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MARKGRÄFLERLAND


    Die "Toskana Deutschlands"

 

Das Gebiet ist - mit Ausnahme des Rheins - nicht durch natürliche, in der Landschaft klar ersichtliche Grenzen von den Nachbarregionen abgetrennt. Man sagt, der Neumagen, der durch die Stadt Staufen fließt, bildet die nördliche, der Rhein die westliche und der Schwarzwald die östliche Grenze. Das Markgräflerland mit seinem starken Hügelanteil ist eine typische Übergangslandschaft zwischen Rheintalebene und Schwarzwaldmittelgebirge.

"Ein glückliches Land, wo der Wein vor der Kulisse der Schwarzwaldberge reift", schrieb Johann Wolfgang von Goethe. Gemeint hat er das Markgräflerland, das zwischen Schwarzwald und Rhein, Freiburg und Basel liegt. Wegen seiner Weinfelder und Obstwiesen wird die Region oft auch die "Toskana Deutschlands" genannt. Das Markenzeichen des Markgräflerlandes ist der Blauen (1165 m). Er ist zugleich der südlichste der hohen Schwarzwaldberge.

Auf des Dichters Spuren können sich auch heutige Urlauber begeben: Mitten durch den Landstrich windet sich über 77 Kilometer der "Wiiwegli" - der Weinwanderweg. Die Route führt von Weil am Rhein durchs Hügelland bis nach Freiburg. Wer gut zu Fuß ist, kann die Route in drei Tagen schaffen.

Als Ausgangspunkt der Reise bietet sich die kleine Ortschaft Weil-Haltingen an. Die Route ist durchgehend gut gekennzeichnet - mit der gelben Traube in einer roten Raute auf weißem Grund. Die erste Etappe ist rund 24 Kilometer lang und führt bis Bad Bellingen:
Die Wanderroute durch Reben und Obstgärten sowie über kaum befahrene Landstraßen verläuft so gemächlich wie das Leben im Markgräflerland.

Hoch über dem Rhein nahe Istein schwenkt der Wanderpfad nach Westen. Zur rechten Seite mit Apfelbäumen gesäumt, fallen links die Rebhänge nach Süden ins Tal. Und vor den Wanderern breitet sich ein prächtiges Panorama aus: Der Blick schweift vom Rheintal hinüber bis zu den Gipfeln der Vogesen, dann nach Süden bis zu den Schweizer Alpen und ins französische Jura.

Schon Ende März ist die Luft hier angenehm warm. Während der Winter im übrigen Deutschland noch für klamme Finger sorgt, hält der Frühling in diesem Landstrich bereits Einzug: Durch die so genannte Burgundische Pforte strömt die warme Luft vom Mittelmeer dann bis an die Hänge des Schwarzwaldes. Besonders die Wochen um Ostern gelten im Markgräflerland als ideale Wanderzeit.

Einen Besuch ist die Region aber auch im Herbst wert: Dann wird in den "Strausswirtschaften" der junge Wein als Federweißer zusammen mit selbst gebackenem Bauernbrot oder Zwiebelkuchen feilgeboten. Unterwegs wird auf Hinweistafeln von Winzern und Weinbau berichtet. Der Wanderer erfährt auf den Lehrpfaden von Egringen und Schliengen Interessantes zur Herstellung des edlen Tropfens: Wein wurde hier erstmals vor 170 Jahren angebaut, heute sind es rund 3000 Hektar Anbaufläche.

Sulzburg und Staufen mit ihren Stadttoren, Kirchen und Burgen sind sehenswert. Weil am Rhein zieht mit dem Vitra-Museum vor allem Freunde zeitgenössischer Architektur in seinen Bann: 50 000 Gäste aus dem In- und Ausland, sogar aus Japan und den USA, besuchen jedes Jahr die "Museumsmeile" in der Vitra-Stuhlfabrik.

Im Kontrast dazu steht das mittelalterliche Stadtbild von Sulzburg. Als kunsthistorischer Glanzpunkt gilt die über 1000 Jahre alte ehemalige Klosterkirche St. Cyriak. In der Nachbarschaft des wuchtigen Bauwerkes findet sich das Geburtshaus von Ernst Leitz, unter dessen Regie vor 75 Jahren mit der ersten Kleinbildkamera die Grundlage zur modernen Fotografie gelegt wurde.

In Staufen prägen Fachwerkhäuser mit idyllischen Höfen und murmelnden Wasserläufen das Bild der Altstadt. Das berühmteste Bauwerk ist das Doktor-Faust-Haus am Marktplatz: Der Legende nach soll hier 1539 der Teufel persönlich den Gelehrten Faust mit Pech und Schwefeldampf in die Hölle entführt haben.

Kein Ort sagt mehr aus über den Charakter des Markgräflerlandes als Schloss Bürgeln, das auf halber Höhe an den Schwarzwaldhängen bei Kandern liegt. Das barocke Kleinod erbauten sich die Mönche der Abtei Sankt Blasien als Sommerresidenz. Wer sich von der Sonnenterrasse mit ihren traumhaften Ausblicken ins Rheintal losgerissen hat, kann bei der Besichtigung des Innern auf Filzpantoffeln übers blanke Parkett rutschen.

