Wenn man im Elsass von „Winstuben“ spricht, dann denkt man an „Convivialité“ –
ein Wort, das keinem anderen deutschen Wort gleichkommt und das eine
unverkennbare Wohlfühlatmosphäre verspricht. Diese „Winstuben“ sind Ausdruck der
elsässischen Seele, voller Lebenslust und Geselligkeit.
Bereits das Aushängeschild am Eingang verweist
auf diese den Weinstuben angeborene Echtheit. Die vor den Lokalen angebrachten
Speisekarten zeigen dies schon deutlich in ihrer Aufmachung. Die Tradition ist
zu erkennen an der Altdeutschen Schrift und an den umlaufenden Verzierungen.
Dadurch fühlt man sich in eine längst vergangene Zeit zurück versetzt. Obwohl
man sich in Frankreich befindet, werden die Gerichte nicht nur auf französisch,
sondern auch in deutsch und englisch angeboten. Dabei wird die Hausmannskost in
elsässisch – alemannischem Dialekt aufgeführt. Die Preise sind dabei nicht nur in
Euro, sondern auch in Francs angegeben.
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Die Lokale haben meistens große Fenster. Damit
sieht der Gast schon von außen, wieweit das Lokal besetzt ist. Im Inneren
strahlen die Holztäfelungen viel Wärme aus. In der „Winstub“ findet der Gast all die traditionellen
elsässischen Speisen, die schon die Großmutter kannte wie Kartoffelpuffer,
Leberknödel, Baekeoffe oder Sauerkraut. Außerdem werden Crepes in allem
möglichen Geschmacksvarianten angeboten. In der gemütlichen Gaststube sitzt man
eng zusammen an Holztischen, die mit rot-karierten Tischdecken dekoriert sind.
Vor dem Essen wird häufig, auf die karierte Tischdecke zur Schonung, eine große
Papierdecke gelegt, um nicht neu eindecken zu müssen. Dabei ist es
selbstverständlich, dass ein Korb Baguette, der immer wieder aufgefüllt wird,
auf den Tisch gestellt wird. Dies gehört nämlich in Frankreich zum Gedeck. Das
Essen ist deftig und wird zügig serviert.
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An den berühmten „Stammtischen" dauert das Essen allerdings meist etwas
länger: An diesen großen Tischen kommen die Stammtischgänger zusammen, um die
Welt zu verbessern. Zu früheren Zeiten gehörten bestimmte „Winstuben" auch zu
den Lieblingslokalen von Künstlern, die hier zusammenkamen, um zu diskutieren,
Gedichte vorzutragen oder Musik zu machen.
Abgesehen von den großen klassischen Häusern der Gastronomie eignet sich
nichts so gut, um die elsässische Küche auszuprobieren, wie die „Winstuben". Eine „Winstub" steht als Musterbeispiel für „Art de
Vivre" auf Straßburgerisch. Ursprünglich handelte es sich hierbei um einen
offenen Raum, der es seinen Besitzern (Winzern) ermöglichte, die Überschüsse aus
ihrem Weinanbau abzusetzen. Der Wein wurde den ganzen Tag über in Krügen
serviert, und dazu reichte man kleine einfache Gerichte.
Heute gilt die „Winstub" als DAS typisch
elsässische Restaurant, das durch seinen regionalen Charme im Stil eines
Landgasthauses besticht. Die „Winstub"
ist einfach ein Ort, an dem man sich noch die Zeit nimmt, das Leben zu genießen.
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