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SPESSART


    Geheimnisumwittert und idyllisch

 

"Vor vielen Jahren als im Spessart die Wege noch schlecht und nicht so häufig als jetzt befahren waren, zogen zwei junge Burschen durch diesen Wald. Man hatte ihnen so mancherlei erzählt, eine große Räuberbande sollte dort ihr Wesen treiben...", so beginnt Wilhelm Hauffs Erzählung "Das Wirtshaus im Spessart". Das Buch machte jenen Wald berühmt, der schon im Nibelungenlied erwähnt ist.

Wer an den Spessart denkt, denkt sofort an das "Wirtshaus im Spessart", an Räuberlegenden und an ausgedehnte Wälder. Und tatsächlich blieb der Hochspessart jahrhundertelang von jeglicher Rodung verschont, sodass sich ausgedehnte, zusammenhängende Laubwälder mit den größten Eichenbeständen Deutschlands erhalten konnten. Dennoch ist der Spessart sehr abwechslungsreich: Idyllische Wiesengründe gliedern seine Bergrücken auf, schmucke Fachwerkstädte mit historischen Burgen säumen seinen Rand, und zur Mainseite beschützt er ein goldenes Weinland. Im Geiersberg erreicht dieses Mittelgebirge mit 568 Metern seine höchste Erhebung. Allein der Spessartbund unterhält 3800 km bestens markierte Wege, darunter auch etliche Weitwanderwege. Seine ehrenamtlichen Mitarbeiter sorgen zudem dafür, dass die Schutzhütten intakt und die Aussichtstürme zugänglich bleiben, damit die Besucher diese einzigartige Waldlandschaft uneingeschränkt genießen können.

 

Im frühen Mittelalter war der Spessart kaiserlicher Bannwald und ein Paradies für adelige Jäger. Als „Spechtshard“ (=Spechtswald) kam er zu seinem Namen. Auch heute noch sind die Eichenwälder im Spessart weltbekannt, die in Naturschutzgebieten wie dem Rohrberg oder dem Metzger in ihrer Ursprünglichkeit erhalten werden. Der Spessart gilt als eines der waldreichsten Mittelgebirge in Deutschland. Genau 244 Rundwanderwege führen durch die zauberhafte Urlaubsregion. Eine ganze Reihe historischer Schätze birgt die Region ebenfalls in sich, darunter das Benediktinerkloster in Schlüchtern, die 800 Jahre alte Marienkirche und die aus dem 12. Jahrhundert stammende Kaiserpfalz Friedrich Barbarossas in der historischen Kleinstadt Gelnhausen.

 

Umschlossen von Main, Sinn und Kinzig breitet sich der Spessart über 2440 qkm Fläche aus. Eine nach Südosten leicht geneigte Buntsandsteinplatte von bis zu 400m Mächtigkeit bildet die geologische Grundlage. Anziehende Meere und Klimaeinflüsse haben über Jahrmillionen Täler in den Buntsandstein geschnitten. Tiefe Gründe, sanfte Hänge und Höhen charakterisieren die Landschaft. Aus dem Maintal im Osten bei Gemünden und im Westen bei Hanau erheben sich die Spessarthöhen bis zu fast 600m. Ton- und Lehmschichten verhindern das schnelle Versickern der Niederschläge. Viele Quellen fördern frisches, klares Wasser und die großen Wälder sichern einen guten Wasserhaushalt und gleichmäßige Ergiebigkeit. Große Teile des Spessarts werden von Laubmischwaldungen bedeckt. Naturschutzgebiete (u. a. Rohrberg und Metzgergraben) erhalten uralte Eichenbestände in ihrer Ursprünglichkeit und überlassen sie dem natürlichen "Werden und Vergehen". Andere Wälder werden sorgfältig gehegt und liefern die weltbekannten Spessart-Furniereichen.

 


Die Erzbischöfe von Mainz als Landesherren - als Nachfolger in den kaiserlichen Bannforsten - haben erst im 12. und 13. Jahrhundert die Besiedlung des inneren Spessart geduldet. Als langgezogene Tal-Dörfer entstanden die ersten Ansiedlungen. Die damals übliche, höfische "Lappenjagd" erforderte großen Einsatz von Hand- und Spanndiensten der angesiedelten Bauern. Die Dörfer in den Tälern zeigen an den Hängen heute noch die Flurstreifen der früheren Streifengüter. Spessarter Fuhrleute waren in ganz Europa unterwegs. Die Ansiedlung von Glasmachern im Spessart sollte neue Erwerbsmöglichkeiten bringen. Die Glashütten sind längst verschwunden. Die Hüttendörfer als Inseln im Wald sind geblieben.

