"Dies war mir ein
suer Land" soll Karl der Große kommentiert haben, nachdem er mit
seinen Soldaten durch das Sauerland gezogen war - und
anschließend endlich wieder ebenere Gefilde erreicht hatte. Was
Karl der Große auf dem Marsch seinerzeit "suer", das heißt
"schwierig" zu bewältigen fand, ist heute eine Extra-Reise wert.
Will man der Rockgruppe Zoff glauben schenken, dann sind im
Sauerland die Mädchen noch schöner als die Kühe. Und das ist
nicht alles. Das Sauerland ist der Garten des Ruhrgebiets. Ein
Garten mit Höhen und Tiefen: Schließlich bietet das Sauerland
genau 2711 Bergkuppen, darunter auch der bekannte Kahle Asten
und mehrere Höhlen, die tief in die Erde führen. Die Region
zwischen Arnsberger Wald und Rothaargebirge hat aber mit seinen
riesigen Wäldern nicht nur die Farbe Grün im Angebot. Auch Blau
ist reichlich vertreten.
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Das Sauerland
bietet Wasser in allen Aggregatzuständen. Da fließen die Lenne,
die Ruhr, die Lahn und die Eder. Da locken Talsperren wir die
Sorpe, die Möhne und die Bigge. In der Atta- und Dechenhöhle
formt sich das Nass zu wunderschönen Stalagmiten. Und wer das
Wasser gerne etwas kälter und fester hat, freut sich auf den
Winter, wenn die zahlreichen Liftanlagen den Gipfelsturm
erleichtern und in der Winterberger Bobbahn die Kufen
geschliffen werden. Verkehrssprache ist dann übrigens
holländisch. Aber nicht nur die Niederländer haben das Sauerland
als Reiseziel entdeckt. Auch immer mehr deutsche Urlauber
quartieren sich in einem der zahlreichen Hotels oder Bauernhöfe
ein. Das heißt nun Agrotourismus, meint aber immer noch das, was
Kinder und Eltern mögen. Echte Tiere, die ohne Batterien
funktionieren und gesunde Luft, die man auf der Zunge schmecken
kann. Das Sauerland bietet mittlerweile alles, was von einem
attraktiven Ferienziel erwartet wird, ohne dass die Natur
verdrängt wurde. Eine mehr als 1000jährige Geschichte macht das
Sauerland interessant. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten, wie z. B.
Burgen und Wasserschlösser, Schiefer- und Tropfstein-Höhlen,
Bergwerke und technische Denkmäler kann man besichtigen.
Durch überlieferte
Traditionen haben sich die Sauerländer ein unverwechselbares
Brauchtum erhalten. So werden vielerorts in den Sommermonaten
Volks- und Schützenfeste gefeiert. Fast ganzjährig erleben
Besucher die Atmosphäre des Sauerlandes.
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Die sauber
gemauerte Quellfassung unterhalb des Ruhrkopfes bei
Elkeringhausen nahe Winterberg gehört zu den meistbesuchten
Ausflugs- und Wanderzielen im Hochsauerland. Zwar sprudelt die
eigentliche Quelle noch ein wenig höher oben im Wald, doch das
klare Wasser, das dort quillt oder sprudelt und nach 218
Kilometern den Rhein erreicht, macht Karriere. Es ist die Quelle
der Ruhr, die in reizvoller und nur wenig anstrengender
Wanderung erreicht wird. Am Kurhaus in Winterberg startet eine
gemütliche Rundtour, für die der Wanderer etwa fünfeinhalb
Stunden einplanen sollte. Bei Winterberg beginnt auch der mit XR
markierte "Ruhrhöhenweg" der bis zur Mündung des Flusses nach
Duisburg führt.
In Winterberg, dem bekanntesten Wintersportort
Nordrhein-Westfalens, lassen sich Skihasen von insgesamt 22
Liften in die Höhe ziehen. Wintersport hat hier Tradition: Per
königlichem Erlass wurde hier bereits 1907 der Skilauf fester
Bestandteil des schulischen Unterrichts. Weitere Traditionshänge
befinden sich in unmittelbarer Nähe, etwa im Skiliftkarussell
Altastenberg oder im Skigebiet Postwiese. Hier steht in einer
umgebauten Scheune auch das Westdeutsche Wintersportmuseum, das
die Entwicklung des Ski-, Rodel- und Bobsports veranschaulicht
und historische Schätze zeigt.
