Die Insel vor der Westküste Schleswig
Holsteins gehört zu den Nordfriesischen Inseln. Drei davon gibt
es: Sylt, Föhr und Amrum. Amrum ist die südlichste, die kleinste
und die stillste Insel und gerade daraus bezieht sie ihren
Charme.
Amrum ist auch die Geliebte des "Blanken Hans" - wie man die
Nordsee auch nennt. Der Nachbarinsel Sylt untreu geworden, hat
er sich der kleinen Schwester Amrum zugewandt und die
unfassbaren Sandmassen des Kniessandes aufgespült. Der "Blanke
Hans" hat es mit den Insulanern gut gemeint, ließ früher Schiffe
mit wertvoller Ladung stranden und ruft heute Touristen auf die
Insel. Nur 22 Kilometer
trennen die Insel vom Festland. Amrum ist nur über die Fähre von
Dagebüll aus zu erreichen
- oder mit dem Fallschirm.
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Der
Kniepsand ist das Naturwunder der Insel, unbezahlbar als Schutzwall gegen die
Sturmflutbrandung - eine Landschaft der leuchtenden Leere, ein Spielfeld für
stiebende Sandschlieren und wandernde Wolkenschatten. Der Kniep ist einer der
größten Strände Europas und bildet einen unerschöpflichen Freiheitsraum für
Mensch und Natur. Treibholz liegt am Strand und so entstehen jedes Jahr die
eigenartigen Strandbuden, die Sommergäste hier errichten, bis dann
Novemberstürme über die kleinen Kunstwerke dahingehen und die Nordsee sich ihr
Gut wieder zurückholt. Und dann der Wind, der ewige Wind, der ständig von Westen
weht - der Wind ist die Sonne Amrums und viel gesünder als diese.
Auch die
Dünen sind ein Geschenk des Meeres. Vor etwa tausend Jahren wanderte der Seesand
über die halbe Insel hin und begrub alles, was im Weg lag - die Grabkammern aus
mächtigen Findlingen, die Hügelgräber der Bronzezeit und die Wohnplätze der
Wikinger. Und noch immer sind die Dünen eine ruhelose Landschaft. Hügel werden
weggeweht und bauen sich andernorts zu Wanderdünen auf, die dann auf dunkle
Heide- und Waldflächen stoßen - Amrum ist mit rund 200 Hektar die waldreichste
Nordseeinsel.
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Die Dörfer Amrums
liegen allesamt an der Ostseite der Insel und grenzen an das
Wattenmeer. Hier atmet das Meer. Bei Ebbe tauchen Buhnen,
feuchtglänzende Schlick- und gelbe Sandwatten auf, und die
Inseln Amrum und Föhr wachsen zusammen. Im Sommer bewegen sich
Menschengruppen, geleitet von einem erfahrenen Wattenführer zur
Nachbarinsel bis dann die Flut zurückkehrt, die Priele sich
verbreitern, Boote wieder aufschwimmen und tausende
nahrungssuchende Seevögel aus dem Watt vertrieben werden - ein
ewiges Hin und Her im Wechsel der Gezeiten. Das Inselklima wirkt
gesundheitsfördernd auf den menschlichen Organismus ein. Das
wesentlichste Merkmal des Inselklimas ist der Wind, der in
wechselnden Stärken vorwiegend von Westen her über die Insel
bläst und für den Salzgehalt und die Reinheit der Luft sorgt,
wobei der menschliche Körper auf verschiedenen Weise positiv
beeinflusst wir.
Amrum
bietet neben Ruhe und Erholung jede Menge Möglichkeiten zu einem aktiven Urlaub:
Wer davonlaufen will, dem liegen Laufwege durch Wald, Heide und
Dünenlandschaften in reiner, gesunder Luft zu Füßen. Da kann man ganz schön ins
Schwitzen kommen. Gut das die Nordsee für Abkühlung sorgt! Einfach in die
Brandung springen und mal abtauchen, oder auf den Surfbrettern, die die Welt
bedeuten Wind und Wellen trotzen - da ist für jeden etwas dabei. Man kann sich
natürlich auch beim Sonnenbaden, Faulenzen im Strandkorb oder entspannten
Spaziergang am Flutsaum erholen - Amrum hat immer etwas Meer zu bieten.
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Die ganze Insel ist ein
Naturparadies, denn sie ist umgeben vom Nationalpark Schleswig-Holsteinisches
Wattenmeer. Dies ist mit einer Größe von 4.400 Quadratkilometern der größte
Nationalpark Mitteleuropas. Über allem schweben und rufen
in der Brutzeit die Seevögel - Rund zehntausend Brutpaare verschiedener
Seevogelarten - Möwen, Seeschwalben, Eiderenten, Brandgänse, Austernfischer,
Säbelschnäbler, Sandregenpfeifer und andere - füllen die Luft und Landschaft mit
Leben, mit dem Hin und Her ihrer Flüge und unentwegten Rufen. Im Frühjahr und
Spätsommer ziehen Hunderttausende von Zugvögeln über Insel und Watt, steigen
wolkengleich auf und fallen nach eindrucksvollen Flugspielen wieder ein. Das
unterscheidet Amrum von so vielen Urlaubsgebieten: Hier ist die Natur noch in
Ordnung! Davon zeugen auch die Seehunde und über tausend Robben, die im
Seegebiet rund um Amrum leben.