 

In einem der gepflegten Fachwerkstädtchen findet man leicht eine den Geldbeutel schonende Unterkunft und wird mit köstlichen regionalen und internationalen Spezialitäten bewirtet. Beim Spaziergang durch enge Gassen und angesichts historischer Gebäude fühlt sich der Gast immer wieder in eines der Grimmschen Märchen versetzt. Ob Dornröschen im Bergfried des Steinauer Schlosses schlief? - Wer weiß. Vielleicht findet sich eine Antwort beim Besuch des örtlichen Brüder-Grimm-Museums. Auch für Kinder gibt es hier, wo die Brüder Grimm aufgewachsen sind, viel zu erleben, beispielsweise das Hessische Puppenmuseum in Hanau, die größte Tropfsteinhöhle Hessens sowie der Freizeit- und Erlebnispark in Steinau an der Straße.

 


Die Stadt Miltenberg zählt zu den schönsten Orten Deutschlands. Zauberhaft ist die Altstadt, einst reiche Handelsstadt und Zentrum des südlichen Spessarts. Heute ist Miltenbergs Fachwerkensemble ideal für eine romantische Kulisse. Die Häuser am Schnatterloch und an dem angrenzenden Marktplatz haben Bilderbuchcharakter und zeugen vom Wohlstand ihrer Bürger. Hoch über der Stadt Miltenberg thront die Mildenburg, um 1200 von den Erzbischöfen und Kurfürsten von Mainz am Greinberg als Landfeste gegründet. Im Schlosshof steht eine fünf Meter hohe Sandsteinsäule: der Teutonenstein. Seine Inschrift ist ein bis heute ungelöstes Rätsel. Das Neue Tor (1610) führt hinunter zum Marktplatz. Der wuchtige Bergfried aus dem frühen 13. Jahrhundert kann von Mai bis Oktober über eine Holztreppe bestiegen werden. Von hier aus hat man einen herrlichen Ausblick über Miltenberg und das Mainknie.

 

Ein weiteres beliebtes Ausflugsziel ist das direkt am Main gelegene Schloss Philippsruhe in Hanau. Nach der Besichtigung des Deutschen Goldschmiedehauses kann man sich im Park von Schloss Philippsruhe oder auch im Kurpark von Hanau-Wilhelmsbad wunderbar entspannen.

 


Ein Wallfahrtsziel am Rande des Spessarts ist das Kloster Engelberg hoch über Großheubach. Es ist mit dem Auto oder über 612 steile Stufen zu erreichen, die sogenannten "Engelstaffeln". Der Weg führt an sechs Kapellen aus dem 17. Jahrhundert vorbei. Beliebter Anziehungspunkt für Besucher ist die Klosterschänke. Ausgeschenkt werden dort das dunkle Klosterbier vom Fass und Wein aus klostereigenem Anbau. Dazu gibt es zünftige Brotzeiten.

 

Auf einem Höhenrücken im Naturpark Spessart liegt der Luftkurort Mönchberg. Die Höhenlage reicht von 252 bis 511 Meter. Mit 1250 Hektar Wald ist Mönchberg eine der waldreichsten Gemeinden im Landkreis Miltenberg. Hier lässt sich gut Urlaub machen. Im kleinen Heimatmuseum widmet sich eine Ausstellung den Dingen, die etlichen Häfnerfamilien zu bescheidenem Wohlstand verhalfen: Tonwaren aus Mönchberg, schlichte Keramik, einfach, klar und funktionell.

 

Ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm mit Kunstausstellungen, Musik- und Theatervorstellungen, Festen und Märkten sorgt dafür, dass es während des ganzen Jahres garantiert nie langweilig wird. Wenn der Frühling Einzug gehalten hat, treffen sich beim Lamboyfest in Hanau Musikanten, Zauberer, Gaukler und Kunsthandwerker. Das größte Heimatfest im Kinzigtal ist im Oktober der Schelmenmarkt in Gelnhausen. Und wenn in der Vorweihnachtszeit bei einem der zahlreichen Weihnachtsmärkte vor der Kulisse der Fachwerkhäuser Kunsthandwerk und Leckereien angeboten werden, der Duft von Glühwein und Lebkuchen aufsteigt, dann wird der Zauber der Urlaubsregion Spessart erneut unwiderstehlich.

 


Weitere Informationen:

 

Touristik-Information
Spessart-Main-Odenwald
Bayernstraße 18
8750 Aschaffenburg
Tel.: (06021) 394271

 

 

 

 

 

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