Einzigartig ist sie - die Sauschwänzlebahn.
Einst als eine "strategische" Verbindung zwischen Blumberg und
Weizen gebaut, um rasche Truppenbewegungen im Süden Deutschlands
zu ermöglichen, kann man heutzutage die wunderschöne Strecke im
nostalgischen Dampfzug befahren. Sie wurde 1988 zum technischen
Denkmal mit besonderer Nationaler Bedeutung erklärt. Entlang der
25 km langen Schienen-Strecke können Sie noch Eisenbahn-Romantik
pur erleben. Mit dem historischen Dampfzug geht’s auf
verschlungenen Wegen zurück in die Vergangenheit.
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So einen Zug kennt man eigentlich
nur noch aus Erzählungen. Die Atmosphäre auf dem Bahnsteig ist in Zeiten von
Überschall-Flugzeugen und Transrapid-Zügen ein echtes Phänomen. Hier zählen
keine Rekorde, kein "schneller, weiter, größer", hier zählt nur die Schönheit
dieser rabenschwarzen Dampflok mit ihren feuerroten Rädern, die noch so
wunderbar nach begreifbarer Mechanik aussieht und mit undurchsichtiger
Elektronik nichts am Kessel hat. Das Zischen und Stampfen, das Quietschen der
Räder auf den Schienen, der Duft von Kohlenfeuer und Schmiermitteln, der Dampf,
den die Lok wie ein Drache aus der Nase stößt - all das versprüht einen Hauch
jener guten alten Zeit, in der jede Reise noch ein Abenteuer war.
Nachdem die
Fahrgäste den Zug im Bahnhof Blumberg-Zollhaus - der übrigens
auf Stelzen über einem ehemaligen Torfmoor erbaut ist - die
historische Bahn gebührend bewundert haben, klettern Jung und
Alt in die Waggons und inspizieren wissbegierig die
Inneneinrichtung. Viele schaffen es nur bis zu dem Wagen, der in
heutiger Zeit "Bord-Bistro" genannt würde, im historischen Zug
aber noch anheimelnd "Sauschwänzlebahn-Schenke" heißt, und auch
so aussieht. Hier gibt es neben richtig heißem Kaffee, Würstchen
und selbstgebackenem Kuchen auch so skurrile Leckereien wie
einen "Schmiernippel voll Heißdampföl".
Wenn der Zug
schließlich schnaufend anfährt, herrschen im Führerstand der Lok
Saunatemperaturen. Alle paar Minuten öffnet der Heizer die
Eisentür des Heizkessels und schippt Kohlen in den glühenden
Schlund. Schon bald zeigt der wild zuckende Zeiger des
Tachometers an, dass der Zug seine Höchstgeschwindigkeit
erreicht hat, und mit fast 30 Stundenkilometern durch die
Landschaft rattert.
Die Kinder
wundern sich bei der Fahrt mit der Sauschwänzlebahn über die
fehlende Türsicherung, denn die nostalgischen Wagen sind noch
mit Gittern ausgestattet, die es vor der Abfahrt erst mal zu
schließen gilt. Hinten in den Waggons blicken die Menschen durch
die Scheiben in die Landschaft und lauschen den Erläuterungen
aus dem Lautsprecher: Eine unterhaltsame Mischung aus
Informationen zu den Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke und
technischen Details der Sauschwänzlebahn.
Beim
Zwischenstopp in Fützen wird der Zug bereits vom
Bahnhofsvorsteher in historischer Uniform erwartet. Dann geht es
weiter, über schwindelerregend hohe Viadukte aus grün
gestrichenem Stahl, vorbei an alten, ausrangierten
Bahnhofsgebäuden, durch Wiesen, Wälder und über die
Wutachschlucht, in die man vom Zug aus einen atemberaubenden
Einblick genießt.
Bei der Fahrt mit
der Sauschwänzlebahn passiert man auch die "Große Stockhalde".
Die Fahrgäste staunen, wenn sich der Zug im Berginnern langsam
nach oben schraubt. Die Tunnelröhre besitzt die Form eines
vollständigen Kreises von 360 Grad mit 700 Metern Durchmesser -
eine Tunnelbauart, wie sie im allgemeinen nur bei Konstruktionen
im Hochgebirge zu entdecken ist. Der Name "Sauschwänzlebahn"
leitet sich übrigens aus dem Vergleich dieser Spirale mit einem
geringelten Schweineschwänzchen her. Es wird gemütlich im
Abteil. Das ungewohnt langsame Vorbeiziehen der Landschaft und
das sanfte Rütteln der Waggons scheinen eine beruhigende Wirkung
auf die Menschen zu haben.
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Als die
Museumsbahn nach einer Stunde und 25 Kilometern im Zielbahnhof
Weizen einfährt, sind alle entspannt. Manche werden den Rückweg
auf Schusters Rappen antreten und die Wutachschlucht
durchwandern, andere wollen wieder diese gemütvolle Bummelbahn
besteigen. Alle aber werden am Abend um die gleiche Erfahrung
reicher sein: Die Erfahrung des Reisens in einem Tempo, in dem
die Seele noch mithalten kann.
Sehenswert ist auch das Eisenbahnmuseum im
Bahnhof Zollhaus - Blumberg, mit vielen Erinnerungen aus der Dampfzeit der
Eisenbahn. Hier kann man kann man mit der Vergangenheit auf Tuchfühlung gehen,
das Reiterstellwerk besichtigen und auf dem Eisenbahnlehrpfad auf den Spuren der
Bahngeschichte wandern.
Weitere Informationen:
Sauschwänzlebahn
Bahnhof Zollhaus
Bahnhofstraße 1
78176 Blumberg
Telefon 0 77 02 / 47 76 04
Fax 0 77 02 / 47 76 07
info@sauschwaenzlebahn.de
www.sauschwaenzlebahn.de
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