Anmutig dahinziehende Wolken, ein weiter Himmel, salzige Luft
und riesige Vogelschwärme - Das flache Land an der Nordseeküste
und ein hervorragend ausgebautes Radwegenetz machen Ostfriesland
zu einem Paradies für Naturtouristen. Viel Unerwartetes gibt es
zu entdecken an den Wattenmeerküsten, in den weiten Fehn- und
Moorgebieten und entlang der vielen Binnenseen, die Ostfriesland
großspurig „Meere“ genannt werden
In Ostfriesland
ist alles ein bisschen anders als anderswo. Vor allem auch, was
Kultur und Erlebnis angeht. Da hat Ostfriesland mehr zu bieten
als das Meer. Wohl keine andere Region Deutschlands verfügt auf
so engem Raum über eine derart vielfältige Architektur. An der
Küste sind Ostfrieslands Burgen und Schlösser zu finden: In Hage
das herrliche Wasserschloss Lütetsburg mit seiner großzügigen
Parkanlage und die Burg Berum, eine der ältesten und
traditionsreichsten Burgen Ostfrieslands. In der Herrlichkeit
Dornum zeugen die Norderburg und die Beningaburg von der
eindrucksvollen ostfriesischen Vergangenheit. Abseits der grünen
Deiche führen Straßen mit windschiefen Bäumen zu idyllischen
Warfendörfern mit mittelalterlichen Backsteinkirchen. Das
Besondere: In keinem anderen Gebiet Europas gibt es auf so
kleinem Raum derart viele Kirchen mit einer solchen Vielzahl an
historischen bis zu 500 Jahre alten Orgeln. Das ganze Jahr über
sind herausragende Orgelkonzerte zu hören. Riesige Bauernhäuser
mit tief heruntergezogenen roten Dächern – Gulfhöfe genannt –
und kleine Fehnhäuser mit Sprossenfenstern – früher von
Landarbeitern bewohnt – prägen die Ortsbilder. Wer wissen
möchte, wie die Menschen in Ostfriesland früher gelebt haben,
der sollte etwa das Museum der Armut in Moordorf bei Aurich und
das Landwirtschaftsmuseum in Campen/ Krummhörn besuchen. Die
Region Ostfriesland umfasst das gesamte ostfriesische Festland
zwischen dem Dollart im Westen und dem Jadebusen im Osten.
Hierzu gehören die Kreise Leer, Emden, Aurich, Wittmund,
Friesland und Wilhelmshaven.
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Ostfriesland ist
Teeland. Es gibt nur wenige Fleckchen Erde auf der Welt, wo so
viel Tee getrunken wird. Rund ein Viertel des in Deutschland
konsumierten Tees, rinnt hier die durstigen Kehlen herunter.
Drei Tassen Tee sind Ostfriesenrecht und das gilt natürlich auch
für die Gäste der zahlreichen Teestuben. Aber wer dann nicht den
Löffel in die Tasse stellt, der bekommt unaufgefordert immer
wieder Tee nachgeschenkt. Das kann böse für den Magen ausgehen,
denn Ostfriesen trinken ihren Tee stark. Das Norder Teemuseum
beherbergt eine einzigartige Sammlung über die Geschichte des
Tees, darunter chinesisches Tee-Porzellan des 17. und 18.
Jahrhunderts. Eindrucksvolle Beispiele zur Geschichte der
europäischen Teekultur beherbergen die Vitrinen des Museums,
darunter eine Teekanne des Trauergeschirrs der Witwe Friedrichs
des Großen. Verschiedene Wohnsituationen sind nachgebildet.
Gezeigt wird der Teegenuss in Bürger- und Arbeiterwohnungen. Das
Museum führt selbstverständlich, wie könnte es auch anders sein,
eine Teeküche, die zur Teepause einlädt.
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Zu den
bekanntesten historischen Gestalten Ostfrieslands gehört Klaus
Störtebecker. Er war Mitglied- nicht Anführer, wie viele meinen-
der Vitalienbrüder, einer Seeräuberbande, die um den Wechsel von
14. zum 15. Jahrhundert nach ihrer Vertreibung aus dem
Ostseeraum in Ostfriesland Unterschlupf suchten und auch fanden.
Zuerst am Jadebusen, und später ( ab 1396 ) in Marienhafe, wo
sie im Kirchturm ihr Quartier bezogen. Die Bande machte ein paar
Jahre lang die Küsten unsicher. Wobei die ihnen Unterschlupf und
Hilfe gewährenden ostfriesischen Häuptlinge gut davon
mitprofitierten und die Hanse sich tüchtig ärgerte- so sehr,
dass man im ganzen Nord- und Ostseeraum Jagd auf sie machte und
sie schließlich auch erwischte. Das Ende ist bekannt: 1401
wurden sie in Hamburg hingerichtet und ihre abgetrennten Köpfe
auf Pfähle gesteckt. Die Legende berichtet, Störtebecker habe
darum gebeten, zuerst ihn zu köpfen und von seinen Kulanten so
viele zu begnadigen, wie er ohne Kopf ihre Reihe abschreiten
konnte. Elf Männer soll er geschafft haben.