Wie schon die alten Römer festgestellt haben, sind mildes Klima und Lößboden für den Weinbau eine besonders gelungene Kombination. Fast die Hälfte, des angebauten Weines ist Gutedel, der Markgräfler Rest besteht aus Müller-Thurgau, Spätburgunder, Traminer und Gewürztraminer. Der ebenfalls angebaute Spätburgunder steht dem Wein aus Burgund kaum noch nach.

Die Landschaft, welche Goethe einst "eine liebliche Heimat" nannte ist grün, hügelig und durchzogen von Wein- und Obstgärten.

Die Kelten siedelten zuerst in diesem Gebiet. Nach der Zeitwende kamen die Römer und bauten ihre Siedlungen am Rhein (Augst, Weil, Grenzach). Nach 260 stießen die Alemannen vom Norden her vor und bauten ihre Häuser auf der Niederterrasse, hauptsächlich östlich des Rheins. Ab 500 ließen sich die Franken in diesem Gebiet nieder und siedelten sich in der Vorbergzone an, weil in der Ebene schon die Alemannen waren. Im Jahre 1000 war das heutige Markgräflerland voll von Siedlungen. Also drang man weiter in die Schwarzwaldtäler ein. Nach 1100 besiedelten die Menschen auch die Höhen, und dafür musste der Wald gerodet werden. Diese Arbeiten verrichteten Klosterleute, die sich dann auch dort niederließen.

Ohne die Zähringer und die Herren von Rötteln ist die Entstehungsgeschichte des Markgräflerlandes, des Gebietes zwischen dem Rheinknie bei Basel und dem Breisgau, nicht denkbar. Den Namen hat das Gebiet übrigens, weil hier einst badische Markgrafen herrschten. Die Herkunft der Herren von Rötteln ist unbekannt. 1102 erstmals urkundlich erwähnt haben sie hoch über dem unteren Wiesental bei Lörrach die Burg Rötteln, von der das gesamte "Dreiländereck" der Schweiz, Frankreichs und Deutschlands überblickt werden kann, errichten lassen. Die Burgen Rötteln und Sausenburg wurden 1678 bei den vom französischen König Ludwig XIV. initiierten kriegerischen Auseinandersetzungen im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört.

Der letzte männliche Vertreter der Herren von Rötteln, Liuhold II., Dompropst von Basel, verschenkte 1315 die Herrschaft Rötteln an Nachkommen der Zähringer. Die Zähringer waren neben den Staufern und den Welfen eine der drei Hochadelsfamilien, die vom 11. bis 13. Jahrhundert den größten Einfluss im Südwesten Deutschlands ausgeübt haben. Vom mittleren Neckar herkommend, bauten sie ihr Territorium von Offenburg bis in die Schweiz aus.

Die Zähringer Hauptlinie starb mit Herzog Berthold V. im Jahr 1218 aus. Die Besitzungen gingen an die Herzöge von Teck und die Grafen von Urach, die sich später Grafen von Freiburg nannten. Die Grafen von Freiburg waren im 15. Jahrhundert am Ende ihrer männlichen Nachkommenslinie angelangt. Am Ende ihrer Herrschaft über Freiburg waren sie bereits 1368 angekommen, als die Freiburger Bevölkerung sich freiwillig unter die Herrschaft der Österreicher begab, wo sie bis 1805 auch blieb. Die Grafen von Freiburg herrschten allerdings noch über Badenweiler.

Am 8. September 1444 wurde von Graf Johann Friedrich von Freiburg vertraglich die Herrschaft über Badenweiler an Rudolf IV. von Hachberg-Sausenberg und Hugo von Hachberg-Sausenberg übertragen. Die Geschichtsschreiber bezeichnen dieses Datum als die Geburtsstunde des Markgräfler Landes, bestehend aus Rötteln, Sausenberg und Badenweiler. Durch einen mit Markgraf Christoph von Baden geschlossenen Erbvertrag aus dem Jahr 1503 fielen die Besitzungen und Privilegien an die Markgrafen von Baden und blieben bis 1918 im ihrem Besitz. Das Markgräflerland gehört heute zu Baden-Württemberg.

Nicht nur Wein und Sonne erwärmen das Herz im Markgräflerland - Wärme kommt auch aus den Tiefen der Erde. Heiße Quellen sprudeln in den Heilbädern Badenweiler, Bad Krozingen und Bad Bellingen. Hier, im Einflussbereich der französischen und schweizerischen Küche funkeln viele gastronomische Sterne. Gemütliche Einkehr zu einem Hock bieten aber auch die vielen Landgasthäuser oder die Straußenwirtschaften, die hauseigene Weine und Spezialitäten auftischen.


Weitere Informationen:

Werbegemeinschaft Markgräflerland GmbH
Bismarkstr. 3
79379 Müllheim
Tel.: 06731-4070
Fax 06731-16654
www.tourismus-markgraeflerland.de

 

 

 

 

 

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