Eines ist sicher: im Elsass stehen Essen und Trinken ganz oben
auf der Prioritätenliste. Nicht umsonst ranken sich eine
Vielzahl von traditionellen Festen um kulinarische
Köstlichkeiten.
Ganze
Themenstrassen sind nach ihnen benannt. Wer im Elsass ist, kommt
also nicht umhin, die selbstverständliche Gastfreundschaft und
die gute Küche zu genießen. Ganz gleich, ob in einer der
traditionellen Winstubs, einer gemütlichen Ferme auberge – ein
Bauernhof mit Übernachtungsmöglichkeit - unterwegs oder einem
edlen Drei-Sterne-Restaurant, großen Wert legt man immer auf die
Verwendung von regionalen Zutaten.
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Dabei spielen
natürlich nicht zuletzt die guten Weine und Schnäpse aus der
Gegend eine große Rolle. Über die Hälfte des französischen
Bieraufkommens wird im Elsass von den drei größten hiesigen
Brauereien (Meteor, Fischer und Kronenbourg) produziert – kein
Wunder, dass man sich hier oft damit zuprostet.
Schon das Frühstück fällt - zumindest in den ländlichen Gebieten
- reichhaltiger aus als das in Frankreich übliche Scheibchen
Baguette mit Marmelade. Meist stehen nach "allemannischer
Tradition" Wurst und Käse, Ei und Marmelade auf dem Speiseplan,
gekrönt von frischem Kougelhopf. Das ist der berühmte
Hefe-Napfkuchen mit Mandeln.
Die Backkunst allgemein ist sehr vielseitig und berühmt für ihre
Holzofenbrote, Brezeln und die zahlreichen ‚tartes‘, die mit
Zwetschgen, Apfel, Rhabarber oder Heidelbeeren belegt werden.
Die herzhafte Variante ist der Flammekueche mit Speck und Crème
fraîche, den man unbedingt probieren muss!
Elsass - eine
Landschaft, die viele Köstlichkeiten bietet:
Hühnerpastete
und Gänseleber mit Trüffel
Spanferkelbraten und Entenleber in Wermut-Gelee
Warme Gänseleber mit Rosinen und Kartoffeln Reinettes
Die Zubereitung
der Gänseleber findet in der elsässischen Küche auf besonders
raffinierte Weise statt. Es wird vermutet, dass es die
europäischen Juden waren, die das Geheimnis um diese Leber
lüfteten, denn lange Zeit waren sie die einzigen, die es
verstanden, die Gänseleber so zu stopfen, dass sie genießbar
ist. Die elsässische Gänseleber verdankt ihren Ruf dem großen
Küchenchef Jean Pierre Clause (1757-1827). Er bereitete die
Gänseleber in verschiedenen Variationen als Terrine oder warm.
Eines seiner berühmtesten Rezepte ist die gebratene Gänseleber
mit Kartoffeln.
Presskopf
Elsässische Roulade
Bierwurst
Elsässische Blutwurst
Kassler
Das Elsass ist in
ganz Frankreich für seine Vielfalt an Wurstwaren bekannt. Unter
den elsässischen Wurstspezialitäten findet man auch Knackwürste,
gekochte Würste mit einer rosa Farbe, die bereits in Schriften
aus dem 16. Jahrhundert erwähnt wurden. Der Name „Knack“ stammt
vom deutschen Wort „knacken“ und erinnert an das Geräusch, das
man hört, wenn man in eine „Knack“ hineinbeißt.
Dinkelbrot
Mohnbrot
Malzbrot
Brotwecken
Das Brot stand
schon immer im Mittelpunkt der elsässischen Nahrungsmittel.
Unter der reichhaltigen Auswahl an verschiedenen Brotsorten
findet man auch heute noch das Dinkelbrot, das Mohnbrot, das
Roggenbrot, das Malzbrot und Bretzeln.
Fasanenhenne
auf Sauerkraut
Junges Rebhuhn und flambiertes Sauerkraut mit Rosinen
Gebratenes Rehnüsschen mit Meerrettich und Johannisbeeren
Durch das im
Elsass im Lokalrecht verankerte Jagdgesetz, das eine zehnjährige
Jagdkonzession erteilt, konnte der Fortbestand des Wildes
gesichert werden. Das Elsass ist eine der Regionen Frankreichs,
wo Jagdprodukte am meisten konsumiert werden (der
Durchschnittsverbrauch pro Einwohner ist fast doppelt so hoch
wie im Landesdurchschnitt). Das Wild (Hirsch, Reh, Wildschwein)
stammt meist aus der Jagd in den Bergen. In den Weingegenden und
Rheinebenen wird hauptsächlich Niederwild wie Fasane, Enten und
Rebhühner geschossen.
