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ALTMÜHLTAL


    In der Mitte Bayerns

 

Das Altmühltal ist eine der vielseitigsten Gegenden und eine der schönsten Jura-Landschaften Deutschlands. Es ist mit 3000 km² der größte Naturpark in Deutschland und erstreckt sich von Kelheim bis ins fränkische Günzburg. Hier kann man nicht nur in der Natur auf Entdeckungsreise gehen, sondern auch eine einzigartige Kulturlandschaft erleben. Dazu kommen noch die vielen kleinen malerischen, teilweise mittelalterlichen Städtchen und die schöne heimliche Hauptstadt des Altmühltals: Eichstätt.

"Alkumana": Stiller, heiliger Fluss - so nannten bereits die Kelten die Altmühl. Schon dieser zweieinhalbtausend Jahre alte Name weist auf die Schönheit des Gebiets hin - aber auch auf die Fließgeschwindigkeit des Wassers: Mit einem Gefälle von 70 Zentimetern pro Kilometer ist die Altmühl der langsamste Fluss Bayerns. Sie entspringt auf der Frankenhöhe und schlängelt sich 225 Kilometer lang - heute stellenweise gebändigt im Main-Donau-Kanal - bis nach Kelheim, wo sie in die Donau mündet.

Doch die Geschichte des Gewässers reicht zurück in eine unvorstellbar weite Zeit: Vor rund 150 Millionen Jahren - in der Jurazeit - bildete das Altmühltal die Uferzone eines Urmeeres, was man noch heute mit vielen Fossilienfunden belegen kann. Hier herrschte subtropisches Klima in dem sich viele Urtiere tummelten. Aber auch die Menschen besiedeln dieses Gebiet schon seit vielen Jahrtausenden: Schon Neandertaler und Eiszeit-Jäger nutzten die Höhlen dieser Gegend als Unterschlupf, 6.000 vor Christi siedelten sich auf dem fruchtbaren Gebiet Bauern an und in der Bronzezeit wurde hier Metall gewonnen. Die Kelten schließlich bauten die ersten Städte und die Römer errichteten Bäderanlagen und Villen. Von der Stille des "Alkumana" ist heute nicht mehr allzu viel übrig geblieben - zumindest nicht in der Sommersaison.

Die Natur im Altmühltal sollte man vorzugsweise zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. Über 800 Kilometer idyllische Radwege abseits des Straßenverkehrs, zum Beispiel entlang der Altmühl oder durch verträumte romantische Seitentäler laden den Besucher ein, die Natur hautnah zu erleben. Die typische Landschaft im Altmühltal besteht aus sanften Hügeln, die mit kurzem Weidegras und Wacholderbüschen bewachsen sind. Kleine und große, wie hingeworfene Gesteinsbrocken lockern das ruhige Bild auf. Aber auch bizarre Felsformationen säumen die Wege und wechseln sich ab mit Mischwäldern, die in allen Grüntönen schimmern.

Eine Radtour geht vorbei an malerischen Städtchen. Der kleine Ort Essing klebt geradezu am Jura-Kalksteinfelsen; wie von einer Postkarte eingerahmt wirkt so das Panorama, das zu den beliebtesten Fotomotiven im Altmühltal gehört. Unbedingt besuchen sollte man Berching und Greding, wo sich noch das Bild einer mittelalterlichen Stadt erhalten hat. Oder auch Beilngries: Hier kann man an den typischen Giebelhäusern mit den wappengeschmückten barocken Fassaden entlang schlendern.

Immer wieder gibt es hoch oben auf den schroffen Felsen alte trutzige Ritterburgen, in denen man heutzutage kühne Ritterspiele und opulente Festessen kennenlernen kann. Die Kelten und Römer hinterließen hier allerorten Spuren, über die man praktisch überall stolpert: Die römische Grenzbefestigung, der Limes, verläuft quer durch den Naturpark. Das römische Landleben kann der Besucher auf einem originalgetreu rekonstruierten Gutshof, der "Villa Rustica" in Möckenlohe, erleben. Wem das immer noch nicht genug ist: wahre Schätze stellt das Römermuseum in Weißenburg aus.

Erfahren - im wahrsten Sinne des Wortes - lässt sich das Altmühltal auch, wenn man die ganze Strecke entlang des Main-Donau-Kanals radelt. Von Kelheim, im Südosten des Altmühltals gelegen, geht es bis zum nördlichen Zipfel nach Berching. Der 1992 fertiggestellte Kanal fügt sich so selbstverständlich in die Landschaft ein, dass man gar nicht glauben mag, dass es kein natürliches Gewässer ist. Das Ufer ist wie ein Biotop bewachsen, wilde bunte Blumen und sanft rauschende Büsche säumen den Weg.

Natürlich kann man auch per Schiff den Kanal befahren und den berühmten Donaudurchbruch beim Kloster Weltenburg bestaunen. Hier findet sich die älteste Klosterbrauerei der Welt; acht Biersorten werden hergestellt. An Wochenenden genießen die Besucherströme nicht nur das Bier und die barocke Klosteranlage, sondern auch den atemberaubenden Blick auf den Donaudurchbruch. 35 Meter hoch ragen die weißen Felsen, durch die sich die Donau in Jahrtausenden ihren Weg gebahnt hat. Zu sehen sind auch wunderschöne Wacholderheiden, stille Wälder und bizarre Felsformationen wie z.B. die bekannten "Zwölf Apostel" nahe Solnhofen.

Krönender Abschluss einer Reise durch das Altmühltal ist ein Besuch in der Bischofs- und Universitätsstadt Eichstätt. Der Residenzplatz verströmt mediterranes Flair. In der Residenz selbst sollte man unbedingt den Festsaal besichtigen. Einzigartig sind die Spiegelwände, auf denen mit feinster Stuckatur Geschichten aus der griechischen Mythologie erzählt werden. Natürlich darf auch ein Besuch im Dom nicht fehlen, der den berühmten Pappenheimer Altar beherbergt. Aber das wohl beeindruckendste ist ein geradezu betörend buntes Fenster im westlichen Kreuzgang, dem Mortuarium. Es stammt von dem großen Hans Holbein d.Ä. und zeigt das jüngste Gericht in grellen, mahnenden Farben, die in 500 Jahren nichts von ihrer Strahlkraft verloren haben.

Vor allem Radler, aber auch Wanderer, Kanufahrer und Kulturinteressierte haben das Altmühltal in der Mitte Bayerns für sich entdeckt. Hie kann man Natur und Kultur in vollster Vielfalt zu erleben und wer der exzellenten gelb-roten Beschilderung des Altmühltal-Panoramaweges folgt, bekommt jede Menge geboten, von A wie Archaeopterix bis Z wie Zwölf Apostel.

 


 

 

 

 

 

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