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OLDENBURGER LAND


    Im ehemaligen Großherzogtum Oldenburg

 

Das Oldenburger Land bietet vielfältige Regionen, vom Jeverland an der Küste bis zu den Dammer Bergen nördlich von Osnabrück. Als Teil der Nordwestdeutschen Tiefebene bestehen die meerseitigen Landstriche des Oldenburger Land aus Marschland, die südwärts in die schon vorgeschichtlich besiedelte Geest mit ihren sandigen und moorigen Flächen übergehen.

Das Oldenburger Land ist durch intensive Landwirtschaft gekennzeichnet. Im Marschland dominiert die Rinderhaltung und Milchproduktion, auf der Geest die Schweineproduktion. Im Süden wird hingegen Pferdezucht betrieben. Die Stadt Oldenburg spiegelt die Geschichte seines Herrschaftshauses wieder. Den Kern seiner von Wasserläufen umgebenen Altstadt bildet das Oldenburger Renaissanceschloss. Der 1607-20 errichtete Bau ersetzte die ehemalige Wasserburg der Oldenburger Grafen, und erhielt im 18. und 19. Jahrhundert als Residenz der Herzöge, zu denen sie inzwischen avanciert waren, zahlreiche Erweiterungen. Der Schlossgarten wurde Anfang des 19. Jahrhunderts zum englischen Landschaftsgarten umgestaltet.

Das angrenzende Ammerland ist der Garten Oldenburgs und vor allem bekannt durch seine Rhododendronblüte. In Rastede, dem ehemaligen Sommersitz der Oldenburger Großherzöge, blüht im Mai und Juni eine 270 m lange Rhododendronhecke. Ebenfalls im Ammerland liegt das Zwischenahner Meer, nach dem Steinhuder Meer und dem Dümmer der drittgrößte Binnensee Niedersachsens. Am südlichen Ufer dieses Binnensees liegt das Moorheilbad Bad Zwischenahn. Einen Besuch lohnt das Freilichtmuseum "Ammerländer Bauernhaus", das anhand von 18 Häusern und einer Mühle einen Eindruck von der ehemaligen regionalen Wohnkultur vermittelt.

Jever, im Norden des Oldenburger Landes, erhielt bereits im 11. Jahrhundert das Stadtrecht und war in dieser Zeit ein wichtiger Handelsplatz an der Nordseeküste. Heute noch findet man dort reich verzierte Bürgerhäuser mit Barockgiebeln. Wer es etwas moderner liebt und sich gleichzeitig für Biere interessiert, sollte das bekannte friesische Brauhaus mit Brauereimuseum besichtigen.

Wilhelmshaven entstand Mitte des 19. Jahrhunderts als preußischer Kriegshafen. Sehenswert sind das Museums-Feuerschiff Norderney, das von Fritz Höger 1929 erbaute Rathaus und das Seewasser-Aquarium. In Dangast am Jadebusen kann das Haus des Malers Franz Radziwill besichtigt werden.

Knapp 40 km südöstlich von Oldenburg liegt am Flüsschen Hunte die kleine Stadt Wildeshausen. Beachtung verdient die Kirche des ehemaligen Alexanderstifts, eine dreischiffige Basilika aus dem 13. Jhdt. mit quadratischem Chor und Westturm, in deren Langhaus Reste spätmittelalterlicher Wandmalereien zu sehen sind; die Glasfenster zeigen zum Teil Jugendstilformen. Südlich von Wildeshausen befinden sich prähistorische Gräberfelder, darunter das Pestruper Gräberfeld.

Für Radfahrer ist die Region ein ideales Gebiet. Die Route um Oldenburg bietet eine Kombination aus sinnlichen Eindrücken, Kultururlaub, Entspannung und aktiver Freizeitgestaltung. Das milde nordseenahe Klima und Wege, die nahezu ohne Steigungen überwiegend abseits der Hauptverkehrsstraßen auskommen, sind gute Voraussetzungen für einen entspannten Radfahrgenuss.

Die Thülsfelder Talsperre ist Norddeutschlands einzige Talsperre und ähnelt mit ihren bizarr geformten Ufern einer nördlichen Schärenlandschaft. Seltene Pflanzen- und Tierarten üben dabei ihren eigenen Reiz aus. Lohnenswert ist ebenfalls ein Abstecher zum romantischen, etwas düsteren „Galgenmoorsee“ sowie in die „Bührener Tannen“ mit abwechselungsreichen Wanderwegen.

Einen wunderschönen Eindruck von der urtümlichen Natur und der verträumten Schönheit dieser Region gewinnt der Besucher im Moorgebiet „Molberger Dose“ und im „Urwald Baumweg“ mit den Ahlhorner Fischteichen. Sie können das Lebensgefühl im Oldenburger Münsterland gut entdecken, denn es ist eine gewachsene Kulturregion, die von einer Jahrhunderte alten Beziehung zur westfälischen Metropole Münster und zu Oldenburg geprägt ist.

Besuchen sie z.B. das Niedersächsische Freilichtmuseum in Cloppenburg. Dieses Museumsdorf ist das älteste Dorfmuseum Deutschlands und zeigt über 50 Bauwerke des ländlichen Raumes aus den letzten 500 Jahren. Südlich von Vechta liegt die Gemeinde Steinfeld mit ihrer wieder aufgebauten Seefahrerschule Mühlen. Bereits vor gut 180 Jahren sorgte die seinerzeit erste Schule für nautischen Unterricht im Oldenburger Land bei der damaligen großherzoglichen Regierung für große Verblüffung. Auch heute noch ist sie eine Attraktion. Unter der Federführung des Heimatvereins Mühlen wird den „Schülern“ ein Einblick in die alte Schule des Ortes Mühlen und vor allem in die Nutzung als Seefahrerschule vermittelt.

Eine beachtenswerte Sammlung historischer Kutschen gibt es in Holthausen/Steinfeld zu bewundern. Über 100 Gefährte für verschiedene Anlässe stehen in der großen Kutschenhalle. Der Liebhaber findet hier alte Personenkutschen, aber auch Spezialanfertigungen wie Kasten-, Bäcker- und Leichenwagen. Alle sind vollständig restauriert worden und teilweise kann der Besucher mit ihnen ausfahren.

 

 

 

 

 

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