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Amrums
eigenwilliger Charakter zeigt sich erst im Herbst so richtig.
Wenn es an der Nordsee etwas rauer zugeht und der Westwind immer
häufiger Regenwolken über die Insel treibt, lässt sich Amrum
intensiver erleben als sonst. Das Meer riecht noch würziger als
im Sommer, die Sonne scheint milder über den Dünen, die unter
Naturschutz stehen. Bohlenwege ermöglichen jedoch Spaziergänge
zwischen den Sandbergen, die für Amrum so typisch sind. Hinter
dem Dünenkamm steht Heidekraut, das auch nach der Hauptsaison
noch blüht. In Nebel, dem schönsten Inselort, färbt sich im
"Indianersommer" das Laub der Kastanien. Hier blühen in vielen
Vorgärten noch die Rosen und auch Hortensien in Hellblau bis
Tiefrosa. Und gerade ein Spaziergang an der ruhigeren, zum Watt
hin gelegenen Ostseite der Insel hat im Herbst seine Reize: In
den Salzwiesen, die jedes Jahr einige Dutzend Mal vom Meerwasser
überspült werden, blühen vereinzelt noch Strandastern, und am
Uferrand steht weißgrauer Wermut.
Auf den Feldern
zwischen Norddorf und Nebel sitzen jetzt dicke Raben. Kiebitze
stelzen auf den Weiden, Kaninchen hoppeln ohne Scheu durch das
Gras. Beim Blick aufs Watt lassen sich in aller Ruhe Seevögel
beobachten. Direkt an der Ostküste ist auch die Stelle, an der
im frühen Mittelalter Wikinger eine Befestigung angelegt hatten.
Heute steht dort das "Teehaus Burg", in dem sich Inselurlauber
nach Spaziergängen aufwärmen können, bei Waffeln und einem "Earl
Grey".
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In dem ländlichen
Teil von Nebel steht das Geburtshaus des legendären Harck Olufs
(1708-1754). Über dessen abenteuerliches Leben als Sklave „im
Türkenlande“ gibt sein Grabstein auf dem Nebeler Friedhof
Auskunft. Die kleine Süddorfer Windmühle von 1775 stand bis zum
Ende des letzten Jahrhunderts auf Sylt. Sie wird privat bewohnt
und ist deshalb nur von außen zu besichtigen, aber von weither
gut erkennbar, da sie auf einem alten Hügelgrab errichtet wurde.
In der Nähe liegen auch prähistorische Grabhügel und der
Krümwaal, ein 2 m hoher und 1,4 km langer frühgeschichtlicher
Erdwall. Süddorf vermittelt mit seinen reetgedeckten
Friesenhäusern und seinem historischen Ortskern Idylle und
Beschaulichkeit. Ein Ort zum Verweilen, Ausruhen und Entspannen.
Die Inselkirche
in Nebel ist schon von weitem zu sehen. Sie ist Sankt Clemens
geweiht, dem Schutzpatron der Seefahrer. Der Innenraum ist lang
und schmal, enge Bänke reihen sich entlang des Mittelgangs, drei
große Kronleuchter hängen von der Decke. Einen Abstecher ist
auch der Friedhof wert, auf dem es eine Reihe alter Grabsteine
aus dem 17. und 18. Jahrhundert zu sehen gibt - 90 davon stehen
unter Denkmalschutz. Eine Reihe wurden vorne neben dem Eingang
gruppiert, allesamt ungewöhnliche Exemplare: Handelsfregatten
und Dreimaster mit vollen, vom Wind geblähten Segeln sind darauf
abgebildet, und neben Geburts- und Sterbedaten findet sich oft
auch der Lebenslauf von Amrumer Seefahrern, die in Nebel die
letzte Ruhestätte fanden.
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Von der Kirche
aus ist auch nicht weit zum "Öömrang Hüs", dem Heimatmuseum des
Dorfes, das in einem alten reetgedeckten Friesenhaus
untergebracht ist. Besucher können einen Blick darauf werfen,
wie gut betuchte Inselbewohner früher gelebt haben: Die gute
Stube und das Schlafzimmer sind da zu sehen, ebenso die Küche
mit Herd.
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Bei Ostwind gibt
es auch im Herbst manchmal tagelang nur Sonnenschein. Aber
strömender Regen ist an der Küste genauso selbstverständlich.
Und für manchen Urlauber hat gerade das seinen Reiz, bei Wind
und Wetter mit "Friesennerz" oder Goretex-Jacke am Ufer entlang
zu laufen. Wenn der Regen auf die Kapuze trommelt, das Meer so
grau ist wie der Himmel und die Wellen schmuddelig an Land
klatschen, dann haben Strandläufer die Küste fast ganz für sich.
Das Wasser der Nordsee ist im Herbst oft wärmer als die Luft -
was die wenigsten Urlauber von einem Strandbummel abhält. Und
die Surfer, die den etwas kräftigeren Seegang zum Training unter
erschwerten Bedingungen nutzen, stört das schon gar nicht.
Weitere
Informationen:
Amrum
Touristik
Am Fähranleger
25946 Wittdün/Amrum
0049 - 4682 - 9403 - 0
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www.amrum.de
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