Baeckeoffe mit
drei Fleischsorten
Familiär wird der
Baeckeoffe auch „Montagsessen“ genannt. Hatte man in früheren
Zeiten am „Waschtag“ – dem Montag – keine Zeit zum Kochen, so
wurde dieses traditionelle Essen bereits am Sonntagabend
vorbereitet und am darauf folgenden Tag zum Bäcker zum Backen
gebracht. Ursprünglich war der Baeckeoffe ein Ragout, das aus
Kartoffeln und Schweinefleisch bestand. Zufügen konnte man noch
Rindfleisch, Lammfleisch oder selbst Gänsefleisch. Die
Fleischstücke werden eine ganze Nacht lang in trockenen Weißwein
eingelegt. Danach werden sie in einer Baeckeoffe-Form
geschichtet mit Kartoffeln, Zwiebeln und Karotten. Zugedeckt
wird das ganze über mehrere Stunden im Backofen gegart. Die
spezielle Baeckeoffe-Form wird hauptsächlich im Töpferdorf
Soufflenheim hergestellt.
Fischragout
aus Rheinfischen
Frittierte Karpfen aus dem Sundgau
Marinierte Heringe mit Sahne
Zander in Cremesoße
Forellen in Riesling
In der regionalen
Küche des Elsass findet man verschiedene Fischgerichte, unter
anderem Aal, Karpfen, Hecht und Zander. Dank den enormen
Renaturierungsmaßnahmen am Rhein können heute wieder viele aus
dem Rhein geangelten Fische verwendet werden.
Die Bretzel
gesalzen und gezuckert
Es soll ein
Bäcker aus Ingwiller gewesen sein, der die Bretzel einst in das
Elsass eingeführt hatte. Noch heute ist sie Ausdruck des
künstlerischen Bäckerhandwerks im Elsass. In der Legende heißt
es, der von allen Dorfbewohnern beliebte Bäcker habe gerne gegen
seinen Lehnsherrn geflucht, weswegen er in das Gefängnis
verbannt wurde. Im Austausch für seine Freiheit verlangte der
Gebieter einen Kuchen, durch den er drei Mal die Form der Sonne
sehen könnte. Tatsächlich ist die Form der Bretzel abgeleitet
von einer sehr alten Sonnenkultur: Ihre Originalform war ein
Kreuz, das von einem Ring umkreist war.
Münstersoße
mit Bier und Kümmel
Warmer Münsterkäse mit neuen Kartoffeln
Der Münsterkäse
hat eine große Tradition. Einst waren es die Mönche des
Benediktiner-Klosters in Münster oder dem Val d’Orbey, die die
Geheimnisse der Herstellung an die Mönche in Paris weitergaben.
Der Münsterkäse ist ein runder, weicher Käse, dessen Kruste eine
gelbe bis dunkelrote Farbe hat. Er hat einen typischen Duft und
sein Geschmack ist frisch, aber nicht scharf. Das Besondere an
diesem Käse, der manchmal mit Kümmel gewürzt wird – er wird auch
zum Dessert serviert.
Spargel mit
drei Soßen
Mit der
Spargelsaison beginnt im Elsass der Frühling. Die Spargelsaison
im Elsass ist zwar sehr kurz – von Mitte April bis Mitte Mai,
doch wachsen in dieser Region die schönsten weißen Spargel. Zwei
Mal am Tag werden sie gestochen Eingeführt in das Elsass und vor
allen Dingen in das Hauptanbaugebiet von Hoerth im Nordelsass
wurde dieses königliche Gemüse von Pfarrer Louis Gustave Heyler.
Sämtliche Bäcker
haben sich zusammengeschlossen unter dem Markenzeichen „Alsépi“,
womit sie den Kunden zertifizieren, dass zur Herstellung ihrer
Waren Produkte aus kontrolliertem Anbau verwendet werden. Als
regionale Referenz haben sich die kreativen Kunstbäcker in der
Vereinigung „UBAC“ zusammengeschlossen. Sie treten damit ein für
ein naturgetreues Handwerk, das alte Traditionen achtet, sich
aber neuen Kreationen nicht verschließt.
Sauerkraut auf
elsässische Art „Royal“
Sauerkraut auf Gans
Sauerkraut auf Fisch
Unter all den
regionalen Spezialitäten, die der elsässischen Gastronomie ihren
Ruf verliehen, kann mit Sicherheit das Sauerkraut herausgehoben
werden. Verwendet für dieses überall bekannte Gericht wird
Weißkraut, das vor allen Dingen zwischen Straßburg und Obernai –
dem Land des Krautes – angebaut wird.
Der
Flammkuchen
Bereits im 18.
und 19. Jahrhundert wurde in der Gegend von Kochersberg der
Flammenkuchen zu Mittag gegessen. Hergestellt wird er aus einem
Brotteig, Sauerrahm, Zwiebeln und Speck. Diese elsässische
Spezialität ist noch nicht allzu bekannt, denn früher konnte er
nur in Holzöfen gebacken werden. Verwendet wurde hierzu die
erste Hitze und die ersten Flammen beim Anzünden des Ofens –
daher sein Name „Flammkuchen“.
Kougelhopf
getränkt mit Schnaps
Fruchtbier
Berawecka mit Früchten
Biersorbet
Kugelhopf ist der
gefeierte Kuchen des Elsass, dessen Namen dem entspricht, was er
ist – eine aufgegangene Kugel. In einer Legende wird erzählt,
dass die Heiligen Drei Könige den Hefekuchen und die Backform
einem Töpfer aus Ribeauvillé mit dem Namen Kugel geschenkt
hätten, da dieser ihnen seine Gastfreundschaft angeboten hatte.
Sicher ist, dass die Kougelhopf-Form eine sehr alte Geschichte
hat.
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