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Das Sauerland ist
aber keineswegs nur eine Wintersportregion: Der "Weg der Sinne"
ist 160 Kilometer lang und verbindet Brilon im Hochsauerland mit
dem hessischen Dillenburg. Er gilt als die "Krone der
Sauerländer Wanderwege". Tagelang kann der Wanderer über die
Höhen des Rothaargebirges spazieren, über einsame Hochheiden,
auf denen Schäfer mit ihren Herden unterwegs sind, und durch
schmucke kleine Dörfer mit schwarz-weißen Fachwerkhäusern. Das
schönste Teilstück ist die Etappe von Willingen über Winterberg
nach Latrop. Dabei sind knapp 50 Kilometer zurückzulegen. Und
immer wieder fasziniert unterwegs die Aussicht über die Berge
und Täler des Herzstückes des Sauerlandes. Schließlich
"erklimmt" man auf der Tour Berge bis zu 840 Meter Höhe. Wer
dabei sein Gepäck nicht selbst auf dem Rücken mitschleppen will,
der kann es sich jeden Tag aufs Neue zum vorgebuchten Quartier
schicken lassen. Ob auf dem Kammwanderweg Rothaarsteig, dem
Siegerland-Höhenring oder auf dem Wittgensteiner Panoramaweg -
in den südwestfälischen Mittelgebirgslandschaften Siegerland und
Wittgensteiner Bergland können Naturfreunde so richtig die Seele
baumeln lassen. Im Quellgebiet von Eder, Lahn und Sieg mit dem
Naturpark Rothaargebirge führen über 3.500 Kilometer markierte
Wanderwege durch Laub- und Nadelwälder.
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Eine
West-Ost-Tour könnte so aussehen: Der Tag beginnt mit dem ersten
Vogelgezwitscher im Vogelpark Eckenhagen, im Freizeitbad Olpe
wird ein Erfrischungsbad genommen, ehe auf der Kartbahn
Rönkhausen eine neue Rundenbestzeit angepeilt wird. Eine
Zwischenmahlzeit am Nachmittag gibt es im Backhaus bei
Cobbenrode, bevor bei Winterberg die Pferde für eine Kutschfahrt
eingespannt werden. Mit einer Vorstellung auf der Freilichtbühne
Hallenberg wird der Tag beendet. Wer mehr Animation möchte,
beginnt im Süden mit dem Panoramapark, macht danach Station bei
Winnetou in Elspe, quert die Henne-Talsperre mit dem Schiff, um
sich gemütlich bei der Warsteiner Brauerei niederzulassen.
Wie Wein zum
Rheingau, gehört Bier zu Westfalen - und damit auch zum
Sauerland. Gleich mehrere Brauereien im Sauerland sind durch
ihre Produkte weltweit bekannt geworden. Urlauber können hautnah
erleben, wie der Gerstensaft hergestellt wird. Denn alle großen
Brauereien des Sauerlandes bieten regelmäßig geführte
Besichtigungen an. Wie nahe die Besucher dabei an die
eigentliche Braustätte herankommt ist unterschiedlich. Doch eine
solche Brauereibesichtigung ist allemal ein köstliches Erlebnis.
Schließlich endet sie doch immer bei einem Probetrunk.
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Für Kinder ist
das Sauerland ein Paradies. Ein grenzenloses Tummelfeld für ihre
Phantasie, deren schillerndste Gestalten ihnen hier mitunter
leibhaftig gegenübertreten. Bauernhofurlaub und
Vergnügungsparks, Cowboy-Spiele in den Wäldern und
Karl-May-Festspiele, bei denen Winnetou natürlich immer
höchstpersönlich auftritt: Kein Wunsch scheint so unmöglich zu
sein, als das er in der Hügellandschaft des Sauerlands nicht
erfüllt werden könnte. Und das Schöne an den vielen Angeboten
ist, dass auch Erwachsene sich garantiert nicht langweilen. Die
ideale Voraussetzung also für Familienurlaub.
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