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HUNSRÜCK


    Römer, Kelten und der Schinderhannes

 

„Mosel, Nahe, Saar und Rhein schließen rings den Hunsrück ein“, heißt ein alter Merksatz. Diese einzigartige Lage der Mittelgebirgslandschaft zwischen den vier bekannten romantischen Flusstälern macht den Hunsrück zu einem attraktiven Reiseziel.

Der Hunsrück gehört zu den immer seltener werdenden Oasen reiner Luft. Die Landschaft ist gekennzeichnet durch Wald-, Weide- und Ackerland. Zahlreiche Flüsschen zerschneiden das Schiefergebirge. Malerische Täler sind eine Herauforderung für den Ruhe und Natur suchenden Wanderer in diesem schönen, ländlichen Gebiet. Der Hunsrück ist fast zur Hälfte mit Buchen, Eichen und Fichten bestanden. Man findet auch die schönen Hirschzungenfarne und sogar Wildgladiolen. Artenreiche Flora und eine Fauna, in der auch Wildkatze, Dachs und Eisvogel vorkommen, zeugen von einer intakten Natur. Blumenfreunde entdecken im Frühling Orchideenwiesen, Pilzsammler füllen im Herbst ihre Körbe.
Die sich wellende Hochfläche ist ca. 4500 km² groß, mit Höhenunterschieden zwischen 60 m an den Flusshängen und bis zu 816 m am höchsten Punkt, dem Erbeskopf.
Größere Städte sucht man hier vergebens. Aus den in den Randgebieten und an den Flüssen liegenden größeren Städten wie Koblenz und Trier kehren die Leute abends nach getaner Arbeit wieder zurück in ihre ca. 350 Dörfer, viele mit Fachwerkhäusern und Schieferdächern. Die Sehenswürdigkeiten, die es gibt, zeugen von einer Vergangenheit, die gekennzeichnet ist durch Arbeit (besonders der Bauern), beginnende Industrialisierung, dem Glauben, Raubritter und die langsame Ansiedlung des Menschen in Dörfern und kleinen Städten. Um mehr Spektakuläres zu erleben, muss man die großen Städte (Koblenz, Trier, Mainz) aufsuchen oder Fall an die "Grenz"- Flüsse Rhein und Mosel hinunterfahren.

Die meisten Städtchen und Dörfer auf dem Hunsrück haben an Sehenswürdigkeiten, bis auf einige alte Kirchen, rustikale Fachwerkhäuser und schönen Dächern mit Schieferabdeckungen nicht allzu viel anzubieten. Von den größeren Orten sind Simmern, Kastellaun, Kirchberg und vor allem Herrstein sehenswert. Sehenswürdigkeiten gibt es in großer Zahl an der Nahe. Bad Kreuznach, Bad Münster am Stein, Monzingen, Sobernheim und Idar-Oberstein liegen fast aneinander gereiht und sind an einem Tag für einen netten Ausflug herrlich zu kombinieren. Die beste Art, den Hunsrück kennen zu lernen, ist es, die Wanderschuhe zu schnüren oder sich aufs Fahrrad zu schwingen. Es gibt die vielfältigsten Möglichkeiten, auf Wegen mit historischen Bezügen zu wandeln und so die Geschichte der Region zu erkunden. Überall stoßen Wanderer und Radfahrer auf Zeugnisse der rund 2000-jährigen Besiedelungsgeschichte. Bei Kirchberg verlaufen Teile des Ausonius-Wanderweges auf einer echten Römerstraße und bei Dill kann eine originalgetreue Rekonstruktion eines Wachturms aus der Römerzeit besichtigt werden.

Tipp:
Auf den Spuren der Römer - Der Ausoniusweg
Von Bingen im Hunsrück bis nach Trier an der Mosel führt dieser, nach dem römischen Dichter Ausonius benannte Wanderweg. Auf der ehemaligen römischen Heerstraße geht es stets über die Höhenrücken des Hunsrück. Durch Wälder und vorbei an Hunsücker Dörfern ist die römische Vergangenheit an der Strecke und in Museen allgegenwärtig. Bei Heidenpütz in Elzerath teilt sich der Weg in zwei Varianten auf. Die ältere, hier vorgestellte Hunsrücktour, führt auf 125 Kilometern über die Höhen und durchschneidet die Bachtäler in stetigem auf und ab. Die 140 Kilometer lange Moseltour, die auch Ausonius bereiste, führt von Heidenpütz nach Neumagen/Dhron an die Mosel und begleitet den mäandrierenden Fluss bis nach Trier.

