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KLOSTER MAULBRONN


    Eine Hölle mit einem Paradies mittendrin

 

Für manche Schüler war es die Hölle. Wie in einer Kaserne wurden sie interniert und traktiert - mit Griechisch, Hebräisch, Mathematik und Prügelstrafen. Einer von ihnen, Hermann Hesse, hat dieses harte Leben in der Klosterschule von Maulbronn vor 100 Jahren dokumentiert - in seiner Erzählung "Unterm Rad". Was der Literatur-Nobelpreisträger von 1946 nicht ahnen konnte: Der Ort seiner Leidenszeit ist zur Pilgerstätte für Touristen aus aller Welt geworden.

Für Hesse war die Schule eine Hölle - mit einem Paradies mittendrin. Vor 100 Jahren hat er es beschrieben, bis heute ist es so: "Wer das Kloster besuchen will, tritt durch ein malerisches, die hohe Mauer öffnendes Tor auf einen weiten und stillen Platz. Ein Brunnen läuft dort, und es stehen alte ernste Bäume da und zu beiden Seiten alte steinerne und feste Häuser und im Hintergrunde die Stirnseite der Hauptkirche mit einer spätromanischen Vorhalle, Paradies genannt."

Die Geschichte des Klosters beginnt im Jahre 1147, als zwölf Mönche aus dem Elsass in der Abgeschiedenheit des Salzachtals eine Klosteranlage nach den in Burgund bereits bestehenden Bauregeln der Zisterzienser errichten. Einer der Gründer des Zisterzienserordens, Bernhard von Clairveaux entwarf den Grundriss für das Kloster von Maulbronn. Die Anlage bietet ein ungewöhnliches Bild der Geschlossenheit. Bis in die Details lassen sich Leben und Arbeit des Ordens vom 12. bis zum 16. Jahrhundert veranschaulichen. Über 390 Jahre haben die Mönche in Maulbronn gelebt, gebetet und gearbeitet.

Seit der Gründung im Jahre 1147 wurde die Anlage über Jahrhunderte hinweg in den Baustilen der jeweiligen Zeit erweitert, umgebaut und renoviert. Es entstand ein Dorf im Dorf: mit Ringmauer, Türmen, Jagdschloss, Mühle, Speisemeisterei, Fruchtkasten, Marstall, Vogtei, Herrenhaus, Küferei, Klosterspital, Gesindehaus, Schmiede, Scheune und weiteren Nebengebäuden. Das Ganze wirkt heute wie ein Freilichtmuseum. 

Das Refektorium war der gemeinsame Speisesaal der Mönche. Das Laienrefektorium drückt durch seine gedrungene wuchtige Architektur den sozialen Unterschied zwischen den Herren- und den Laienmönchen aus. Die Laienbrüder durften den inneren Bereich der Klausur nur zu bestimmten Gelegenheiten betreten und hatten deshalb keinen Zugang zum Speisesaal der Herrenmönche.

Das unter der Obhut des Speyerer Bischofs stehende Kloster schuf über nahezu vier Jahrhunderte Impulse, die nicht nur auf religiöse und kulturelle, sondern auch auf wirtschaftliche und politische Faktoren Einfluss hatten. Durch Fleiß, handwerkliches Können und durch eine überlegte Planung der Zisterziensermönche wuchs das Kloster sehr rasch. Bereits 1178 konnte die Kirche, eine romanische Basilika, geweiht werden.
Landwirtschaftliche Mustergüter hatten die Mönche bereits im 12. Jahrhundert angelegt. "Unsere Weinfässer sind größer als die Wohnungen der ägyptischen Mönche und unsere Fruchtspeicher geräumiger als ihre Klöster" äußerte sich damals ein Abt sehr selbstbewusst. Wenn man die heute noch vorhandenen Keller und Speicher im vorderen Klosterareal betrachtet, schenkt man dem Ausspruch absoluten Glauben.

Nach vorausgegangener, siebenjähriger Belagerung durch Herzog Ulrich gehört das Kloster, das seit der Stauferzeit unter dem Schutz des Kaisers stand, ab dem Frühjahr 1504 zu Württemberg. Herzog Ulrich übernahm nun die Schutzherrschaft über das Kloster nebst seinen dazugehörigen 60 Dörfern. Die Säkularisierung verhalf Herzog Ulrich zum Abbau seiner erheblichen Schulden. Zur Ausbildung von Pfarrern richtete Herzog Christoph von Württemberg eine Schule, seit 1806 Evangelisches Seminar, ein, die, bis auf eine Unterbrechung im Dreißigjährigen Krieg, noch heute im Kloster untergebracht ist. Durch die Geschlossenheit und Vollständigkeit der Gesamtanlage ist Maulbronn zum Inbegriff des mittelalterlichen Klosters geworden, das ein unverfälschtes Bild des klaustralen Lebens vermittelt.

 

Zu den berühmtesten Schülern des Klosters gehören:

  Der Astronom Johannes Kepler (1571-1630) besuchte von 1586-89 die höhere Klosterschule Maulbronn. Für seine spätere wissenschaftliche Arbeit wurde ihm in Maulbronn ein fundiertes Wissen vermittelt.

 

  Der Arzt und Dichter Justinus Kerner (1786-1862) verbrachte fünf Jahre seiner Kindheit in Maulbronn. Im "Bilderbuch aus meiner Knabenzeit" hat Kerner die Eindrücke und Erinnerungen aus dieser Zeit festgehalten.

 

  Der Dichter Friedrich Hölderlin (1770-1843) besuchte von 1786-88 die Maulbronner Klosterschule. Während seiner Maulbronner Schulzeit entstand eine Gedichtsammlung, die als "Marbacher Quardtheft" bekannt wurde.

 

  Der Dichter und Nobelpreisträger Hermann Hesse (1877-1962) war vom 15. September 1891 bis zum 7. Mai 1892 Seminarist in Maulbronn. Sein kurzer Aufenthalt im Kloster Maulbronn wird durch "Unterm Rad", "Narziß und Goldmund" und "Erwin", durch Gedichte (z.B. "Im Kreuzgarten") und durch Briefe ausgiebig belegt.

 

 

Als die am vollständigsten erhaltene Klosteranlage des Mittelalters nördlich der Alpen, wurde das Kloster Maulbronn 1993 in die Liste des Weltkulturerbes der Menschheit aufgenommen. Das akribisch angelegte Wassersystem, durch das die Umgebung von Maulbronn noch heute geprägt ist, und die zisterziensische Kultur spielten für die Aufnahme in die UNESCO-Liste eine große Rolle.


Weitere Informationen:

Kloster Maulbronn
Klosterhof 5
75433 Maulbronn
Telefon: (07043)-92 66 10
Telefax: (07043)-92 66 11

 

 

 

 

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