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ALPENPÄSSE


    Der Weg ist das Ziel

 

Endlich Urlaub! Das Ferienziel im Süden lockt, und da ist es kaum verwunderlich, dass die Alpen für die meisten Urlauber nur ein lästiges Übel sind. Für die wahren Schönheiten am Rand der Strecke bleibt nur wenig Zeit. Wer auf dem Weg nach Italien oder Südfrankreich bereit ist, für die Anfahrt mehr Zeit zu investieren, macht jedoch auch diesen Teil der Reise zu einem Höhepunkt. Abseits von Autobahnen und Tunnels bieten die alten Passstraßen die Gelegenheit, die Alpen auf klassischen Wegen zu überqueren.

Das kostet seine Zeit, doch der Weg über die Pässe entschädigt mit eindrucksvollen Landschaftsbildern und Streckenabschnitten, die mehr Spaß machen als der monotone Weg durch einen schnurgeraden, düsteren Tunnel. Wir stellen knapp ein Dutzend Alpenpässe vor, die es lohnen, den Blinker zu setzen und von der Autobahn abzubiegen.
 

 

Die Passhöhe Ahornbüchsenkopf liegt auf der mautpflichtigen Rossfeldringstrasse, diese beginnt am Obersalzberg und endet in Oberau. Der oberste Teil der Rossfeldringstraße verläuft auf einem Bergkamm und bietet daher einen traumhaften Rundblick. Überragt wird die Strecke vom Felsmassiv des Hohen Göll ( 2523 müNN ) im Süden, nach Osten blickt man auf die Berge des Salzkammerguts und auf den Dachstein ( 2995 müNN ), sowie das Salzachtal, im Norden liegt die Stadt Salzburg, der Berchtesgadener Hochthron ( 1973 müNN), das Lattengebirge ( 1738 müNN ) und die Reiteralpe ( 2045 müNN ) begrenzen den westlichen Horizont.
 
 
Der Dreiländerblick liegt südlich von Oberstaufen im Allgäu. Am 23. Juni 2003 führte die siebte Etappe der Tour de Suisse (Savognin – Oberstaufen, 231,3 km) über diesen weitgehend unbekannten Übergang. Oberstaufen war übrigens der erste deutsche Etappenzielort in der Geschichte der Schweizer Radrundfahrt.
Im Grunde genommen handelt es sich beim Dreiländerblick um einen "unechten" Pass, weil sowohl der Ausgangspunkt Aach im Allgäu als auch der Endpunkt Oberstaufen-Weißach im gleichen Tal liegen. Die Passbezeichnung Dreiländerblick stammt auch von der Tour de Suisse. Namensgebend war hierbei der benachbarte Gipfel Dreiländerblick, der mit 1084 m etwas höher als die Passhöhe liegt. Man hätte den Pass auch genauso gut nach der ebenfalls angrenzenden "Fluh" benennen können, einem mit 1391 m jedoch wesentlich höheren Gipfel. Bitte daher nicht verzweifeln, wenn selbst ein Einheimischer den Dreiländerblick nicht kennen sollte – es gibt ihn wirklich. Den eigentlichen Reiz dieser Strecke macht ihre Abgeschiedenheit aus. Vom Streckenabschnitt Oberstaufen – Steibis einmal abgesehen, verirrt sich kaum ein Fremder hier hoch.
 
 
Die auf 1477 m unterhalb des Gipfels des Grünten liegende Grüntenhütte ist der Endpunkt einer kleinen asphaltierten Straße. Der Grünten ragt mit 1738 m majestätisch über den Allgäu. Etwas unterhalb des Gipfels befindet sich ein riesiger rot-weißer Sendemast.
 
 
Wer schon mal im Allgäu war, hat den Grünten garantiert nicht übersehen. Die Grüntenhütte ist wunderschön gelegen, hat humane Preise, gutes Essen und bietet sogar Übernachtungsmöglichkeiten. Von der Hütte zum Gipfel sind es ca. 40 min. Der Weg zu Fuß lohnt sich, denn - gute Sicht vorausgesetzt - die Aussicht auf den Allgäu und das Alpenvorland sind einzigartig. Das Gebiet um die Grüntenhütte ist durch viele Skilifte "erschlossen". Im Sommer geht es hier aber deutlich ruhiger zu.
 