Die Ostfriesen
sind stolz auf ihre Vergangenheit. Gleichzeitig verlieren die
Ostfriesen die Gegenwart nicht aus den Augen. Der „Stern“-Begründer
Henri Nannen stiftete seiner Heimatstadt Emden eine Kunsthalle.
Neben Wechselausstellungen zur Kunst des 20. Jahrhunderts sind
hier regelmäßig Werke aus der Sammlung Henri Nannen und der
Stiftung Otto van de Loo zu sehen. Ostfriesland-Urlauber sind
aufgefordert, selbst zu Zeichenstift und Malpinsel zu greifen.
Die angegliederte Malschule bietet Kreativ-Ferien für Familien
mit Kindern an. Auch wer sich auf das Kultur-Erlebnis
Ostfriesland einlässt, dem bleibt trotzdem Tag für Tag genügend
Zeit für einen Spaziergang am Deich oder für eine Radtour
entlang der vielen Kanäle. Besonders im Frühjahr bietet sich
eine „Tour Natur“ durch Ostfriesland an.
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Die Weite des
flachen Landes scheint unendlich – so dass morgens zu sehen ist
wer nachmittags zum Tee kommt. Die kleinen Seen werden hier
Meere genannt, damit sie nicht mit der Nordsee verwechselt
werden. Und die höchsten Erhebungen erreichen gerade mal 30
Meter. Doch so platt wie es scheint, ist Ostfriesland nun doch
nicht. Im Land zwischen den Deichen bieten Land, Leute und die
Kultur viel Besonderes und Kurioses. Wer um Ostern herum nach
Ostfriesland reist, wird die Menschen dort bei einem wundersam
anmutenden Zeitvertreib beobachten können. Da führen zwei
Kontrahenten mit ernster Miene in der jeweils rechten Hand zwei
bunt bemalte Eier stoßartig aufeinander zu. Wessen Schale zuerst
knackt, der hat sein Osterei an den Gegner verloren. „Eierbicken“
nennen die Ostfriesen das. Es sollen aber auch schon Landsleute
am Deich beobachtet worden sein beim Eierrollen. Da müssen sie
nicht ganz so viel Geschick beweisen. Denn ob zur See- oder zur
Landseite hin, runter rollen sie immer. Eine Herausforderung
ganz anderer Art sind die „Emder Matjestage“, die zwischen Mai
und Juni in der Seehafenstadt gefeiert werden. Matjes-Essen ist
nämlich eine Kunst für sich: Kopf in den Nacken legen, Matjes an
den Stert (Schwanz) fassen, zielen und im Mund verschwinden
lassen. Das Matjes-Fest erinnert an die über 450 Jahre alte
Tradition der Emder Heringsfischerei. Historische Schiffe machen
mitten in der Stadt fest und Shantychöre singen in ihren Liedern
von der Seefahrttradition der Ostfriesen.
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Das Leben der
Fischer ist in Greetsiel nachzuempfinden. Rund um den über 600
Jahre alten Fischereihafen mit seinen Krabbenkuttern und
Segelbooten prägen Zwillingsmühlen und historische Giebelhäuser
das Ortsbild. Kanäle waren einst die Haupttransport- und
Fahrwege in den nahezu unpassierbaren Mooren Ostfrieslands.
Jedes Jahr lohnt im September ein Besuch des Blütenfestes in
Wiesmoor. Ein Korso aus mit Millionen von Blüten geschmückten
Festwagen erinnert an jene Zeit, in der Wiesmoor noch von
Hochmooren umgeben war. Damals wurde in der Gemeinde mit einem
Torfkraftwerk Strom erzeugt. Patent wie die Ostfriesen nun mal
sind, nutzten Sie die Abwärme des Kraftwerkes und heizten damit
große Gewächshausanlagen. Der Grundstein für die Entwicklung zur
Blumengemeinde war gelegt.
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Gärten sind von
jeher Orte der Ruhe, der Meditation, der Regeneration. Dies gilt
ganz besonders für die Rhododendronparks, die jeweils von Mitte
April bis Mitte Juni zu einem bedeutenden Treffpunkt der
internationalen Gartenwelt werden. Einer der schönsten und
größten Rhodoparks in ganz Europa ist der Waldpark
Linswege-Petersfeld mit einer Gesamtfläche von 70 Hektar.
Hunderte von Züchtungen sowie weit über 200 Wildarten
überraschen und begeistern selbst verwöhnte Gartenfreunde.
Ähnliches gilt für den Rhododendronpark Gristede, wo auf rund 50
Hektar mehr als 700 Sorten dieser imposanten Blütenpflanze zu
sehen sind. Einzigartig auch der »Rahmen« aus chinesischen
Mammutbäumen sowie seltenen japanischen Ahorn- und Cornusarten.
Ebenso sehenswert ist der Maxwald-Park nahe Westerstede. Was
diesen liebevoll gestalteten Flecken Erde auszeichnet, ist seine
thematische Vielfalt mit Alpenrosen, Rosen, Kräutern und
Laubwald. Als weitere Highlights sind zu nennen: der Schlosspark
Rastede, der Kurpark Bad Zwischenahn sowie zahlreiche private
Natur- und Bauerngärten.
