Östlich von Münster, in Ostwestfalen zwischen
Osnabrück und Paderborn, erhebt sich ein rund 150 Kilometer langer Bergkamm
wie eine Barriere um das Tiefland: der Teutoburger Wald. Bis zum 17.
Jahrhundert trug der Bergzug den Namen "Osning". Dichte, hohe Wälder auf der
Berghöhe wechseln mit freieren Perspektiven des Ravensberger Landes mit der
typisch ostwestfälischen Parklandschaft.
Der Teutoburger Wald steckt voller
hochwirksamer Quellen, heilbringender Moore und entspannender Landschaften.
Hier nimmt man sich Zeit: beim Einkaufsbummel, beim Dorfurlaub, bei der
Besichtigung der historischen Stadtkerne, Schlösser, Burgen und Bauten und
beim Genuss der farbenreichen Landschaften. Der "Heilgarten Deutschlands" mit
seinen weitläufigen Kur- und Parkoasen hat aber auch an historischen Kulissen
viel zu bieten: Germanen, Römer, Sachsen und Franken haben ihre Spuren in Form
beeindruckender Sakralbauten, Burgen und Denkmäler hinterlassen.
Weithin sichtbar ragt das Hermannsdenkmal über
den Teutoburger Wald ins Land. Das 1875 feierlich in Anwesenheit des
damaligen Kaisers Wilhelm I. eröffnete Denkmal zählt mit über 20 Millionen
Besuchern zu den bekanntesten Ausflugszielen Deutschlands. Es
kündet von einer gewaltigen kriegerischen Auseinandersetzung, in der der
römische Feldherr Quinctilius Varus mit drei Legionen, dazu sechs Kohorten und
weiteren drei Reiterregimentern von germanischen Stämmen unter der Führung des
Cheruskerfürsten Arminius in einen Hinterhalt gelockt und vollständig
aufgerieben wurden.
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Geschichte
Als der Bote aus der fernsten nördlichen
Peripherie des römischen Riesenreiches Kaiser Augustus, im Palast im
sonnigen Rom die Hiobsbotschaft überbrachte, schrie dieser laut und
händeringend zu seinem Gott Jupiter :” Varus ,Varus gib mir wieder meine
Legionen!” Das war im Jahre 9 nach unserer Zeitrechnung
und sein Flehen zum Himmel fand kein Gehör. Irgendwo in den Schluchten des
Teutoburger Waldes rotteten die Gebeine von etwa vierzigtausend seiner
Legionäre. Sein Feldherr Publius Quinctilius Varus, mit der Sicherung der
Nordgrenze des Imperiums vertraut, führte die XVII, XVIII und XIX Legion
seiner völligen Vernichtung entgegen. Nur einige Teile seiner Reiterei
entkamen.
Hier im Teutoburger Wald erlitt das gewaltige
Römische Reich, welches zu dieser Zeit unter Kaiser Augustus ( 30 v Chr. - 14
n Chr.) seine grösste territoriale Ausdehnung verzeichnete, die erste
militärische Niederlage. Nicht gerade das diese das Ende des Römischen Reiches
mit sich brachte, aber es setzte den Zeitpunkt zu einer nicht mehr
anzuhaltenden Talfahrt des Reiches an, welches dann noch, im Chaos eines
politischen Zick-Zack Kurses bis ins vierte Jahrhundert währte, bis es sein
totales Ende erreichte. Arminus, Fürst der Cherusker, dem es gelang für einige
kurze Jahre, die germanischen Stämme zu einem gemeinsamen Bund gegen die Römer
zusammen zu schließen, erteilte den bis dahin unbesiegbaren römischen Legionen
die erste verlorene Schlacht.
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Es ist unwiederlegbar das er, Arminus, auch
Hermann der Teutone genannt, in der Geschichte als der erste “Einiger”der
Germanen seinen Platz gefunden hat. Doch innere Fehden unter den Germanen
fanden die Oberhand. Verraten von den Eigenen, wird Thusnelda seine Frau, mit
deren dreijährigen Sohn Thumelicus, in die Hände der Römer gespielt. Im
Triumphzug des Feldherrn Germanicus werden beide in Ketten durch die Strassen
Roms getrieben. Später erleidet Thumelicus das Schicksal wie die meisten der
gefangenen jungen Germanen: in der Fechterschule von Ravenna wird er
gezwungenermaßen zum Gladiator ausgebildet und erleidet den Tod eines Tierkämpfers in der Arena. Arminus selbst, wird von neidischen Stammesangehörigen
seiner Ehefrau Thusnelda, 21 n.Chr. ermordet.
Einmal noch, versucht das gewaltige Rom die
aufsässigen Germanen zu bändigen. In drei Kolonnen in einer Stärke von etwa
hunderttausend Legionären und über tausend Schiffen von der Emsmündung
südwärts, stoßen die Heere in das Innere Germaniens. Die Schmach für die erlittene Niederlage im
Teutoburger Wald, rächt der Feldherr Tiberius mit einer unbeschreiblichen
Verwüstung des Landes. Doch dieser Sieg, hat nie wieder Rom’s “Drang nach dem
Norden” hergestellt. Zu kostspielig war für Rom die Besetzung dieses Landes
und Tiberius stellt den Kampf gegen die Germanen ein. Seinen letzten Worten
nach überlässt er sie ihrem schlimmsten Gegner, “der inneren Zwietracht”.
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Die Figur des Hermann steht auf einem tempelartigen Sandsteinunterbau, der
eine Höhe von 26,89 m aufweist. Der verarbeitete Sandstein wurde in
unmittelbarer Nähe des Denkmals in einem heute noch sichtbaren Steinbruch
gebrochen. Der Sockel, auf dem die Figur steht, gliedert sich in zehn Säulen
und Nischen, die nach oben hin in gotische Spitzbögen übergehen. Darüber liegt
ein starker umlaufender Rippenwulst, über den ein Besucher-Umgang mit massiver
Brüstung verläuft.
