlumpf-Brüder Konkurs an und entlassen 2069 Arbeiter.
Anlässlich einer heimlichen Fotoreportage im streng
bewachten Privatmuseum von Fritz Schlumpf im Februar 1977
verbreiten sich schlagartig Gerüchte über die enorme
Sammlung und den Reichtum von Fritz Schlumpf. Daraufhin
besetzten die Arbeiter während zwei Jahren die Sammlung. Sie
verschafften sich Zutritt zu den Geschäfts- und Privaträumen
und lieferten Belastungsmaterial an die Staatsanwaltschaft
von Mulhouse. Es folgte unmittelbar die Anklage wegen
betrügerischem Konkurs und Veruntreuung von Betriebsvermögen
sowie der Haftbefehl. Eine Zuchthausstrafe wurde allerdings
wegen hohen Alters bedingt erlassen.
Währenddem das Textilimperium der Gebrüder Schlumpf um die
einstmals wichtige Industriestadt Mulhouse längst tot ist,
wurde die Automobilsammlung unter Denkmalschutz gestellt und
aus der Konkursmasse an die Association Proprietaire du
Musée National de l'Automobile de Mulhouse verkauft.
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Heute gilt sie
als das grösste Automobilmuseum der Welt und verzeichnet
jährlich über 220.000 Besucher.
Das Nationale Automobilmuseum von Mulhouse, Zeuge des Genies und
der Arbeit derjenigen, die das Auto aus der Wiege gehoben haben,
ist eine wahrhaftige Begegnungsstätte mit der Geschichte und
eine echte Fundgrube für Entdeckungen.
Weitere
Informationen:
Musée National de
l’Automobile - Collection Schlumpf
192 avenue de Colmar
F-68200 MULHOUSE
Tél : +33 (0)3 89 33 23 23
Fax : +33 (0)3 89 32 08 09
message@collection-schlumpf.com
www.collection-schlumpf.com
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