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LÜNEBURGER HEIDE


    Im Land der Heidschnucken

 

Die Lüneburger Heide - lilafarbene Blüten, Findlinge und Hünengräber, knorrige Wacholder und Heidschnuckenherden prägen das Bild dieser im Herzen Norddeutschlands liegenden Traumlandschaft. Mit ihren leuchtenden Farben und der außergewöhnlichen Vegetation ist sie schon seit Jahrzehnten ein Besuchermagnet.

Besonders zur Blütezeit von Anfang August bis Ende September zieht sie Wanderer und Fahrradfahrer an. Ein malerischer Anblick, der so manchen Dichter zu romantischen Gedichten angeregt hat. Heute ist die Heidelandschaft nicht weniger beeindruckend. Auf etwa 700 Kilometer Wander- und 300 Kilometer Reitwegen kann man die einmalige Landschaft erleben. Der Besuch ist auf den ausgewiesenen Wegen zu Fuß, mit dem Fahrrad, zu Pferd oder auch mit Kutschen möglich. Zum Schutz der Landschaft, der Tier- und Pflanzenwelt dürfen - mit Ausnahme zweier durchquerender Straßen - in dem gesamten Gebiet keine Autos fahren.

Als eines der größten Naturschutzgebiete Deutschlands erstreckt sie sich über circa 200 Quadratkilometer und reicht in drei Richtungen fast bis an die Großstädte Hamburg, Bremen und Hannover. Doch die vermeintlich unendliche Weite täuscht: Längst besitzt die Heide nicht mehr ihre ursprüngliche Ausdehnung. Zunehmend musste die violette Landschaft Kartoffel-, Raps- und Getreidefeldern, aber auch Wäldern weichen. Die verstreut liegenden Heidefleckchen machen heute nur noch ein Prozent des Gebiets aus dem 18. Jahrhundert aus.

Das Naturschutzgebiet wird von zahllosen Wegen erschlossen, dazwischen liegen urtümliche Dörfer und Gehöfte. Landeskundliche Museen erzählen vom Leben der Heidebauern in den letzten Jahrhunderten. Ergänzt wird das Vergnügungsangebot durch den Freizeitpark bei Soltau, einen Wildpark und den bekannten Vogelpark Walsrode. Auch die niedersächsischen Kleinstädte locken Besucher, wie die Salzstadt Lüneburg, das malerische Celle mit seinen Fachwerkhäusern, der Hundertwasserbahnhof Uelzens oder Schneverdingen, die Stadt der Heideköniginnen.

Das Naturschutzgebiet ist nicht auf natürliche Art entstanden: die Lüneburger Heide ist eine Kulturlandschaft, die von Menschen erschaffen wurde. Erdgeschichtlich ist sie relativ jung, ihr Ursprung liegt am Ende einer Eiszeit vor etwa 200 000 Jahren. Die zurückweichenden Gletscher hinterließen Sand und Kies. Dieser wasserdurchlässige Boden war sehr trocken und nährstoffarm, so dass sich Nadelwälder in der Gegend gut ausbreiten konnten. Dem Heidekraut, Calluna vulgaris, bereiteten erst die vorzeitlichen Bauern den Weg. Durch Brandrodung der Wälder schufen sie freie Flächen mit nährstoffarmem Boden, auf dem kaum eine andere Pflanze als das Heidekraut existieren konnte.

Mit zunehmender Bevölkerungsdichte und neuem Städtewachstum nahm im Mittelalter die Rodung riesige Ausmaße an. Das Holz wurde als Baustoff für Häuser und Schiffe gebraucht, als Brennstoff für die Lüneburger Saline, für Backöfen und Ziegeleien. Heidebauern stellten sich auf die besondere Landschaftsform ein und passten ihre Bewirtschaftung den Gegebenheiten an. Sie hielten Schafe, die Heide "naschten" ("schnuckten", wie es auf Plattdeutsch hieß - daher der Name Heidschnucken) sie kurz hielten und von Baumkeimlingen befreiten. Das Heidekraut mähten die Bauern und nutzten es als Einstreu und Futter für das Vieh in den Ställen.

Zusätzlich entwickelten sie die Technik des "Plaggens", bei dem die Heide und die oberste Erdschicht mit einer speziellen Hacke abgeschlagen wurde. Durch eine anschließende Zwischenlagerung der Schichten gewannen sie zumindest soviele Nährstoffe, dass karger Ackerbau möglich war. Der Heideboden dagegen wurde durch das Plaggen so nährstoffarm gehalten, dass er weiterhin nur der Calluna vulgaris optimale Lebensbedingungen bot.

Erst durch die Erfindung des Mineraldüngers 1870 wurde das Plaggen überflüssig. Steigende Holzpreise bewirkten neue Aufforstungen und durch fallende Woll- und Honigpreise sank die Zahl der Schafherden und Bienenvölker. So gewannen die Wald- und Ackerflächen wieder an Umfang und das Gebiet der Heide wurde stark reduziert.

Eine neue Bedrohung für die Landschaft entstand durch den Beginn des Tourismus vor über hundert Jahren. Das begehrte Ausflugsziel war plötzlich durch den geplanten Bau von Feriensiedlungen gefährdet. Doch Naturschützer setzten sich für den Erhalt der Heide ein und wehrten sich gegen die Ausbeutung der Natur: Sie kauften einen Teil des Gebiets rund um den Wilseder Berg und stellten es unter Naturschutz. Trotzdem ist die Heide heute bedroht. Seit es keine Plaggenwirtschaft mehr gibt, reichern die absterbenden Kräuter den Boden an und machen ihn nährstoffreicher. So können auch andere Pflanzen, vor allem die Grasschmiele, wachsen und die Calluna vulgaris verdrängen. Seit einiger Zeit wird daher versucht, den Erhalt der Heide mit traditioneller Landwirtschaft und neuen Schafherden zu sichern.

Im Herbst findet man in den Landgasthäusern der Heide eine weitere Besonderheit: Schnuckenbraten, neben dem Heidehonig das einzige Produkt, was diese Landschaft hervorbringen kann. Schon Hermann Löns, der Heidedichter, der diese Landschaft wie kein anderer kannte und ihre romantische Seite um die vorletzte Jahrhundertwende entdeckte, war ein großer Fan von Schnuckenbraten.


Weitere Informationen:

Lüneburger Heide Tourismus GmbH
Barckhausenstraße 35
21335 Lüneburg
Tel: 01805/200705
Fax: 04131/42606
www.lueneburger- heide.de
info@lueneburger- heide.de

 

 

 

 

 

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