Das Remstal ist eine mit Wiesen, Wald und Reben gesegnete
Landschaft vor den Toren Stuttgarts. Weindörfer,
traditionsreiche Städte, liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser,
berühmte Altstadt-Ensembles, umrahmt von Rebhängen. –
Geschichte, Kunst und Kultur, die uns auf Schritt und Tritt
begegnen: Die Stadt der Staufer. Die Daimler-Stadt. Die Wiege
Württembergs. Der Geburtsort Friedrich Silchers . . .
Gastlichkeit und Geselligkeit werden hier seit jeher groß
geschrieben.
Ein bunter Reigen fröhlicher Feste bringt
Alteingesessene, Rei`gschmeckte und Besucher an einen Tisch.
Urige Gasthöfe laden zur deftigen Hausmannskost. Gepflegte
Gourmet-Restaurants verwöhnen mit kulinarischen Spezialitäten.
Gemütliche Weinstuben bieten edle Tropfen der exzellenten
Weingüter, von denen viele zu den besten Deutschlands zählen.
Das westliche
untere Remstal ist Weinland, der östliche Teil bis Lorch Wald.
Von ihrem Ursprung bei Essingen im Ostalbkreis bis zur Mündung
fließt die Rems 80 Kilometer lang an Streuobstwiesen, Wäldern
und grünen Auen vorbei. 40 Kilometer kann man fast ohne
Steigungen an der Rems entlang radeln bevor der Fluss nördlich
von Stuttgart, bei Neckarrems in den Neckar mündet.
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Die Obstbaumblüte
im Frühjahr ist ein Erlebnis, ebenso der Herbst, wenn die
Rebstöcke voller Trauben hängen. Und nach der Lese der Trauben,
die Spitzen-Weingärtner wie Ellwanger in Winterbach, Haidle und
Beurer in Stetten, Klopfer und Ellwanger in Großheppach, Kuhnle
in Strümpfelbach, Aldinger und Schnaitmann in Fellbach oder
Schwegler in Korb anbauen, schillert das Laub der Reben in allen
Farben.
"Komma, gugga, schmecka, schlotza" - was sich wie die
schwäbische Variante von Cäsars "veni, vidi, vici" anhört, ist
Motto des Remstals und die Aufforderung, sich in diesem
Landstrich östlich von Stuttgart vom Dreiklang aus Natur, gutem
Essen und feinen Weinen verwöhnen zu lassen. Schlotzen steht im
Schwäbischen für Wein trinken. Selbst "Schwarzer Peter" wird
hier nicht gespielt, sondern getrunken. Nicht umsonst gilt das
Tal als vinologisches Zentrum und die Wiege von Württemberg.
Im Jahr 1080 erbaute Konrad von Beutelsbach auf dem Wirtenberg
eine Burg, die der Familie den Namen gab. Nicht weniger wichtig
war 1514 der Bauernaufstand "Armer Konrad", der zwar blutig
niedergeschlagen wurde, letztlich aber zum "Tübinger Vertrag"
führte - der ersten Verfassung von Württemberg.
Bedeutsam ist auch das im Jahr 885 in einer Urkunde des
Karolinger-Kaisers Karl III. erstmals erwähnte Waiblingen: Mit
dem Schlachtruf "Hie Welf, hie Waibling!" trugen die mächtigen
Staufer den Namen der heutigen Kreisstadt nach ganz Europa. Die
historische Stadtmauer mit ihren gut erhaltenen Tortürmen und
die Fachwerkhäuser führten zur Aufnahme Waiblingens in die
"Deutsche Fachwerkstraße".
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Sehenswert ist im
Remstal unter anderem der Limes in Schwäbisch Gmünd, das jeden
Sommer zum Festival "Europäische Kirchenmusik" einlädt.
Schwäbisch Nazareth wurde das römische "Gamundias" zu späteren
Zeiten spöttisch genannt. Denn die ehemalige Reichsstadt mit dem
spätbarocken Flair hat unzählige Kirchen. Schon 670 n. Chr. war
der größte Teil der Oberschicht von Gmünd christianisiert. Die
älteste Kirche Schwäbisch Gmünds ist die spätromanische
Johanniskirche. Schwäbisch Gmünd ist auch eine alte
Handwerkerstadt. Tradition hat vor allem das Gold- und
Silberschmiedehandwerk. "Silver City" nennen die Amerikaner
Schwäbisch Gmünd.
Das Heiligkreuz-Münster ist die älteste süddeutsche Hallenkirche
aus der Gotik. Kreuzrippen und Deckennetzgewölbe wurden 1497
anstelle einer Holzdecke eingezogen. Der Dachstuhl ist ein
Meisterwerk der Zimmermannskunst aus dem 14. Jahrhundert.
Originalstämme und Balken aus dem Mittelalter durchziehen den
Raum. Der berühmte Baumeister Peter Parler wurde 1330 in Gmünd
geboren.
"Ich war auf dem
Salvator", das sagen die Einwohner von Schwäbisch Gmünd, wenn
sie auf den Nepperberg gepilgert sind. Wegkapellen und
Kreuzwegstationen stellen eindrucksvoll die Leiden Christi dar.
Oben auf dem Berg liegt die Wallfahrtskirche Sankt Salvator.
1617 baute Kirchenbaumeister Kaspar Vogt bereits vorhandene
Buntsandsteinhöhlen zu einer Felsenkapelle aus. Viele
Geschichten ranken sich um diesen Berg, seine Höhlen und die
Kapelle. Römische Soldaten hätten hier ihren Gott Mitras
verehrt. Später die Christen Schutz vor heidnischen Überfällen
gesucht.
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Der römische
Schutzwall Limes markierte das Römerreich gegen das freie
Germanien. Die Rekonstruktion eines Wachturmes bei Lorch
erinnert daran. Das Kastell von Welzheim im Schwäbischen Wald
lässt erahnen, wie die Römer vor rund 2.000 Jahren mitten im
heutigen Württemberg lebten. Nachbildungen von Statuen römischer
Götter und die Türme der Eingangsportale erinnern an jene Zeit,
in der von hier aus die römischen Wachsoldaten gen Osten hinüber
nach Germanien blickten. Zuvor hatten die Kelten im Remstal
gesiedelt. Jahrhunderte lang trafen in dieser Region
Verwaltungsgrenzen aufeinander.
Flussabwärts
folgt Schorndorf, der Geburtsort von Gottlieb Daimler. Ihn
hielten die Leute wegen seiner nächtlichen Versuche mit dem
"leichten, schnelllaufenden Benzinmotor" für einen Falschmünzer,
weshalb er seine Erfinderwerkstatt nach Bad Cannstatt verlegte.
Aus Geradstetten kommt dagegen der "Spätzles-Schwob", eine
Presse, die die schwäbische Speise wie handgeschabt auf den
Teller bringt.
Bei einer Stadt
ist der Name Programm: Weinstadt liegt im Herzen des Remstals,
umgeben von den Hängen des Schurwalds, von Obstwiesen und
Weinbergen. Es gehört zu den führenden Weinbauzentren
Württembergs. Selbst die Pietisten, die im Remstal zu Hause
sind, trinken öfters ein Viertele Riesling und pflegen dann zu
sagen: "Wenn der Wein nicht ein Geschenk Gottes wäre, könnten
wir ihn noch viel besser verachten."
Weitere
Informationen:
Verkehrsverein
Remstal-Route e.V.
Bahnhofstraße 21
71384 Weinstadt
Tel. 07151 27650-47
info@remstal-route.de
www.remstal-route.de
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