Im 19. Jahrhundert zählte der Taunus zu den
berühmtesten Wanderlandschaften Deutschlands, als Kaiser und
Könige in dem bäderreichen Land kurten, die Freiluftmaler das
"schönste Mittelgebirge der Welt" (Humboldt) entdeckten und der
"Bund der Feldbergläufer" 1868 als erster deutscher
Gebiets-Wanderverein gegründet wurde.
Natur und Kultur
liegen im Taunus in schönster Harmonie nebeneinander. Schon
Römer, Ritter und Könige wussten, dass es sich hier gut leben
lässt. Zu den reizvollsten Sehenswürdigkeiten gehört das gut
restaurierte Römer-Kastell Saalburg am Limes, einst die
nördliche Grenze des Römischen Reiches. In dieser einzigartigen
Anlage geben detailgetreue Funktionsbereiche ein anschauliches
Bild vom Leben an der römischen Reichsgrenze.
Der Taunus ist der südöstliche Teil vom
Rheinischen Schiefergebirge. Er liegt in Hessen, nördlich von
Wiesbaden und Frankfurt. Das Mittelgebirge erstreckt sich vom
Main und Rhein im Südwesten bis zur Lahn im Norden. Auf seiner
Südseite steigt der Taunus steil an, nach Norden hin fällt er
sanft wieder ab. Die Landschaften wechseln vom sonnigen Südhang
und dem Vordertaunus über die tiefeingeschnittenen Täler der
Feldbergregion bis zum ruhigen Mittelgebirgscharakter des
Usinger Landes. Hier ist alles noch weitgehend ursprünglich
ländlich geprägt.
Der Taunus lebt
aber nicht nur von seiner Geschichte, sondern auch von seinen
idyllischen Landschaften und pittoresken Orten. Der große
Feldberg, die höchste Erhebung im Taunus, ist seit jeher
Anziehungspunkt für Touristen, die gut zu Fuß sind. Die erste
Besteigung fand bereits 1649 statt. Doch schon der dritte
Wandersmann, der den Gipfel des Feldbergs erklomm, war Goethe,
der im sechsten Buch von „Dichtung und Wahrheit“ von der
Aussicht schwärmt.
Heute ist es stiller geworden um den Wanderruhm dieses
Südausläufers des Rheinischen Schiefergebirges, der mit seinem
Hauptkamm in Frontlage die Mainebene bei Frankfurt wie eine
Theaterkulisse begrenzt und das Naherholungsgebiet der
Rhein-Main-Region ist. Fragen Sie dort aber mal jemanden, was
der Taunus denn nun genau sei, so werden Sie auf eine
erstaunliche Unsicherheit stoßen: Gehört der Hintertaunus dazu,
oder liegt der nur hinter dem Taunus, dem "eigentlichen"
nämlich, womit dann der Hauptkamm gemeint wäre? Und was ist mit
dem Rheingau, dem Wispertal, der Loreley? "Na, die liegt aber am
Rhein" werden sie hören - und nicht etwa "im Taunus", zu dem der
Schieferfels über dem Rheintal aber geografisch gehört.
 |
Der Taunus ist
eben kaum zu fassen und steckt voller Widersprüche - eine
Haupteigenschaft mit gravierenden Nebenwirkungen, nämlich
Vielfalt und Abwechslungsreichtum wie in kaum einem anderen
deutschen Mittelgebirge: Endlose Wälder sind genauso "typisch"
für den Taunus wie weite Offenlandschaften, Berggipfel mit
Paradeblick auf die Wolkenkratzer einer Weltstadt genauso wie
golden wogende Feldfluren oder windzerzauste Höhen, wo sich
schiefergraue Häuser ducken - bis man dann ein, zwei
Wanderstunden weiter ein Weindorf erreicht, das sich behaglich
in der Sonne aalt und Vater Rhein verschwörerisch zublinzelt.
 |
Der Taunus ist eine sehr vielfältige
Kulturlandschaft: Burgen, Schlösser und Wildgehege prägen sein
Bild. Im Naturpark Hochtaunuskreis existiert ein weitverzweigtes
Wegenetz: Spaziergänger und Wanderer finden abwechslungsreiche
Routen. Wer am römischen Grenzwall entlang wandern möchte,
benutzt am besten die Limes-Wanderkarten. Rekonstruierte
Wachtürme kann man entlang des Wanderwegs besichtigen. Im
Anschluss an eine ausgedehnte Wanderung laden zahlreiche „Ebbelwoi“-Wirtschaften
zu einer wohl verdienten Stärkung ein.
Weitere Informationen:
Taunus Touristik
Service e.V.
Ludwig-Erhard-Anlage 1-4
61352 Bad Homburg
Tel.: 06172-999-4140
Fax. 06172-999-9807
ti@taunus-info.de
www.taunus-info.de
|