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SÄCHSISCHE SCHWEIZ


    Gipfel der Natur

 

In Sachsen, dem südöstlichsten Bundesland Deutschlands, liegt die Sächsische Schweiz. Sie erstreckt sich südöstlich von Dresden links und rechts der Elbe. Zwischen der Stadt Pirna und der deutsch-tschechischen Grenze gelegen, bildet die Sächsische Schweiz einen Teil (etwa zwei Fünftel) des Gebirges, das eine Fläche von etwa 750 km² beiderseits der deutsch-tschechischen Grenze bedeckt.

Elbsandsteingebirge nennen die Geologen diese in Europa einmalige Landschaft, die Mittelgebirgscharakter trägt. Die Bezeichnung Sächsische Schweiz wurde zu Beginn des 19. Jh. geprägt, als die Maler der Romantik die Schönheiten dieser Landschaft entdeckten. Der Volksmund hat sich die vermutlich von den beiden Schweizer Malern Adrian Zingg (1734 - 1816) und Anton Graff (1736 - 1813) geprägte Bezeichnung "Sächsische Schweiz" zu eigen gemacht.

Wegen seiner bizarren Formen besitzt dieses Gebirge einen völlig selbständigen und unverwechselbaren Charakter. Es ist nicht hoch, bildet aber wegen der Zerklüftung des Sandsteins eine ausgesprochene Felsenlandschaft. Die höchsten Erhebungen auf deutscher Seite sind der Große Zschirnstein (561 m) und der Große Winterberg (552 m). Die Felswände beiderseits des Elbtales erheben sich 250 bis 350 m über den Strom.

Zwischen den Felsen und Tälern liegt hügeliges bewaldetes Land, das bereits die Slawen als Jagdrevier, für Fischfang und Holzeinschlag nutzten. Im 12. Jh. zogen nach der Eroberung Obersachsens durch die Wettiner viele Niedersachsen und Thüringer in das Land und besiedelten es.

Mit dem Bau von Burgen und der bäuerlichen Landnahme rückte das Grenzland in das Interesse der Mächtigen und wurde ökonomisch, politisch und militärisch bedeutsam. Im Mittelalter kam es durch Eroberung, Kauf und Gebietstausch zum häufigen Wechsel der Herrschaftsverhältnisse zwischen Böhmen, Meißen und Sachsen. Im 15. Jh. wurde das Gebiet durch die Raubritter von Hohnstein, Rathen, Wildenstein, Arnstein und Winterstein kontrolliert. Um 1450 gewann Sachsen die Herrschaft über das Gebiet.

Den Namen Sächsische Schweiz trägt auch der 1990 ausgewiesene Nationalpark sowie die Nationalparkregion. Der Nationalpark Sächsische Schweiz (93,5 km²) wurde 1990, der Nationalpark Böhmische Schweiz (79 km²) im Jahr 2000 gegründet. Das Landschaftsschutzgebiet Sächsische Schweiz (287,6 km²) wurde 1956 festgesetzt. Auf tschechischer Seite grenzt das Landschaftsschutzgebiet Elbsandsteine (250 km²) an. Das Motto "bizarre Felsen, wilde Schluchten" umreißt knapp, aber treffend den Charakter des einmaligen Naturraumes. Damit fügt sich die Sächsische Schweiz in die Familie der übrigen vierzehn deutschen Nationalparke ein.

Mit der Entstehung des Elbsandsteingebirges bildeten sich charakteristische Lebensräume heraus. So ist die Pflanzen- und Tierwelt auf den kargen Felsriffen völlig anders, als in den tief eingeschnittenen Schluchten. Die Klima-Umkehr (unten ist es kalt, oben warm) bezeichnet man als Kellerklima, eine typische Erscheinung im Elbsandsteingebirge. Pflanzen und Tiere haben sich optimal angepasst. So finden wir in den tiefsten Gründen gewaltige Fichten, die eigentlich in den Mittelgebirgslagen wachsen. Auf den Basaltkuppen, die ihre Entstehung einem weit zurückliegendem Vulkanismus verdanken, finden sich reiche Buchen-Mischwälder mit einer sonst im Elbsandsteingebirge nicht vorkommenden Artenvielfalt.

