"Frühling lässt sein blaues Band…" so beginnt eines der wohl
bekanntesten Gedichte Eduard Mörikes. Vor etwa 200 Jahren, am 8.
September 1804 wurde der Dichter geboren - in Ludwigsburg,
nördlich von Stuttgart.
Die Schwäbische
Alb ist neben dem Schwarzwald das zweite bedeutende
Mittelgebirge in Baden-Württemberg. Aber nicht nur dem
Schwarzwald, sondern auch allen anderen deutschen Mittelgebirgen
gegenüber weist sie eine besonders eigenwillige Prägung auf: Die
Schwäbische Alb ist die größte karstlandschaft Mitteleuropas.
Sie erstreckt sich bei einer durchschnittlichen Breite von 40 km
vom Hochrhein bei Schaffhausen bis zur Wörnitz im Nördlinger
Ries über eine Gesamtlänge von annähernd 220 km. Ihre höchste
Erhebung erreicht sie am Lemberg (Südwestalb): 1015 m.
Hier kann man
sehr viel Interessantes und Spannendes finden: märchenhafte
Burgen, tiefe Höhlen, Wasser, das plötzlich verschwindet, das
Schloss eines deutschen Kaisers und vieles mehr.
Vor etwa 150
Millionen Jahren soll in dieser Gegend ein großes Meer die Erde
bedeckt haben. Es bildeten sich Kalke, aus denen die Schwäbische
Alb aufgebaut ist. Es gibt Berge mit über 1000 Meter Höhe, rund
2000 Höhlen und auch alte, erloschene Vulkane. Kaum eine andere
Landschaft in Europa bezeugt ihre erdgeschichtliche Abstammung
so deutlich wie die Alb. Hier haben Kundige versteinerte
Meereskrokodile, Ammoniten und Seelilien gefunden. Doch nicht
nur Naturfreunde kommen auf der Alb auf ihre Kosten. In
Albhöhlen hat man einige der ältesten bislang bekannten
Kunstwerke der Welt entdeckt. Stattliche Burgruinen, imposante
romanische und gotische Sakralbauten sowie etliche alte
Stadtkerne erinnern daran, dass die Alb zumindest zur Zeit der
Staufer der "Nabel der Welt" gewesen ist.
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Den berühmten
„Blautopf” findet man in der Nähe der Stadt Blaubeuren. Hier
entspringt das Flüsschen Blau, aber manchmal ist der kleine
Quellsee auch wirklich tief blau. Er entspringt in
unterirdischen Höhlen. Taucher haben schon versucht, die Höhlen
zu erforschen. Der schwäbische Dichter Eduard Mörike hat über
den Blautopf eine Geschichte geschrieben.
Sie erzählt von einer
Wassernixe, der schönen „Lau”. Sie war die Frau eines
Wasserkönigs aus dem Schwarzen Meer. Sie war immer traurig und
konnte deshalb keine gesunden Kinder zur Welt bringen. So
verbannte sie ihr Mann in den Blautopf, bis sie fünf Mal gelacht
hatte. Mit Hilfe der Schwaben lernte sie wieder lachen und
durfte anschließend ins Schwarze Meer zurück.
Ein anderer
schwäbischer Dichter der Romantik hieß Wilhelm Hauff. In seinem
Ritterroman „Lichtenstein” spielt ein Schloss eine Hauptrolle.
Angeregt durch den Roman wurde 15 Jahre später oberhalb des
Städtchens Lichtenstein eine Ritterburg gebaut. Sie sollte
aussehen, wie eine mittelalterliche Burg. Heute ist sie eines
der Wahrzeichen der Schwäbischen Alb. Über 100 Burgen, Schlösser
und Ruinen findet man auf der Schwäbischen Alb.
Ganz in der Nähe
befinden sich auch zwei schöne Höhlen. Die Nebel- und die
Bärenhöhle. In der Bärenhöhle kann man alte Knochenfunde sehen.
Diese zeigen, dass schon vor 20.000 Jahren Nashörner,
Höhlenlöwen und natürlich Bären in der Tropfsteingrotte lebten.