 
Die Hirschalpe liegt bei Sonthofen im Oberallgäu und ist wie die Ochsenbergalpe ein Abzweig der Oberjochstraße. Laut Kartenmaterial und anderer Infos hat er eine Höhe von 1493 m. Die wunderschön gelegene Alpe ist bewirtschaftet und eine Brotzeit sollte man sich nach der Tour nicht entgehen lassen.
 
 
Der Oberjochpass ist nach dem Riedbergpass der zweithöchste Straßenpass in den Allgäuer Alpen. Wer den Namen Oberjochpass hört, denkt meist sofort an die imposante Kehrengruppe oberhalb von Hindelang. Hier schraubt sich die B 308 (Deutsche Alpenstraße) in neun Serpentinen den Berg hoch. Doch der eigentliche Pass ist weit weniger spektakulär, er ist bei der Überfahrt eigentlich kaum auszumachen. Es gibt dort oben nicht mal die Möglichkeit, kurz auf die Seite zu fahren, um eine kleine Pause einzulegen.
 

Genau genommen gibt es am Oberjoch zwei verschiedene Passhöhen: fährt man etwa im Zuge der Deutschen Alpenstraße von Hindelang (825 m) nach Wertach (915 m), so passiert man den höchsten Punkt der Strecke (1140 m) schon bei der Durchfahrt durch die Ortschaft Oberjoch. Dies ist dann die Wasserscheide zwischen Donau (Iller) und Lech (Wertach). Will man dann noch weiter zum Oberjochpass, so biegt man in Oberjoch ab, von wo aus es noch weitere 38 Höhenmeter bis zum höchsten Punkt sind. Der Passhöhe selbst ist eine von zwei Verbindungen aus dem Allgäu ins österreichische Tannheimer Tal. Dieser Übergang ist die Wasserscheide zwischen Wertach und Lech (bzw. Vils). So richtig hohe Berge gibt es hier noch nicht, der Oberjochpass liegt eingebettet zwischen dem Kühgrundkopf (1909 m) und dem Sorgschrofen (1636 m). Im Gegensatz zur Darstellung auf manchen Landkarten ist der Oberjochpass übrigens kein Grenzpass, denn die österreichische Grenze verläuft erst 500 Meter östlich der Passhöhe.
Von der interessanteren Südrampe zweigen auch die beiden Stichstraßen zur Hirschalpe sowie zur Ochsenbergalpe ab. Die Nordrampe hat den Abzweig zur Stubentalalpe in der österreischischen Exklave Jungholz zu bieten.
 
 
Die in 1407 m ü. NN liegende Ochsenbergalpe stellt einen lohnenswerten Abstecher von der Oberjochpassstraße dar und gehört zur Gemeinde Bad Hindelang bzw. zu dessen Ortsteil Oberjoch. Die Alpe ist leider nicht bewirtschaftet. Wer seinen Durst löschen möchte muss entweder noch 179 Hm nach oben zur Iselerplatzhütte - der Weg dorthin geht ca. 50 m vor der Ochsenalpe rechts ab - oder hinunter ins Tal zur Unteren Ochsenalpe.
 
 
Der Riedbergpass ist mit 1420 m ü. NN Deutschlands höchst gelegene Passstraße. Zudem dürfte sie mit Steigungen bis zu 16% auch eine der steilsten sein.
 
 
Es gibt natürlich höher gelegene Straßen in Deutschland bzw. selbst im Allgäu und steilere sowieso (siehe z.B. Grüntenhütte), aber das sind dann Bergankünfte und keine Pässe. Und da jeder richtige Pass seine min. 2 Auffahrten hat, gilt dies auch für den Riedbergpass.
 