Wer das Elbsandsteingebirge besucht, sollte wissen, dass er in einem der ältesten Wandergebiete Deutschlands unterwegs ist, wenn nicht gar dem Ältesten überhaupt. Maßgeblichen Anteil an der Entdeckung der pittoresken Landschaft hatten die beiden bereits genannten Schweizer Maler Adrian Zingg und Anton Graff, die Ende des 18. Jahrhunderts das sächsische Felsenland kennen lernten. Der sich stürmisch entwickelnde Tourismus verlangte eine breit gefächerte Infrastruktur. Das damals entstandene Wanderwegenetz ist inzwischen weit verzweigt und lässt heute kaum einen bemerkenswerten Punkt aus. Dem Wanderer unserer Tage steht eine breite Auswahl von interessanten Wanderwegen zur Verfügung. Dabei kann gewählt werden zwischen bequem und abenteuerlich, steil und gemütlich. Von besonderem Reiz sind grenzüberschreitende Wanderungen nach Böhmen. Sieben Wander-Grenzübergänge im Bereich der Sächsisch-Böhmischen Schweiz bieten ideale Wandermöglichkeiten. Die Ziele reichen vom Hohen Schneeberg übers Prebischtor bis hin zur romantischen Edmundsklamm.

Auf zahlreichen Felsplateaus standen im Mittelalter kleine Felsenburgen. Noch heute sind Balkenfalze, Stufenreihen, Zisternen oder Felszeichnungen zu sehen. In der Sächsischen Schweiz kann man auch den Spuren berühmter Maler folgen. Caspar David Friedrich oder Ludwig Richter haben beeindruckende Bilder vom Elbsandsteingebirge hinterlassen. Auf dem sogenannten Malerweg lassen sich noch heute die Orte finden, wo die Künstler einst ihr Bild von der Landschaft entworfen haben.

Die wichtigsten Orientierungspunkte sind Dresden, die sächsische Landeshauptstadt im Norden des Gebietes, und die Elbe, die kleine, aber umso feinere Gebirge diagonal durchschneidet. Auf der Elbe verkehrt die älteste Schaufelraddampferflotte der Welt. Für einen ersten Überblick und vor allem, um einen Eindruck von der Einzigartigkeit der Landschaft zu erhalten, bietet sich ein Besuch auf der Bastei an, einem Felsensemble hoch über dem Elbtal, nicht weit von Hohnstein entfernt, einem hübschen, verwinkelten und an steile Hänge geschmiegten Städtchen. Die Bastei also gehört zum Pflichtprogramm für Besucher der Sächsischen Schweiz. Von hier bietet sich ein prächtiger Blick auf die Tafelberge Lilienstein, Pfaffenstein und Hoher Schneeberg sowie auf den Königstein, der von einer gewaltigen Festung gekrönt wird, die heute mehrere sehenswerte Museen beherbergt.

Auf der Felsenbühne Rathen kann man unter freiem Himmel inmitten einer eindrucksvollen Felsenkulisse Theater von Karl May's "Winnetou" über Klassiker, wie "Freischütz", bis zum "Wirtshaus im Spessart" erleben.

Im Zentrum der Sächsischen Schweiz befindet sich die Festung Königstein, 240m über dem Elbspiegel. Diese Festung allein ist einen Tagesausflug wert. Zusätzliche wunderbare Fernsichten bieten sich Ihnen bei einem Rundgang entlang der Brustwehr der Festung. Hier genießt man Ausblicke auf das 415 m hohe Lilienstein-Massiv, die Bärensteine, bei guter Sicht elbabwärts bis Dresden und elbaufwärts bis Bad Schandau und ins Erzgebirge.

Die Sächsische Schweiz ist durch die bizarren Sandsteinfelsen auch ein wahres Kletterparadies. Man sagt, hier sei das Geburtsland des Free Climbing. Sie ist für Bergersteiger aus aller Welt ein Geheimtipp. Etwa 14000 Kletterwege, einfacherer bis extremer Schwierigkeitsgrade, bieten die 1100 freistehenden Fels-Säulen. Dies lässt bei jedem Kletterfreund das Herz höher schlagen.

Die Sächsische Schweiz zählt zu einer der reizvollsten Tourismusregionen Deutschlands und ist für Naturliebhaber, Wanderer, Kletterer und Sportler ein gleichermaßen attraktives Urlaubs- und Ausflugsziel.


Weitere Informationen:

Tourismusverband Sächsische Schweiz e.V.
Am Bahnhof 6
01814 Bad Schandau
Tel.: 035022/49500
info@sax-ch.de
www.saechsische-schweiz.de

 

 

 

 

 

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