Vor etwa 8000 Jahren war die Bärenhöhle die Heimat von
Höhlenmenschen. Die Nebelhöhle gehört zu den schönsten
Schauhöhlen der Schwäbischen Alb. Es ist eine Tropfsteinhöhle.
Aus tropfendem Wasser entstandene Kalkzapfen stehen am Boden
oder hängen von der Decke herab. Im Scheinwerferlicht sieht das
wunderbar aus!
Nahe dem
südwestlichen Rand der Schwäbischen Alb, in Donaueschingen,
bildet sich die Donau aus den beiden Flüsschen Brigach und Breg,
die ihre Quellen im Schwarzwald haben. „Brigach und Breg,
bringen die Donau zuweg”, heißt ein bekannter Vers. Sie ist mit
2.840 km Länge der zweitlängste Fluss Europas.
Interessant ist,
dass die Donau später bei Immendingen wieder fast ganz
verschwindet. Sie versickert in großen unterirdischen
Hohlräumen. Man schätzt, dass die Hohlräume etwa 50 Millionen
Kubikmeter Wasser fassen können. Heutzutage ist die Donau hier
an etwa 270 Tagen im Jahr ganz verschwunden, vor hundert Jahren
waren es gerade einmal 80 Tage. Später taucht sie wieder auf und
bricht sich dann einen Weg durch die Schwäbische Alb. Zwischen
Tuttlingen und Sigmaringen entstand so eines der
eindrucksvollsten Flusstäler Deutschlands. Man sieht dort steile
und hoch aufragende Felsen, auf denen manche Burgen stehen.
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Eine der
schönsten und am meisten besuchten Burgen Europas findet man
auch auf der Schwäbischen Alb: die Burg Hohenzollern. Hoch liegt
sie auf dem schönsten Berg Schwabens. Von dort kann man weit ins
Land sehen.
Schon der deutsche Kaiser
Wilhelm II. rief bewundert: „Die Aussicht von der Burg
Hohenzollern ist wahrlich eine weite Reise wert”. Von dieser
Burg hat das Adelsgeschlecht der Hohenzollern seinen Ausgang
genommen. Mehrfach wurde die Burg zerstört. Wilhelm IV. von
Preußen (später Kaiser Wilhelm I. des deutschen Reiches von
1871), ließ die Burg dann zwischen 1850 und 1867 wieder
aufbauen. So entstand ein „schwäbisches Neuschwanstein” mit
vielen Türmen und Wehranlagen. In der Schatzkammer des Schlosses
findet man neben der preußischen Königskrone zahlreiche
Erinnerungsstücke an Friedrich den Großen und weitere
Persönlichkeiten der deutschen Geschichte.
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Es gibt kein Dorf
ohne Gasthaus, kein Speisekarte ohne typisch schwäbisch Gerichte
wie zum Beispiel Spätzle in unzähligen Variationen und
Maultasche gebraten oder geschmerzt. Als Vorspeise reicht man
gern die Flädlessupp (Pfankuchensuppe).
Auf der Getränkekarte darf weder der Württemberger Wein noch
der selbstgekelterte Apfel oder Birnenmost fehlen.
Ein Besuch der
Schwäbischen Alb ist zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis. Im
Frühjahr, wenn auf der Hochfläche die letzten Schneereste
schmelzen, erblühen ganze Hänge von Schneeglöckchen und
Märzenbechern. Im April/Mai entfalten Streuobsthänge ihre
Blütenpracht. Im Sommer, wenn es unten im Albvorland drückend
heiß werden kann, duften auf der Hochfläche, über die immer ein
frisches Lüftchen weht, die Wacholderheiden. Vielen erscheint
der Herbst als die schönste Zeit im Jahr, wenn sich der
Laubmischwald in seinen satt-farbigen Blätterkleid darbietet.
Und selbst im Winter zieht die Alb Romantiker in ihren Bann,
wenn die von dickem Raureif überzogenen lichten Wälder des
Albtraufs im hellen Sommerlicht gleißen.
Weitere Informationen:
Schwäbische Alb
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