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    Weinanbau, Winzer und Weinstuben

Weinanbaugebiete im Elsass

Das elsässische Weinbaugebiet ist, abgesehen von ein paar kleinen Flächen um Wissembourg herum, 100 km lang und nur selten mehr als 5 km breit. Das Gebiet gehört mit seinen malerischen und höchst reizvollen Städtchen zu den landschaftlich schönsten der Welt. Als langer, schmaler Gürtel zieht es sich entlang der Vogesen, abfallend zum Rheintal. Bekannt für seinen Edelzwicker, einem leichten Verschnitt-Wein, der in den unzähligen, gemütlichen Weinstuben dieser Region vor allem auch bei den Touristen regen Zuspruch findet. Aber auch Riesling, Silvaner, Gewürztraminer, Muscat und andere Weißweine gedeihen auf unterschiedlichen Böden in kontinentalem Klima. Aus der Aufzählung wird bereits die einseitige Bepflanzung mit Weißwein-Reben deutlich. Rotweine wie Pinot Noir oder Spätburgunder fallen quantitativ wie qualitativ kaum ins Gewicht. Elsässische Weine gibt es ausschließlich in der typischen "Flûte", einer langgezogenen Schlegelflasche, die der deutschen Moselweinflasche in der Form ähnelt, jedoch noch schlanker ist.

Die gesamte Weinanbaufläche im Elsass beträgt weniger als 14.000 Hektar. Die meisten Weinberge befinden sich auf einer Höhe von 200 bis 400 Metern und genießen ein warmes und sonniges Klima mit weniger als 500 mm Niederschlag pro Jahr.
Seit 1962 hat das Elsaß das Recht seine besten Weine mit dem A.O.C.-Siegel (die höchste Stufe der Qualitätsweine in Frankreich) zu kennzeichnen. 1975 folgte die Appellation "Alsace Grand Cru" - eine Ehre, die nur wenige Weinanbaugebiete im Land haben. Dies bringt strenge Qualitätskontrollen, Begrenzung der Anbauflächen und Festlegung der zugelassenen Rebsorten mit sich. Die Weine, die aus diesen Rebsorten produziert werden, sind meist trocken und fruchtig. Anders als im Bordeaux-Gebiet werden fast alle elsässischen Weine aus einer einzigen Rebsorte erzeugt. Eine Ausnahme bilden der Edelzwicker und der Crémant d'Alsace.

Der Elsass teilt sich in zwei Départements, das als besseres Wein-Gebiet bezeichnete, südliche Haut-Rhin (Ober-Rhein) und das nördliche Bas-Rhin (Unter-Rhein). Die 170 Kilometer lange Weinstraße "Route du Vin" berührt viele der wunderschönen Weinorte im landschaftlich ungemein reizvollen Gebiet. Weinbau wird hier seit dem 2. Jahrhundert betrieben. Schon im 16. Jahrhundert gab es eine Art Appellation Contrôlée, der damalige Winzerverband von Riquewihr (einer der bekanntesten Weinorte, der heute komplett unter Denkmalschutz steht) legte den Erntezeitpunkt (so spät und reif als möglich) und die zulässigen "edlen" Rebsorten fest, zum Beispiel musste die Sorte Elbling ausgerissen werden. Die größte Ausdehnung erreichte das Gebiet Mitte des 19. Jahrhundert, die Rebfläche war damals doppelt so groß wie heute. Dann schlug auch hier die Reblaus zu. Rund sieben Jahrhunderte lang war der Elsass deutsches Gebiet, 1860 kam es zu Frankreich, war dann von 1870 bis 1918 wieder Teil des Deutschen Reiches und zählte danach (mit kurzer Unterbrechung im Zweiten Weltkrieg) wieder zu Frankreich. Von 1871 bis 1918 gab es das Reichsland Elsass-Lothringen, der Weinbau im Teil Lothringen besitzt jedoch eigenständigen Charakter. Auf Grund dieser geschichtlichen Entwicklung ist die elsässische Weinkultur bezüglich Rebsorten und Herstellung deutsch geprägt und unterscheidet sich stark von den anderen französischen Weinbau-Gebieten.

