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USEDOM


    Die Badewanne Berlins

 

Alle, die Rang und Namen oder Geld hatten, stehen in den Gästelisten von Deutschlands zweitgrößter Insel: Könige und Kaiser, Minister und Generäle, Wissenschaftler und Künstler. Die weißen Villen sowie die Pensionen und Hotels mit verschnörkelten Fassaden, fast alle wieder tipptopp hergerichtet, atmen noch viel von der großen Vergangenheit. Usedom lebt vom spannenden Kontrast zwischen feinem Sandstrand und eleganten Seebädern, stillen Winkeln an den Boddengewässern und romantischen Fischerdörfern.

In Usedom ist Sonne angesagt. Mit einem statistischen Durchschnitt von 1906 Stunden Sonnenschein pro Jahr, gehört die Insel zu den sonnenreichsten Ferienregionen in Deutschland. Damit scheint die Sonne auf Usedom statistisch gesehen rund 200 Stunden länger als auf Sylt. Die Insel im äußersten Nordosten Deutschlands gilt deshalb als Ferienparadies zwischen Salz- und Süßwasser, zwischen Ostsee und Achterwasser.

Weit reicht die Geschichte auf Usedom zurück. Frühe Kulturen errichteten geheimnisvolle Grabstätten und Piraten fanden hier ein willkommenes Versteck. Der Adel und das wohlhabende Bürgertum promenierten hier und genossen das Leben. Besonders die Berliner wussten die Urlaubsqualitäten von Usedom schon immer zu schätzen. Und seit Kaiser Wilhelm II., der im heute polnischen Swinemünde (Swinoujscie) kurte und auch gern in Heringsdorf, Ahlbeck und Bansin vorbeischaute, schmückte man sich gern mit dem Titel „Kaiserbäder“. Schon zu Kaisers Zeiten war die Insel für die Hauptstädter in rund drei Stunden zu erreichen; die Ostsee galt daher als Badewanne Berlins. Auch heute stellen die Berliner die größte Gruppe unter den Gästen auf Usedom, doch erkennen auch Urlauber aus dem Rest der Republik immer mehr, welchen Schatz es dort zu entdecken gibt.

Auf mehr als 400 km ausgeschilderten und gestalteten Wanderwegen sowie drei Naturlehrpfaden kann man die ruhige und beschauliche Seite der Insel kennen lernen. Hier eröffnen sich weite Blicke auf die sanft geschwungene Landschaft, die kleinen Orte mit reetgedeckten Häusern und den mittelalterlichen Kirchen. Die Sehenswürdigkeiten versetzen die Phantasie in zurückliegende Jahrhunderte - in das Leben der Fischer, Bauern und Fahrensleute. Wie an einer Perlenschnur reihen sich an der Küste die Orte Ahlbeck, Heringsdorf, Bansin, Ückeritz, Kölpinsee, Koserow, Zempin, Zinnowitz, Trassenheide und Karlshagen auf. Das Flair der altehrwürdigen Seebäder vermittelt einen individuellen Charme und lässt das kaiserliche Seebad der Jahrhunderte erahnen. Hier promenierte die Creme der Gesellschaft. Berühmte Persönlichkeiten wie Johann Strauß, Tolstoi und Maxim Gorki unternahmen erholsame Spaziergänge bei gesunder Seeluft. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Prachthotels mit Seeterrassen.

Hier befinden sich die prächtigen Villen der sogenannten Bäderarchitektur im klassizistischen Stil. Die meisten von ihnen präsentieren sich in neuem Glanz und verfügen über modernsten Standard. Die langen Promenaden laden zum Flanieren ein. Wer nicht nur an einem Ort verweilen und seinem Auto auch mal eine Verschnaufpause gönnen möchte, unternimmt eine Fahrt mit der Inselbahn. Sie verkehrt zwischen Züssow und Ahlbeck-Grenze sowie zwischen Peenemünde und Zinnowitz. Erlebnisreich sind auch Schiffsfahrten zwischen den Seebrücken sowie nach Polen und zur Nachbarinsel Rügen. Die älteste Seebrücke Deutschlands wurde zum Wahrzeichen des Seebades Ahlbeck. Sie ist als beliebtes Fotomotiv auf Postkarten, auf Kalenderblättern und in fast jedem Bildband der Ostseeregion und Mecklenburg- Vorpommerns zu sehen. Von der Seebrücke bietet sich Ihnen ein fabelhafter Blick über den weißen breiten Sandstrand.