Start: Bingen
Ziel: Trier
Länge: 125 km

 

Noch weiter zurück in die Geschichte führt der Sirona-Weg von Birkenfeld nach Rhaunen. Eine Statue der gallo-römischen Göttin Sirona wurde in einem Quellheiligtum im Idarwald gefunden und gab der Route den Namen, die zu Fundstätten früher Siedlungsstätten der Kelten führt. Im Kreuzungsbereich von B 327 und B 50 liegt das einzigartige Ensemble des Archäologie-Parks Belginum direkt an der Hunsrück-Höhenstraße. Genau hier befand sich ebenfalls an einem wichtigen Verkehrsweg, vor rund 2500 Jahren, eine keltische Siedlung, die im Laufe der Zeit immer mehr unter römischen Einfluss geriet. Ausgrabungen legten ein Gräberfeld frei, auf dem von 400 v. Ch. bis 400 n. Chr. Bestattungen vorgenommen wurden. Vom römisch-keltischen Straßendorf Vicus Belginum ist nur ein Bruchteil ausgegraben. Dennoch können Besucher anhand von Funden, Illustrationen, Texten und Modellen unter dem Motto „Leben an einer Fernstraße“ Geschichte und Gegenwart anschaulich miteinander vergleichen.

Was den Schinderhannes (Die Geschichte des Schinderhannes) angeht, so streiten sich noch die Gelehrten, ob er nun eine Art Robin Hood oder doch nur ein Räuberhauptmann war. Johannes Bückler – so der bürgerliche Name des Schinderhannes – begann seine kriminelle Karriere um 1795 mit kleineren Diebstählen. Ihren Höhepunkt erreichte sie nach einer spektakulären Flucht aus dem Gefängnisturm von Simmern 1799. Durch Brandbriefe erpresste Bückler größere Geldsummen und von ihm ausgestellte „Sicherheitskarten“, garantierten Kaufleuten freies Geleit durch die Wälder des Hunsrück. Schinderhannes und seine Komplizen fühlten sich so sicher, dass sie an Hochzeiten und Kirchweihfesten teilnahmen. In sechs Jahren beging die Bande mehr als 200 Delikte. Gefasst und zum Tode verurteilt wurde der Bandit schließlich im Mai 1803, seine Hinrichtung am 21. November geriet zu einem großen Spektakel mit 30.000 Schaulustigen. Danach setzte die Verklärung ein. Der Räuber wurde plötzlich als Kämpfer gegen soziale und politische Unterdrückung gesehen. Die Legendenbildung lieferte Stoff für Lieder, Moritaten, Bühnenstücke, Romane und 1958 auch für einen Film mit Curd Jürgens und Maria Schell in den Hauptrollen. An den Räuber erinnert heute der Schinderhannes-Radweg. Die Straßen, auf denen jene Kaufleute damals zogen, gibt es noch heute und sie können mit gemietetem Planwagen und Pferdegespann befahren werden. Und wenn man keine Lust oder Zeit zum Fuhrwerken hat, dann sollte man sich wenigstens ein "Räubermahl" in einem der vielen Gaststätten schmecken lassen. Ein Schinderhannes-Gericht findet sich auf jeder Speisekarte.

Noch mehr Sagenhaftes gibt es im Hunsrück zu entdecken. So soll die Burg Dhronecken der Geburtsort des finsteren Hagen von Tronje sein, der laut Nibelungenlied den strahlenden Helden Siegfried ermordete. Im Laufe der Jahrhunderte haben die Wild- und Rheingrafen, die Grafen von Sponheim und die Markgrafen von Baden, die Kurfürsten der Pfalz und die Herzöge von Zweibrücken sowie nicht zuletzt die Erzbischöfe von Mainz und Trier ihre Spuren hinterlassen. Die meisten ihrer Burgen lassen heute nur noch als Ruinen einstige Macht und Bedeutung erahnen. Verbunden werden sie durch die Hunsrück-Schiefer-und-Burgenstraße, ein Netz aus sieben verschiedenen Routen, die außerdem mit ehemaligen Gruben und Schieferbrüchen Einblicke in die Geologie des Hunsrück gewährt.

Die vielen Ruinen, oft an unwirtlichen Stellen oben auf einem Berg oder mitten im Wald gelegen, laden allein schon durch ihre prägnante Lage zu einem Besuch ein.

Besonders zu erwähnen sind:
Schloss Dhaun (Dhaun), die Ebernburg (Ebernburg), die Ruine Fürstenburg (Stromberg), die Ruine Koppenstein (bei Gemünden), die Wildenburg (bei Kempfeld), die Ruine Balduinseck (6 km. entfernt von Kastellaun), Burg Waldeck (Baybachtal), die Ehrenburg, die Rauschenburg und Schloss Schöneck (alle im Ehrbachtal), die Ruine der Wasserburg Baldenau (bei Hundheim), die Ruine Kyrburg (Kirn), Schloss Wartenstein (bei Kirn / Hahnenbach), die Ruine Hunolstein (Hunolstein) und die Burg Kastellaun.


Weitere Informationen:

Hunsrück-Tourismus GmbH
Hunsrückhaus
54411 Deuselbach
Tel. 06504/950460
Fax: 06504/950431
info@hunsruecktouristik.de
www.hunsruecktouristik.de

 

 


 

 

 

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