Die Appellationen
Das System der elsässischen Herkunftsbezeichnungen ist denkbar einfach. Die Appellation lautet Alsace oder Vin d'Alsace. Der Name der Rebsorte oder die Bezeichnung Edelzwicker dürfen angefügt werden. Die Appellation Vin D'Alsace darf allerdings nur der Wein tragen, der von bestimmten, bevorzugten Hügellagen kommt und vom Nationalen Weininstitut ein Zertifikat bekommen hat. Alsace Grands Crus (nur für Riesling und Muscat) werden häufig mit dem Herkunftsort oder einer der 50 gesetzlich festgelegten Lagen bezeichnet. Zusätzlich gibt es im Elsass die Prädikate Vendanges tardives (Spätlese) und Sélection de grains nobles (Auslese), letzteres für Weine aus sorgfältig ausgelesenen und von Edelfäule befallenen Weinbeeren. Die Bezeichnung Crémant d'Alsace dürfen nur Schaumweine aus bestimmten Rebsorten führen, die die 2. Gärung auf der Flasche durchgemacht und mindestens 9 Monate auf der Hefe gelegen haben.

Die bekannten Weinorte (Nord)
Wie bzw. wo bekommt man nun den besten Elsässer Wein? Da die Lage nur selten auf dem Etikett erwähnt wird, sind neben der Rebsorte auch der Bekanntheitsgrad des Herkunftsort und der Name des Erzeugers bzw. des Abfüllers wichtig. Um Ihnen die Auswahl etwas zu erleichtern, haben wir nachstehend einige der bekanntesten Elsässischen Weinorte, teilweise mit Angabe der angebauten Rebsorte und den jeweiligen führenden Erzeugern/Abfüllern, von Nord nach Süd aufgeführt:

- Marlenheim mit Rosé-Weinen aus Pinot Noir

- Obernai mit der Lage Clos-Saint-Odile

- Goxweiler mit einigen guten Weißweinen

- Barr mit herausragenden Gewurztraminern und Rieslingen. Der
  "Kirchberg" ist als Grand Cru eingestuft.

- Mittelbergheim mit einigen vorzüglichen Weißweinen.

- Andlau, einer der bedeutendsten Weinbauorte mit den drei
  Grand-Crus-Lagen Kastelberg, Moenchberg und Wiebelsberg

- Dambach-la-Ville mit einer reihe ansprechender Rieslinge und
  Gewürztraminer

- Bergheim, hervorragende Weinbaugemeinde mit den Grand-Crus-
  Lagen Altenberg und Kanzlerberg.

- Ribeauvillée, eines der bedeutendsten Weinstädtchen, vor allem
  bei Riesling und Gewürztraminer, insb. von den Spitzenlagen
  Geisberg und Kirchberg.

Die bekannten Weinorte (Süd)
- Hunawihr mit Grand-Cru-Lage Rosacker.

- Riquewihr, einer der besten Weinbauorte für Riesling und
  Gewürztraminer. Die besten Lagen sind Schoenenberg und
  Sporen, jedoch ohne Grand-Cru-Status.

- Mittelwihr, ein kleiner, hervorragender Weinbauort mit zum Teil
  überragender Qualität.

- Sigolsheim, eine der größten Weinbaugemeinden im Elsass mit
  den Spitzenlagen Mambourg, Altenbourg, Vogelgarten u.a.,
  jedoch ohne Grand-Cru-Status.

- Kientzheim ist eine ausgezeichnete Weinbaugemeinde mit der
  bekannten Lage "Schlossberg", der als erster das Prädikat
  Alsace Grand cru verliehen wurde.

- Kaysersberg ist eine kleine, zu Recht berühmte
  Weinbaugemeinde, die sich mit Kientzheim den Schlossberg
 
teilt.

- Ammerschwihr mit der bekannten Lage Kaeferkopf und weithin
  geschätzten Rieslingen und Gewürztraminern.

- Turckheim mit der Grand-Cru-Lage Brand.

- Wintzenheim mit der Grand-Cru-Lage Hengst und in guten
  Jahren hervorragenden Weinen.

- Eguisheim ist einer der führenden Weinbauorte. Als beste Lage
  gilt der als Grand Cru klassifizierte Eichberg.

- Husseren-les-Châteaux mit beachtlichen Weinen.

- Guebwiller, bedeutende Gemeinde mit 4 Grand-Cru-Lagen:
  Kessler, Kitterlé, Saering und Spiegel.

- Thann mit der berühmten Lage namens Rangen mit
  alkoholreichen, schweren Weinen.

 

 

 

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