Nicht weit von Hamburg, nur durch den breit fließenden Strom der
Elbe getrennt, liegt eine ruhige Oase. Das angenehme Klima
überrascht, denn die rauhe Nordsee liegt in greifbarer Nähe.
Holländische Siedler deichten das südlich der Elbe gelegene
Gebiet, im 12. und 13. Jahrhundert und Sie gaben ihm den Namen
Olland, das soll heißen olles, also altes Land.
"Den Elbdeich
lang und dann immer der Nase nach", sagt eine Frau auf die
Frage, wo es hier zur Blüte geht. Ja, da hat sie wohl recht. Es
riecht so nach Frühling und Blüten, dass man gar nicht anders
kann, als dem Duft zu folgen. Links und rechts vom
Obstmarschenweg und entlang des Elbdeichs liegen die Gehöfte mit
den großen reetgedeckten Fachwerkhäusern, den stolzen
geschnitzten Prunkpforten und den blühenden Obstplantagen.
Heute ist das Alte Land der größte zusammenhängende Obstgarten
Europas. Und eine besondere Attraktion ist die Baumblüte. 8
Millionen Obstbäume tauchen die Landschaft im Frühjahr in ein
Blütenmeer. Immer im April ist es soweit: Zuerst blühen die
Kirschen, die Birnen und die Zwetschen, dann Anfang Mai die "Äppel",
wie die Altländer sagen. Das Alte Land ist eine der schönsten
und traditionsreichsten Landschaften Norddeutschlands. Auf einer
Strecke von 35 Kilometern entlang der Elbe von Stade bis nach
Hamburg bestimmt hier Obst das Bild dieser Gegend. Besonders die
Äpfel und die Kirschen haben das Alte Land geprägt.
Ein
Rundgang durch die alten Gassen und idyllischen Winkel der
tausendjährigen Stadt an der Elbe zeigt, wie liebevoll der alte
Stadtkern saniert wurde. Das Wasser, die Lebensader Elbe, ist
überall gegenwärtig. Lebhaftes Treiben in der Altstadt -
bummeln, flanieren, ein Klönschnack beim Einkaufen - das ist das
Stade, das den Touristen unvergesslich bleibt.
Wer diese
faszinierende Landschaft von ihrer schönsten Seite entdecken
möchte, sollte das Auto abstellen und sich zu Fuß oder per
Fahrrad auf Entdeckungsreise begeben. Es gibt auch regelmäßige
Schiffs- und Katamaranverbindungen von Stade und Hamburg ins
Alte Land. Dort informieren Schaukästen mit Wanderwegekarten
über 13 Rundwanderwege durch das Alte Land mit einer Gesamtlänge
von rund 80 Kilometern.
Aber die Blüte
ist nicht nur für die Besucher etwas besonderes, auch die
Altländer selbst feiern dieses Naturereignis. Am ersten
Wochenende im Mai findet jedes Jahr in Jork das „Altländer
Blütenfest“ statt. Die Altländer Trachtengruppe und der
Altländer Shanty-Chor sind zwei Highlights dieses Festes.
Außerdem wird alljährlich eine neue Blütenkönigin gekrönt. In
historischer Altländer Hochzeitstracht wird sie von diesem
Wochenende an für ein Jahr das Alte Land in aller Welt
präsentieren.
Die Altländer bewahren ihre Kultur. Ihre gepflegten
Fachwerkhäuser und ihre liebevoll angelegten Bauerngärten sind
eine Freude für den Betrachter. Auch das „Museum Altes Land“,
das Kohlmeiersche Haus, in Westerjork 49, fühlt sich dieser
Tradition verpflichtet. Wer auf seiner Reise durch die Welt der
Apfelbäume noch Zeit für einen Abstecher in dieses lohnende
Museum findet, hat die Gelegenheit etwas von der Geschichte des
Alten Landes zu erfahren. Alte Trachten, Filigranschmuck,
Bauernmöbel, die erste Apfelsortiermaschine von Bauer Regenbogen
und vieles mehr sind dort von dienstags bis sonntags von 11 bis
17 Uhr zu betrachten. Im Dachgeschoß des Museums finden
regelmäßig Kunstausstellungen und klassische Konzerte statt.
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Besonders beliebt
bei den Gästen ist auch das „Altländer Apfeldiplom“, das auf
einem Jorker Obsthof abgelegt wird. Mit viel Spiel, Spaß und
Information rund um den Apfel werden die Gruppen ab 20 Personen
Kenntnisse über Apfelsorten, Obstbau und Altländer Kultur
weitergegeben. Das Apfeldiplom hat man für ein paar Euro mit
viel Gelächter in zwei Stunden in der Tasche.
Drei „Meilen“
untergliedern das Alte Land. Die Nebenarme der Elbe, die
Schwinge, Lühe, Este und die Süderelbe markieren die Grenzen
zwischen den Altländer Meilen. Die Holländer standen Pate für
diese Bezeichnung, denn sie haben Meile für Meile
Entwicklungshilfe geleistet und Anfang des 12. Jahrhunderts ein
Deich- und Entwässerungssystem angelegt, das den Altländern
Schutz vor Sturmfluten bot. So entstanden fruchtbare
Anbauflächen und neuer Lebensraum. Auch die Hogen-diekbrücke,
die in Steinkirchen über die Lühe führt, erinnert an
Holländische Grachten.
Auf 113
Kilometern Deichen können sich Spaziergänger im Alten Land eine
frische Elbbrise und Apfelblütenduft um die Nase wehen lassen.
Rundwege entlang der Lühe oder Este über Brücken und Sperrwerke
sind während der Blüte ein besonders schönes Erlebnis.
Urgemütliche Gaststätten und romantische am Wasser gelegene
Kaffeegärten laden zu einer Einkehr mit Altländer Butterkuchen
oder einer Altländer Hochzeitssuppe ein.
Jork ist das
Altländer Zentrum, und das Zentrum Jorks ist wiederum der
Gräfenhof. Er war der Herrensitz des Grafen Matthäus von Haren,
der heute das Rathaus beherbergt. Sehr beliebt ist der
restaurierte Gräfenhof bei Brautpaaren. Jorker Rathaus Im
romantischen kleinen weinroten Trauzimmer, auf original
Altländer Stühlen, gibt man sich das Jawort besonders gern. Wer
bei helllichten Sonnenschein lieber einen wunderschönen blauen
Sternenhimmel betrachten möchte, kann dies in der Jorker,
Estebrügger und Borsteler Kirche tun. Die Kuppeln der Kirchen
sind übersät von Sternen. Außerdem findet der Besucher in den
Altländer Kirchen restaurierte Arp Schnittger Orgeln. Im
Steinkirchener Gotteshaus befinden sich die am besten erhaltene
Arp Schnittger Orgel aus dem Jahre 1687. Und überall an den
Straßen und in den Obsthöfen leuchten die rot-gelben Altländer
Äpfel in den Obstkisten. Auch wenn die Apfelbäume noch nicht
einmal ausgeblüht haben: Frisches knackiges Obst gibt es das
ganze Jahr über. Nur auf die Kirschen muss man noch ein wenig
warten.
Führungen durch
das Alte Land bieten die „Altländer Gästeführerinnen“ in
original Altländer Tracht an. Sie sind im Info-Büro im „Museum
Altes Land“ in Jork zu buchen.
Weitere
Informationen:
Tourismusverein Altes Land e.V.
Hohenfelde 58
D-21720 Mittelnkirchen
www.tourismus-altesland.de
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