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Ob jung, ob alt,
ob Frau oder Mann, ob Bayer, Hesse oder Sachse – wer gerne Rad
fährt ist in der unberührten Natur des Südlichen Ostfriesland
genau richtig. Aber nicht nur den Urlaubern bleibt das Radeln
vorbehalten: Ostfriese ist der, der mit dem Rad fährt. Auch wenn
der Wind von vorn kommt, ist Radfahren in dieser unberührten
Natur Genuss pur. Und wenn der Wind einmal zu heftig bläst, dann
steigt man halt ab und kehrt ein. Die Radwege der
Internationalen Dollard Route und der Deutschen Fehnroute und
die Strecken der Erlebnistour Paddel und Pedal liegen
größtenteils abseits des Verkehrs. Kleine Strassen durchqueren
Felder und Wiesen, entlang der Deiche und bieten das Gefühl
allein mit der Natur zu sein. Vögel kreisen am Himmel, die
Wolken ziehen hinterher und die Schafe wiederkäuen auf den
Wiesen.
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Ob mit dem Auto,
dem Bus oder dem Rad, auf den ca. 164 Kilometern der Deutschen
Fehnroute kann sich Seele und Auge an zahlreichen
Sehenswürdigkeiten begeistern. Fehn ist das holländische Wort
für Moor. Die Strecke führt durch die ehemaligen Fehnkolonien,
die seit dem 17. Jahrhundert geprägt wurden durch Kargheit und
harte Arbeit. Der eigenwillige Charakter dieser Kolonien ist
geblieben. Davon zeugen die Kanäle, welche die Strassen in zwei
Hälften teilen. Wer von einer auf die andere Seite gelangen
will, muss die kleinen fehntypischen Klappbrücken überqueren.
Wer die Deutsche Fehnroute erkundet hat, kann gleich weiter
fahren. Denn „um zu“ wie der Ostfriese sagt, beginnt die
Internationale Dollard Route. 180 Kilometer ausgewiesene Radwege
führen durch ausgedehnte Polderlandschaften quer durch das
Rheiderland und die angrenzende Provinz Groningen in den
Niederlanden. Zusammen mit den Niederländern wurde die Strecke
ausgearbeitet und bietet reizvolle Grenzüberschreitungen. Ein
Radurlaub entlang der Internationalen Dollard Route, bedeutet
Erholungsurlaub vorbei an Backsteinbauten, steinernen,
verwitterten Kirchen und Friedhöfen und kleinen Museen, die
Tradition und Geschichte zum Betrachten präsentieren.
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Ostfriesland darf
ruhigen Gewissens auch als das "Mekka" für Freunde der
Angelfischerei bezeichnet werden. Bei den ostfriesischen
Nordlichtern kann man nicht nur nahezu unberührte Landstriche,
Wälder und Wiesen sowie idyllische Seen, Meere und Kanäle
betrachten, sondern auch mit der Angelrute die Natur in vollen
Zügen genießen. Die große Vielfalt der ansässigen Fischarten
bietet jedem Petrijünger die Möglichkeit, seinen Lieblingssport
in der von ihm bevorzugten Weise auszuüben. Sogar Hochseeangler
(Nordsee) und Fliegenfischer erliegen dem Charme des nördlichen,
"platten" Ostfrieslands. Da lockt der Dollart zum
Brandungsangeln auf Aal, Dorsch oder Butt. Im Leeraner Hafen
lässt sich von einem ruhigen Plätzchen aus dem Zander
nachstellen und in den Flüssen Leda und Jümme wartet der Hecht
darauf, an Land gezogen zu werden. In den zahlreichen Gewässern
des Südlichen Ostfrieslands findet der Stippangler Brassen und
Rotaugen, während das Langholter Meer oder der Altarm in
Terwisch als bevorzugte Angelplätze für Karpfen oder Schleie
gelten. Mit etwas Glück holt der versierte Angler aus der Ems
auch schon einmal eine Meerforelle oder Meeräsche. Die Gemeinden
im südlichen Ostfriesland stellen Hobbyanglern gegen Nachweis
der Sportfischerprüfung gern die nötigen
Angelberechtigungsscheine für die Binnengewässer aus.
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Auch wenn alle
Kraftwerke abgestellt würden – in Ostfriesland ginge das Licht
nicht aus. Denn Ostfriesland ist Windland. Eine stattliche
Anzahl von modernen Windkraftanlagen erzeugen ausreichend
elektrische Energie, um damit alle heimischen privaten Haushalte
zu versorgen. Rein rechnerisch stammt der Strom, den Urlauber
nutzen, direkt aus der sauberen Windenergie. „Urlauben“ in
Ostfriesland heißt also auch umweltbewusst reisen. Dabei spielt
die Windkraft seit alters her eine wichtige Rolle hier. Davon
zeugen heute noch die rund 80 erhaltenen historischen Mühlen.
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