Der Unterbau war von seinem Erbauer als eine Art Ruhmeshalle angedacht, in
der berühmte Deutsche verewigt werden sollten. Dieser Teil des Monuments blieb
jedoch unvollendet. Innerhalb der Halle sind verschiedene Inschriften zu
finden, die von Auszügen aus den Annalen des Tacitus bis hin zu Bezugnahmen
auf die Befreiungskriege gegen Frankreich und die Reichsgründung reichen.
Die Hermannsfigur selbst ist zusammen mit ihrem sieben Meter langen und 550
kg schweren Schwert 26,57 Meter hoch. Sie wiegt mitsamt der Standplatte, auf
der sie befestigt ist, 42,80 Tonnen. Die nach Westen weisende Figur besteht
aus Kupferplatten, die im Inneren durch ein kompliziertes Gerüst aus eisernen
Röhren zusammengehalten werden. Das Schwert, das in der hoch erhobenen Faust
des germanischen Cheruskerfürsten steckt, trägt die Inschrift "Deutsche
Einigkeit meine Stärke, meine Stärke Deutschlands Macht".
Der römische Schriftsteller Tacitus behauptete
zwar, dass die Schlacht zwischen den Germanen und Römern im Teutoburger Wald
stattfand, doch die Wissenschaftler bezweifeln dies. Den vielen Besuchern des
Denkmals vom Cheruskerfürst Hermann ist dies egal, sie erfreuen sich wie
Kaiser Wilhelm I. über den weiten Blick über die lippische Landschaft. "Mein
Herz ist grün vor Wald", schrieb ein Heimatdichter über diesen Landstrich,
über das sanfte Auf und Ab der Wiesen, Hecken und Felder, wo es nach Fichten
und Heidekraut duftet, nach Ferien und Sommerfrische.
Bei Horn-Bad Meinberg (Lippe) im südöstlichen
Teutoburger Wald stehen die Externsteine, eine Gruppe von 13 Sandsteinfelsen
inmitten einer sonst felsenlosen Umgebung. Die bis 37,5 m hohen bizarren
Felsformationen sind sowohl Natur- als auch Kulturdenkmal und ziehen jährlich
bis zu 650.000 Besucher an.
Nach neuesten Erkenntnissen sollen die
Externsteine eine vorchristliche Kultstätte mit einem Alter von mehreren
100.000 Jahren sein. Nachdem sie germanisches Heiligtum waren, wurden sie im
Mittelalter zum Wallfahrtsort. Einer Inschrift nach wurde die Grotte im
westlichen Felsen Anfang des 12. Jh. als christliche Kapelle vom Bischof von
Paderborn geweiht.
Kunsthistorisch bedeutsam ist die links vom Eingang in den Felsen eingehauen
Reliefdarstellung, wobei es sich um Deutschlands ältestes erhaltenes Steinbild
handeln soll. Das Relief soll die Kreuzabnahme darstellen, es gibt aber auch
die Meinung es würde sich um ein Einweihungsbild der Templer handeln.
Seit der New Age-Bewegung und dem Esoterik-Boom trifft sich auch heute wieder
eine bunte Mischung aus Esoteriker, Hexen, Druiden und keltischen
Glaubensgemeinschaften bei den Externsteinen, um die Sonnenwende zu feiern.
Gerade hier wird gefeiert, da die Externsteine angeblich eine
germanisch-naturreligiöse Stern-Sonnenwarte und ein Kult-Kraftplatz sein
sollen. Germanischen Götter, wie Wotan und Freya werden verehrt.
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Ein weiteres spannendes Thema und einen Hinweis
wert ist die Hanse in den traditionsreichen Städten wie Minden, Herford oder
Lemgo, die sich in sehenswerten Bauten die Reminiszenz an die Blüte der
Hansezeit bewahrt haben. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Oldendorfer
Sternwarte, die mit dem lichtstärksten Amateurteleskop Europas ausgestattet
ist. Von hier aus startet ein "Planetenweg", der maßstabgerecht die Abstände
der Planeten zur Sonne darstellt. Jeder Meter dieses Fußweges entspricht einer
Million Kilometer im Weltall.
Mühlenromantik zum Anfassen bietet ein Besuch
im Westfälischen Mühlenkreis Minden-Lübbecke und gleichzeitig eine romantische
Rückschau in die Zeit der Jahrhundertwende, als noch Wind-, Wasser- und
Rossmühlen das Getreide für das tägliche Brot mahlten. Heute sind die Mahl-
und Backtage im Sommer immer ein Fest für Besucher und Einheimische.
Kombinationsfahrten mit dem Fahrgastschiff, Museumseisenbahn und Kutschfahrten
bieten sich hier an.
Der Teutoburger Wald ist eine wahre
Schatzkammer für alle, die sich in ihrem Urlaub gern auf kulturhistorische
Streifzüge begeben. Mit seiner sanft-welligen Landschaft ist er gleichzeitig
ein Paradies für Wanderer und Radfahrer. Hier können Sie aus einer Vielzahl an
thematisch orientierten Radrouten und Wanderwegen auswählen. Zahlreiche
weitere attraktive Freizeitmöglichkeiten wie Golf, Paragliding, Segelfliegen
und Ballonfahren, Reiten oder Kanufahren garantieren eine erlebnisreiche Zeit.
Weitere Informationen:
OstWestfalenLippe Marketing GmbH
Teutoburger Wald Tourismusmarketing
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Fax: 0521 96733-19
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