 
Die Schlappold-Alpe liegt südlich von Oberstdorf an der Ostflanke des 1969 m hohen Schlappoltkopfes. Ein geteerter Almweg führt direkt an die Terrasse der bewirtschafteten Alm, der Straßenbelag ist befriedigend, es gibt nur eine Kurve mit Rollsplitt und stellenweise kleine Unebenheiten. Dieser Weg ist für den KFZ- Verkehr gesperrt. Vom Ziel aus bietet sich ein traumhafter Blick nach Osten auf den Allgäuer Hauptkamm, vom Nebelhorn ( 2224 m ) bis zur Mädelegabel ( 2645m ), doch wer den genießen will, hat zunächst ein hartes Stück Arbeit vor sich.
 
 
Der Spitzingsattel liegt im bayrischen Mangfallgebirge, etwa 70 Kilometer südlich der Landeshauptstadt München. Dieser Pass ist bei weitem nicht so bekannt wie sein östlicher Nachbar, der Sudelfeldpass – das liegt sicherlich auch daran, dass die Südanfahrt des Spitzingsattels für den motorisierten Individualverkehr gesperrt ist. Somit gibt es auf der Spitzingstraße keinen Durchgangsverkehr. Das „Touristenzentrum“ im Spitzinggebiet ist jedoch nicht die Passhöhe, sondern die Ortschaft Spitzingsee, gelegen am gleichnamigen See. Spitzingsee liegt 1,4 km südlich des höchsten Punkts.
Auf der Passhöhe selbst gibt es nur einen Gasthof und nicht zu vergessen ein grün-gelbes Passschild (in Deutschland ja nicht so häufig anzutreffen). Schaut man vom Spitzingsattel aus nach Norden, so hat man einen wunderschönen Blick auf den Schliersee. Zweitausender-Gipfel gibt es zwar keine in der Nachbarschaft, dafür aber eine ganze Reihe Tausender: Rotwand (1884 m), Miesing (1883 m), Aiplspitz (1759 m) und den Brecherspitz (1684 m). Der Spitzingsattel ist die Wasserscheide zwischen Mangfall und Inn.
 
 
Der Sudelfeldpass (1123 m) ist Teil der deutschen Alpenstraße und verbindet Bayrischzell (800 m) mit dem Inntal. Auf der Ostseite gibt es zwei verschiedene Anfahrtsmöglichkeiten: Einmal aus Richtung Nordosten von Brannenburg (508 m), oder aber direkt aus östlicher Richtung von Oberaudorf (481 m). Beide Straßen treffen sich am Parkplatz Tatzelwurm (764 m), und bilden ab hier die Bundesstraße 308 bis zur Paßhöhe. Die Passhöhe selbst ist eher uninteressant, wer eine Rast einlegen will, sollte eher auf den etwas unterhalb der Passhöhe liegenden Gasthof (1097 m) ausweichen. Unbedingt zu erwähnen wäre noch, dass die Sudelfeldstraße eines der beliebtesten Ausflugsziele bayerischer Motorradfahrer ist.
 
 
Der Wechsel auf einer Höhe von 1031 m ist ein weitgehend unbekanntes Pässchen in den Bayrischen Alpen, nur fünf Kilometer nördlich der österreichischen Grenze gelegen. Auch die Passbezeichnung „Wechsel“ selbst ist kaum bekannt, obwohl dies der korrekte Name ist.
Wechsel (zwischen den Wassern) ist eine früher gebräuchliche Bezeichnung für eine Wasserscheide, in diesem Fall die Wasserscheide zwischen der Rottach und der weißen Valepp.
Der Wechsel ist somit der höchste Punkt der privaten Mautstraße Rottach-Egern – Forsthaus Valepp. Die Passhöhe selbst ist völlig unscheinbar und eigentlich kaum auszumachen: es gibt keine Souvenirbude, kein Schild, nicht mal einen Parkplatz. Im Grunde genommen ist der Wechsel nur eine Lichtung in der überwiegend bewaldeten Umgebung. In unmittelbarer Nachbarschaft der Passhöhe befindet sich die Wechsel-Alm, höchster Gipfel der Umgebung ist der Risser Kogel (1826 m). Auch der bekannte Wallberg (1722 m) liegt in der unmittelbaren Nachbarschaft.
 

 

 

 

 

 

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