Während die Seebrücke im Nachbarort Ahlbeck nach historischem Vorbild restauriert wurde, setzten die Heringsdorfer auf einen Neubau. Grau-silbern glitzert jetzt auf der mehr als 500 Meter in das Meer hinausragenden Seebrücke eine High-Tech-Pyramide, in deren Windschatten Urlauber die Frühlingssonne genießen können. Von der Heringsdorfer Seebrücke aus legen auch in der Nebensaison die "Butterschiffe" Richtung Swinemünde (Swinoujscie) in Polen ab. Mehrmals täglich gehen Ausflugsdampfer auf Fahrt in das Nachbarland. An Bord werden jedoch statt Butter vor allem Alkohol und Zigaretten zollfrei verkauft. Als ein Paradies für Zollfrei-Einkäufer gilt auch Kamminke, das ganz im Osten der Insel am Stettiner Haff liegt.

Still ist es im Lieper Winkel, der in das so genannte Achterwasser im Hinterland der Insel hineinragenden Landzunge. Einst war diese Ecke Usedoms durch dichte Wälder und Sumpfgebiete von der Außenwelt abgeschnitten und nur per Boot zu erreichen. Heute führt eine schmale, von alten Bäumen gesäumte Allee dorthin, auf der nicht nur wegen Ausweichmanövern angehalten werden sollte. Zu den Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke zählt beispielsweise die "Suckower Sockeleiche", die mehr als 1000 Jahre alt sein soll. Von Suckow aus führt die Straße über die Ortschaften Rankwitz und Liepe, wo die älteste Dorfkirche Usedoms steht, bis nach Warthe, das im äußersten Zipfel des Lieper Winkels direkt am Achterwasser liegt. Eingewachsen in Bauerngärten, in denen die ersten Frühlingsblumen blühen, ducken sich hier romantische kleine Katen unter ihren Rohrdächern. Vom Dorf aus führt ein Wanderweg entlang am Ufer, das mit seinem dichten Schilfbewuchs, den alten Weidenbäumen und durch seine Abgelegenheit wie verwunschen wirkt.

Stille Wanderrouten finden sich aber nicht nur in den entlegenen Gegenden Usedoms, sondern auch in unmittelbarer Umgebung der Badeorte. Von Bansin aus etwa führt in Richtung Ückeritz ein Wanderweg direkt an der Steilküste entlang. Mal höher, mal niedriger über dem Meer geht es durch den zu dieser Jahreszeit noch lichtgrünen Wald, in dem bis auf das Klopfen eines Spechts und Blätterrauschen nichts zu hören ist.

„Äten und Drinken hält Lief und Seel tausommen!“, wird auf Usedom gesagt. Doch wer nun denkt, Gourmets vor sich zu haben, wird enttäuscht. Gegessen und getrunken wird gerne und oft, doch Usedoms Küche ist schlicht und deftig. Deftiges wird auch nach dem Essen getrunken, „Köm“ mit Vorliebe, der klare Kümmelschnaps, mit dem schon Seeleute und Gutsherren ihre Kehlen ölten. Auf den Tisch kommt seit jeher, was die Insel hervorbringt. Das ist vor allem frischer Fisch, Fleisch vom Wild, knackiges Gemüse und die Kartoffel. Usedom ist aber eine Tourismusinsel und die Gastronomen haben sich auf die Gäste eingestellt. Sie kramten alte regionale Rezepte hervor und verfeinerten sie, auch die internationale Küche ist vertreten.

Auch der Veranstaltungskalender ist so vielfältig wie das Leben auf der Insel. Doch das dürfte es nicht sein, was die Menschen in die nordöstlichste Ecke des Landes zieht. Sie kommen angereist, weil die Insel von allem etwas bietet: turbulentes Strandleben und verschlafene Dörfer, schicke Seehotels und rustikale Dorfgaststätten, einzigartige Museen, stille Seen und prachtvollen Buchenwald, Steilküste und Boddengewässer, Konzerte und Theater. Und ein weißer Sandstrand vom Feinsten, der die Seebäder miteinander verbindet.

Um nach Usedom zu gelangen, müssen Besucher nicht mit dem Schiff fahren. Zwei Brücken verbinden das Festland über die Peene mit der Insel. Die moderne Wolgaster Klapp-Brücke wurde 1996 eingeweiht und hat sowohl eine Auto- als auch eine Bahntrasse. Zugreisende können so direkt nach Ahlbeck gelangen. Autofahrer, die aus Richtung Westen nach Usedom kommen oder in die nördlichen Seebäder wollen, sollten ebenfalls die Wolgaster Brücke nutzen. Wer aus Richtung Berlin kommt, fährt am besten über die Zecheriner Brücke im Osten der Insel.


Weitere Informationen:

Usedom Tourismus GmbH
Bäderstr. 5
17459 Seebad Ückeritz
Tel.: 038375/23410
Fax: 038375/23429
utg.info@t-online.de
www.usedom.de

 

 

 

 

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